Karstadt-Pläne

Kein Go für Babylon Berlin am Hermannplatz

Kein Go für Babylon Berlin am Hermannplatz
Die Karstadt-Fassade am Hermannplatz in ihrer ursprünglichen Gestalt.
Die Eigentümer von Karstadt hatten Großes für den Hermannplatz geplant: Die ursprüngliche Fassade des einst kolossalen Gebäudes sollte wiedererstehen. Doch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat den Neubau jetzt abgelehnt.

Wir hatten bereits Ende 2018 berichtet, was aus dem derzeit nicht gerade ansehnlichen Karstadt am Hermannplatz hätte werden können. Hätte, wäre, sollte. Leider haben der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt (Grüne) und das Stadtentwicklungsamt etwas dagegen. Unter anderem wurde bemängelt, der Bau würde im Stadtgefüge „wie ein Fremdkörper“ wirken – keine Genehmigung. Schade, wie wir finden!

Pläne: Umbau des Karstadt am Hermannplatz

In den 20er Jahren war Karstadt am Hermannplatz eine berühmte Attraktion der Weimarer Republik. Der gigantische Bau galt als modernstes und größtes Kaufhaus Europas. Architektur, Wirkung und Dimension waren spektakulär – bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Nun haben die Eigentümer von Karstadt, der österreichische Signa-Konzern, die Absicht, die äußere Fassade des einst legendären Gebäudes zu rekonstruieren.

 

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Ein von @wallstreetonline geteilter Beitrag am Okt 29, 2018 um 7:47 PDT

Muschelkalk-Fassade im klassischen Art Decó

Als das imposante Gebäude im Jahr 1929 fertiggestellt wurde, überragte die Art-Decó-Fassade den Hermannplatz um 32 Meter. Gekrönt wurde der Bau durch zwei Türme, auf denen noch zusätzliche blaue Lichtsäulen angebracht waren und 71 Meter in die Höhe ragten. Neben Waren aller Art gab es eine Badeanstalt, eine Sporthalle und mehrere Gaststätten. Magnetisch angezogen wurden die Berliner jedoch von der 4.000 Quadratmeter großen Dachterrasse mit Gastronomie, Liegestühlen und Livemusik. Eine Innovation war zur damaligen Zeit auch der direkte unterirdische Zugang von der U-Bahn aus, der noch heute genutzt wird.

Wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkrieges fiel das Gebäude jedoch den Straßenkämpfen zum Opfer. Lediglich ein kleiner Teil der Originalfassade aus Muschelkalk ist an der Kreuzberger Hasenheide bis heute erhalten. In den 50er Jahren begann dann der teilweise Wiederaufbau. Die zahlreichen Umbauten und Erweiterungen zogen sich bis ins Jahr 2000. Seitdem ist das einst legendäre Kaufhaus vor allem eins: unspektakulär. Das könnte sich aber zukünftig ändern.

Rekonstruktion inklusive Türme

Bereits Anfang 2018 verkündete die österreichische Signa Holding, dass sie das Gebäude neu errichten will. Dabei sollte nicht nur die Bruttogeschossfläche um ein Drittel erhöht werden, sondern auch die Fassade in ihrer ursprünglichen Gestalt inklusive der beiden Türme rekonstruiert werden. Auch eine großzügige Dachterrasse war geplant. Ein großer Teil des Gebäudes sollte auch zukünftig von Karstadt genutzt werden. Für den Rest waren Büros, Einzelhandel, ein Hotel, eine Markthalle sowie Wohnungen angedacht. Diese gemischte Nutzung erinnerte das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nun eher an ein Shoppingcenter als an ein Kaufhaus – auch das floss in den negativen Bescheid zum Bauvorhaben ein.

 

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Ein Beitrag geteilt von Heike (@heikimimilovi) am Feb 27, 2017 um 12:49 PST

Wie Karstadt im vergangenen Jahrhundert ausgesehen hat, lässt sich im 4. Obergeschoss von Karstadt am Hermannplatz bestaunen. Im Buffet-Restaurant steht ein großes maßstabsgetreues Modell des historischen Baus hinter Glas.

Karstadt am Hermannplatz, Hermannpl. 1, 10967 Berlin

Telefon 030 69550
Fax 69552300

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Montag bis Samstag 10:00 bis 20:00 Uhr

Karstadt am Hermannplatz

Karstadt: Kaufhaus-Institution am Hermannplatz

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