Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Anja Goerz: Über Altes und Neues in der City West

Anja Goerz: Über Altes und Neues in der City West
Wenn nicht in Falkensee, wo sie Zuhause ist, dann fühlt sich Radiomoderatorin Anja Goerz in der City West am wohlsten... Zur Foto-Galerie
Die Radio-Journalistin (radioeins/rbb) und Autorin ("Der Osten ist ein Gefühl") lebt seit fast zehn Jahren im brandenburgischen Falkensee. Dennoch zieht es sie nach wie vor in ihre alte "Heimat" Charlottenburg - für gute Frühstückscafés und lebendig werdende Erinnerungen an die Kindheit ihres Sohnes.

1997 kam Anja Goerz nach Berlin und fühlte sich auf Anhieb mit dem Westteil der Stadt verbunden. „Ich mag die Struktur hier einfach“, erzählt die Radiomoderatorin, die vor ihrer Tätigkeit bei radioeins u.a. für Radio Schleswig-Holstein, Radio Nora, Sat.1 und NDR2 arbeitete. Zunächst wohnte sie in der Ravensberger Straße, dann in der Wieland- und danach in der Düsseldorfer Straße. „Immer links und rechts vom Ku’damm“, lacht die 46-Jährige und erklärt, dass sie besondere Erinnerungen an Charlottenburg und Wilmersdorf habe: „Im Zoo Palast war ich das erste Mal mit meinem Sohn im Kino und nicht weit davon ist der Edeka, in dem er zum ersten Mal ‚Ei‘ gesagt hat.“

Hartnäckigkeit lohnt sich

Irgendwann zog es ihre dreiköpfige Familie dann aber doch raus aufs Land. „Wir wollten gern ein Haus mit Garten und haben es schließlich in Falkensee gefunden“, so Goerz, die gern selbst im Garten wuselt, Kräuter- und Blumenbeete bepflanzt. Überhaupt genießt sie es, in der Natur zu sein. Als Sommerausflugsort empfiehlt sie den Nymphensee in Brieselang. „Das ist ein sensationell schöner Badesee mit glasklarem Wasser, und er ist nur zehn Autominuten von uns entfernt“, schwärmt Goerz. Aber ganz möchte sie die Stadt nicht missen. Glücklicherweise sei sie mit der Regionalbahn innerhalb von nur 17 Minuten an der Friedrichstraße.

Die Ruhe und Abgeschiedenheit ihres Falkenseer Heims weiß die quirlige Radiomoderatorin, die von Berufs wegen her viel auf Achse ist, dennoch zu schätzen. Schließlich lässt es sich da besser schreiben. Vor allem mit Frauenromanen wie „Herz auf Sendung“ oder „Mein Leben in 80 B“ machte sich die Autorin anfangs einen Namen. Durch ihre Diskussionen mit dem radioeins-Kollegen Knut Elstermann über Ost und West kam allerdings der Wunsch nach einem Sachbuch auf. „Ich habe über ein Jahr gebraucht, um einen Verlag für ‚Der Osten ist ein Gefühl‘ zu finden“, erklärt Goerz. Ihre Hartnäckigkeit lohnte sich. Das Buch erschien 2014 im dtv Verlag und landete prompt auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Viele Einfälle – wenig Zeit

Inspiration für ihre Bücher findet Goerz durch ihren Job beim Radio. „Ich könnte das eine nicht ohne das andere tun“, sagt sie bestimmt. Die Recherche und Interviews mit den unterschiedlichsten Leuten ließen in ihr immer wieder neue Ideen entstehen. Zurzeit habe sie gleich drei Themen, die ihr vorschwebten – für einen Krimi, ein Sachbuch und einen Roman. So viel Zeit habe sie gar nicht, an allen zu schreiben. Genaueres will sie dazu dann auch nicht verraten. Lieber erzählt Goerz ein wenig mehr über ihre Berliner Lieblingsorte, die meist an der Kantstraße liegen: „Das chinesische Restaurant Aroma hat von außen so einen Spielhallencharme, aber das Essen dort ist granatenmäßig.“ Und am Kuchenladen könne sie nie vorbeigehen, ohne ein Stück der feinen Torten und Tartes zu probieren. Auch das Restaurant Mar y Sol am Savignyplatz, das Zwölf Apostel und das Romanische Café im Waldorf Astoria stehen als Favoriten ganz oben auf ihrer Liste.

Die Mischung aus Alt-Berliner Charme und Neubauten in der City West findet Goerz gelungen: „Solange es immer noch so alteingesessene Geschäfte wie C. Adolph oder den Lampenladen von Herrn Strenski an der Kantstraße gibt, finde ich die Neuerung schon ok. Das Bikini ist sehr schön geworden. Und auch der Zoo Palast ist super.“ Nur eines störe sie: das „rotzige“ Verhalten vieler Berliner. „Manche könnten wirklich freundlicher sein, zum Beispiel einer Mutter mit Kind die Tür aufhalten. Und ein Lächeln hat noch keinem geschadet“, gibt die gebürtige Nordfriesländerin abschließend zu bedenken. Die Liebe zu Berlin könne ihr aber trotzdem keiner nehmen.

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