Der Streit um die Finanzierung des Karnevals der Kulturen ist offenbar eskaliert. Auf seiner Homepage teilte der bisherige Veranstalter, die Werkstatt der Kulturen, am Freitag mit: „Das Büro der Integrationsbeauftragten hat am 9.1.2015 die Organisation der Veranstaltung Karneval der Kulturen 2015 übernommen.“ Die zuständige Senatsverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass man auf der Suche nach einem neuen Veranstalter ist.
Die Werkstatt der Kulturen hatte das Straßenfest und den Umzug am Pfingstsonntag seit 1996 organisiert – für rund 800.000 Euro jährlich. Bezahlt wird dies in erster Linie durch Standgebühren, 270.000 Euro schießt das Büro der Integrationsbeauftragten zu. Knackpunkt im Streit ist wohl das neue Sicherheitskonzept: 1,3 Millionen Menschen waren im Vorjahr dabei, die Infrastruktur überlastet. „Wir können die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr garantieren“, sagte Karnevals-Geschäftsführerin Philippa Ebéné noch im Dezember.
Die zusätzlichen Kosten dafür bezifferte sie auf rund 380.000 Euro – zahlen sollte das der Senat. Sie habe das Konzept im September eingereicht – und keine Reaktion der Integrationsbeauftragten erhalten. Die widerspricht: „Bis September wurde uns kein tragfähiges Sicherheitskonzept vorgelegt“, sagt ein Sprecher von Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD). Das neue Sicherheitskonzept sei zudem eine Forderung der Senatsverwaltung gewesen und keine Idee der Veranstalter.
Nun muss es schnell gehen: Pfingsten ist in vier Monaten.