Kinderbauernhof in Prenzlauer Berg

Tierisch was los

Pferde sind die Stars auf dem Moritzhof.
Pferde sind die Stars auf dem Moritzhof.
Auf dem Moritzhof in Prenzlauer Berg können Kinder zwischen sechs und 16 Jahren nicht nur spielen und toben. Hier lernen sie auch Verantwortung zu übernehmen - für die Ziege Max, das Schwein Peppi oder das Pony Benni.

„Das Wichtigste ist Reiten“, ruft Sandra und läuft zu der kleinen Koppel, auf der die Ponys Benni und Alex bereits warten. Das ist bei allen Kindern der Jugendfarm Moritzhof in Prenzlauer Berg gleichermaßen beliebt. So sehr, dass Erzieher Stephan Metzner ein Punktesystem erarbeiten musste: „Wenn die Kinder bei uns reiten wollen, müssen sie sich das verdienen. Für die Arbeiten hier gibt es Punkte.“ Die meisten Arbeiten vernichten die Kinder gerne. „Aber so werden auch mal Arbeiten gemacht, die unbeliebt sind“, meint Metzner. Pferdeäpfel wegmachen findet die neunjährige Sandra nicht so toll, „ich weiß nicht, ob ich das noch mal mache.“

Andere Kinder haben damit weniger Berührungsängste: „Die Punktearbeit macht Spaß, man übernimmt dabei auch Verantwortung“, sagt Mila, die zum zweiten Mal dabei ist. Das Punktesystem ist ihr auch von zu Hause bekannt: „Ich wünsche mir ein Meerschweinchen, dafür muss ich auch Punkte sammeln.“

Neben Pferden sind auf der Moritzfarm auch viele andere Tiere zu Hause. Die jungen Besucher versorgen Ziegen, Schafe, Schweine, Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen und lernen dabei pflichtbewussten Umgang mit den Tieren. „Jedes Tier hat eine Geschichte“, erklärt Metzner, „die Ziege Max wurde von der Polizei auf dem Gleisdreieck gefangen, nachdem sie eine Woche durch Berlin rannte.“ Schwein Peppi gehörte einem Punk, der irrtümlich annahm, es handle sich um ein Mini-Pig, das man in der Wohnung halten könne. Heute gehen die Kinder mit dem stattlichen Schwein im Mauerpark spazieren.

Spaß auch für die Kleinsten

Der Moritzhof wurde 1999 aufgebaut und ist eine öffentliche Einrichtung für Kinder zwischen sechs und 16. Etwa 50 Kinder kommen regelmäßig mindestens zwei Mal pro Woche, die anderen schauen in den Ferien oder sporadisch vorbei. Hier lernen die Kleinen von den Großen und manchmal auch umgekehrt. Auch interkulturelle Begegnungen im Stall sind keine Seltenheit. „Bei manchen Jungs muss ich in den Stall hinterhergehen, weil sie zuerst die Schweine anspucken. Für arabischstämmige Jungs beispielsweise sind Schweine ja unrein“, erzählt Stephan Metzner. „Dann reden wir darüber. Manch einer hat sie danach sogar gestreichelt.“

Nicht nur Stallarbeit steht auf dem Kinderbauernhof in Prenzlauer Berg auf der Tagesordnung: Schmieden, Spinnen, Töpfern und Hausaufgabenbetreuung wird den Kindern ebenfalls kostenlos geboten. Beliebt sind Kurse, bei denen sich alles rund ums Pferd dreht, wie etwa die „Pferde-Basics“. Hierbei ahmt Erzieher Karsten Reinknecht auf dem Heuboden mit viel Einsatz die Körpersprache der Pferde nach. So hören auch Sechsjährige konzentriert zu.

„Manche Kinder haben kaum Kontakt mit Tieren, höchstens unliebsamen mit Kampfhunden aus der Nachbarschaft. Tierkontakt ist aber wichtig, um ein Gefühl für sich selbst zu bekommen“, sagt Reinknecht. Die Kinder nehmen ein eigenes positives Selbstbild mit, „durch das Gefühl, ich kann mich um etwas kümmern.“ Zum Schluss dürfen die Kaninchen gestreichelt werden und die Kinder freuen sich, am nächsten Tag ihre erworbenen Punkte beim Reiten einzulösen.


Quelle: Der Tagesspiegel

Jugendfarm Moritzhof, Schwedter Str. 90, 10437 Berlin

Telefon 030-44024220
Fax 030-44024222

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Montag bis Freitag von 11.30 bis 18 Uhr
Samstag von 13 bis 18 Uhr

Pferde sind die Stars auf dem Moritzhof.

Pferde sind die Stars auf dem Moritzhof.

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