Unterwegs im Kiez

Ganz nett mit Luft nach oben

Ganz nett mit Luft nach oben
Der Bernkastler Platz liegt nicht weit entfernt vom S-Bahnhof Lankwitz und ist eine der grünen Oasen im Kiez. Angelegt wurde er schon 1910. Für mehr Bilder aus Lankwitz - klick' dich durch! Zur Foto-Galerie
Lankwitz - Zwischen Teltowkanal und südlicher Berliner Stadtgrenze gelegen ist der zu Steglitz gehörende, grüne Ortsteil durchaus eine begehrte Wohnlage. Bei einem Spaziergang rund um den zentralen Gemeindepark muss man sich jedoch auch mit viel Verkehr, recht heruntergekommenen Ecken und einer gewissen deutschen Spießbürgerlichkeit auseinandersetzen.

Lankwitz ist vor allem eine idyllische Wohnlage. Ob von Eichen eingerahmte Altbauten, 70er Jahre Zweckbauten mit parkähnlichem Innenhof oder Einfamilienhäuser mit riesigem Garten – hier findet wohl jeder ein Domizil nach seinem Geschmack. Und für jeden Geldbeutel ist auch etwas dabei. Während es an dem Hauptverkehrsachsen meist etwas bescheidener zugeht, stößt man längs der zahlreichen Parks und Grünflächen durchaus auf das ein oder andere luxuriöse Anwesen. Worauf man dagegen weniger stößt, sind nette Läden und urbane Wohlfühlorte, an denen man als ortsfremder Besucher ein paar Stunden zubringen kann. Ausgenommen der Gemeindepark Lankwitz natürlich, der sich durchaus für ein schönes Sommerpicknick anbietet.

Ansonsten geht es im Viertel eher unspektakulär zu. Rund um den zentralen S-Bahnhof wälzen sich vor allem nachmittags die Autokolonnen aus der Innenstadt gen Süden und längs der zentralen Kreuzung Leonorenstraße/Kaiser-Wilhelm-Straße gibt es zwar so etwas wie ein kleines Geschäftsviertel. Aber das kommt über das übliche Rossmann-Apotheken-Bank-Bäcker-Angebot auch nicht hinaus. In Richtung Kamenzer Damm werden aus den kleinen Einzelhandelsgeschäften schließlich etwas größere Gewerbeeinheiten, in denen entweder gebrauchte Autos oder günstige Möbel verkauft werden. Einen echten Spaziergang lohnt das Ganze allerdings nicht.

Anlaufstellen im Kiez

Da muss man dann schon gezielt die erwähnenswerten Adressen ansteuern, die Lankwitz zu bieten hat. Etwa die Siemens-Villa in der Calandrellistraße, die historische Dorfkirche in Alt-Lankwitz oder das technisch ausgerichtete Energie-Museum. Dazwischen trifft man nicht gerade auf viele Passanten – die Gegenden um den S-Bahnhof, den FU-Campus an der Malteserstraße oder die Sportanlagen des Fußball-Clubs Preußen e.V. ausgenommen. Ansonsten prägen junge Mütter mit Kinderwagen, Rentner, die auf Balkonien die Deutschlandfahne richten, Schulkinder und Ehepaare das Bild, die sich im eigenen Garten hinter hohen Hecken die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Der Eindruck: Wer in Lankwitz heimisch ist, hat vielleicht durchaus einen persönlichen Jackpot gezogen. Für Außenstehende wirkt das Ganze jedoch etwas aus der Zeit gefallen und so gar nicht nach Berlin. Eher etwas kleinstädtisch. Mit viel Luft zum Atmen aber vielen verschlossenen Gesichtern.

„So richtig wohl habe ich mich in Lankwitz noch nie gefühlt. Obwohl es hier durchaus nette Ecken gibt. Aber auch ein Spaziergang bei feinstem Sommerwetter hat mir die Gegend nicht rundweg sympathisch gemacht. Das könnte zum einen an der irgendwie ziemlich homogenen Bevölkerung liegen. Ein Lächeln bekommt man da selten. Außerdem wirkt die Gegend ziemlich zugeknöpft. Mit geschlossenen Rolläden, hohen Hecken und allem drum und dran.

Foto Galerie

Dorfkirche Alt-Lankwitz, Alt-Lankwitz 13-15, 12247 Berlin

Telefon 030 83 90 92 20

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Montag, Freitag und Sonntag 15 bis 17 Uhr

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