Besser als Bio?

Kiezinitiative will autonome Gemüseversorgung

Vegan shoppen: Das ist nicht einfach nur Gemüse kaufen. Qiez verrät, wo es welche tierproduktfreien Waren gibt.
Vegan shoppen: Das ist nicht einfach nur Gemüse kaufen. Qiez verrät, wo es welche tierproduktfreien Waren gibt.
Bürger im Treptower Kungerkiez möchten ihr eigenes Gemüse beziehen und dadurch Ressourcen und Finanzen schonen. Bei einem Treffen am 16. Mai diskutieren die "KungerKiezKrauts" über denkbare Modelle.

Eine Gruppe von bislang 12 bis 15 Bürgern aus dem Kungerkiez in Alt-Treptow will die Gemüseversorgung in die eigene Hand nehmen. Den KungerKiezKrauts geht es darum, dass in ihrer Gegend saisonale Produkte aus biologischem Anbau angeboten werden, die nicht erst über hunderte oder tausende von Kilometern transportiert werden müssen. Die Initiative trifft sich regelmäßig und hat Arbeitsgruppen gebildet, die verschiedene Modelle zur Verwirklichung erörtern.

„Es muss nicht immer alles rund um die Uhr verfügbar sein.“ – So lautet das Credo der Treptower Aktivisten. Die meisten von ihnen kaufen auch im örtlichen Biomarkt ein. Sie bemängeln jedoch, dass dort inzwischen immer mehr Produkte in den Regalen stehen, bei denen Herkunft und dementsprechend auch Transportwege nicht klar zu erkennen sind. Die KungerKiezKrauts plädieren dafür, verstärkt die regionalen Bauern zu unterstützen und somit etwas für den Erhalt von Ressourcen und den eigenen Geldbeutel zu tun. Zudem sind ihnen die Richtlinien des EU-Ökosiegels zu schwammig. Ziel ist es jedoch ausdrücklich nicht, exotisches Obst und Gemüse komplett zu verdrängen.

Eigene Gärten oder Belieferung durch Bauern

Ideen haben die Kungerkiezler genug. Das Anlegen eigener Gemüsegärten im Bezirk in Rücksprache mit dem Grünflächenamt wird ebenso diskutiert wie Lieferungen durch zuverlässige Biobauern aus der Region. Die Gruppe ist beruflich heterogen zusammengesetzt; die Mehrzahl der Beteiligten ist zwischen Ende 20 und 50 Jahre alt. Weitere Bürger haben bereits Interesse bekundet.

Es geht den KungerKiezKrauts jedoch nicht nur um die Produkte an sich. Die Beteiligten vermissen auch einen Markt mit Bauern aus der Region, den es früher in ihrem Kiez gab. Dessen soziale Komponente – der Austausch, gegenseitige Hilfe – fehlt ihnen heute. Mit der Initiative möchten sie nun auf einem anderen Weg dasselbe Ziel erreichen.

Das nächste Treffen der KungerKiezKrauts findet am 16. Mai um 19 Uhr in der Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezInitiative statt. Interessierte Bürger sind willkommen.

 

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Nachbarschaftsgalerie der KungerKiezinitiative in Alt-Treptow, Karl-Kunger-Str. 15, 12435 Berlin

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