Unterwegs im Kiez

Schönes Weißensee

Schönes Weißensee
Der Weiße See lädt zum Schwimmen und Spazieren gehen ein.
Wer Weißensee hört, der denkt meist an die gleichnamige ARD-Serie oder an etwas heruntergekommene Straßenzüge nordöstlich des Prenzl' Berges. Dass der Stadtteil mehr zu bieten hat, zeigt sich bei einem Spaziergang rund um den See und durch das schmucke Munizipalviertel.

Der Park rings um den Weißen See wurde bereits im 19. Jahrhundert als Gutsgarten angelegt und veränderte sich im Zuge der Berliner Stadtentwicklung mehrmals. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte die Umgestaltung in einen Volks- und Bürgerpark, 1912 öffnete die Gemeindebadeanstalt, ein Vorläufer des heutigen Strandbads, seine Tore. Während den Zeiten des Hungers nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gelände den Menschen als Acker für Kartoffel- und Gemüseanbau. In den 50er und 60er Jahren sowie nach der Wende wurden einige Rekonstruktionsarbeiten ins Leben gerufen, die dem Park sein heutiges Aussehen verliehen. 1957 entstand eine Freilichtbühne, 1969 die Schwimmfontäne.

Ein Spaziergang durch die Grünanlage führt an einigen interessanten Skulpturen und Denkmälern vorbei. An der Westseite des Areals befindet sich eine Aussichtsplattform, geschmückt von zwei Tritonen, Mischwesen der Griechischen Mythologie, die als Götter bzw. Halbgötter verehrt wurden. Die Figuren des Bildhauers Hans Schnellhorn stammen aus dem Jahr 1912 und stellen sowohl eine männliche als auch eine weibliche Version des Tritons dar. In der Nähe der Freilichtbühne stehen die ‘Aufbauhelferin‘ von Eberhard Bachmann und der ‘Arbeiter‘ von Christa Sammler. Beide Plastiken wurden 1968 errichtet. Die ‘Aufbauhelferin‘ erinnert an die sogenannten ‘Trümmerfrauen‘, die nach dem Zweiten Weltkrieg die zerstörten Gebäude von Kriegsschutt befreiten, Sammlers Skulptur würdigt die Arbeiter und Bauern der DDR.

Südlich des Sees befindet sich der vielleicht schönste Teil des Parks. Die leicht abschüssigen Wiesen mit ihren großen Lindenbäumen erinnern ein wenig an einen Englischen Landschaftsgarten und bilden einen hübschen Kontrast zu den bunten Blumenbeeten rings um die Aussichtsplattform. Gerade an heißen Sommertagen lässt es sich hier wunderbar im Schatten entspannen.

Munizipalviertel und Mirbachplatz

Über die Amalienstraße geht es nun in die Schönstraße und das Munizipalviertel. Anfang des 20. Jahrhunderts entstand hier nach Plänen des Architekten Carl James Bühring ein Bauensemble, das unter anderem eine Oberrealschule, ein Beamtenhaus und eine Pumpstation einschloss. Heute dienen die roten Ziegelhäuser als Wohnanlagen. Durch schmale Torbögen gelangt man in die Innenhöfe, in denen sich zahlreiche Hecken und Blumenbeete erstrecken. Auf der anderen Seite des Blocks, rund um den Kreuzpfuhl und den Goldfischteich, liegen kleine Parks mit Spielplätzen.

Den Abschluss unseres Weißensee-Besuchs bildet der Mirbachplatz, der bis 1902 Cuxhavener Platz hieß und auf dem eine weitere Berliner Gedächtniskirche steht. Die Bethanienkirche wurde zwischen 1900 und 1902 erbaut und im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Heute steht nur noch der stark beschädigte Turm, der 2007 an einen Berliner Architekten verkauft wurde. Rings um die Kirche gibt es eine Reihe kleiner Lokale und Restaurants. Sehr zu empfehlen ist der ‘eisspatz‘, eine bunte Eisdiele, die mit ausgefallenen Variationen und einem Sommergarten lockt.

Freilichtbühne Weißensee, Große Seestraße 9-10, 13086 Berlin

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Nachmittags ab 15:30 Uhr, Filmbeginn 16:00 Uhr
Abends ab 20:45 Uhr, Filmbeginn 21:45 Uhr

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