Julia Klotz zeigt ihren Kiez

Die Hammerfrau aus Friedenau

Die Hammerfrau aus Friedenau
Julia Klotz lässt sich das Rührei im LuLa schmecken. Zur Foto-Galerie
Julia Klotz ist die Hammerfrau aus Friedenau! Wenn die Gesangspädagogin nicht unterrichtet, steht die Schauspielerin für Operetten und Musicals auf der Bühne. Aktuell bei den "Hammerfrauen" in den Wühlmäusen. Vor der Aufführung hat sie uns aber noch ihre Lieblingsadressen im Kiez gezeigt.

Alles beginnt mit einem Missverständnis. Verabredet bin ich mit Schauspielerin und Sängerin Julia Klotz im LuLa. Aber wir finden uns nicht. Ein Telefonat später ist klar, warum. Das LuLa gibt es tatsächlich zweimal in Friedenau (LuLa am Markt und LuLa Deli Deluxe). Wir einigen uns auf die Filiale am Rathaus. Und da sitzt sie auch schon, perfekt frisiert bei einer Limonade und trägt ein wunderschönes, selbstgenähtes 50er-Jahre Kleid.

Das hat sie damals noch in der Kinkibox in Friedrichshain geschneidert. 2014 zog sie „aus privaten Gründen“ ins beschaulichere Friedenau. „Ich bin von einem Frieden in den anderen gezogen. Wobei hier der wahre Frieden ist.“ Echte Berliner treffen sich auf eine Schale Milchkaffee (es gibt sie noch!), ältere Herren blättern in der Tageszeitung. Um die Ecke wird nicht genäht, dafür bei Colour your day getöpfert. Man könnte sagen, hier ist die Welt definitiv in Ordnung. „Nach dem vielen Halligalli fühlt sich das richtig an“, sagt Julia. Obwohl sie den Trubel auch ab und an vermisse.

Von der Partynudel zur Spinatwachtel

Wenn sie keinen Interviewtermin hat, gibt die 36-Jährige tagsüber Gesangsunterricht und steht abends auf der Bühne. Aktuell im Kabarett-Theater Wühlmäuse als eine von vier „Hammerfrauen“ im gleichnamigen Stück. Einem Musical über Ladies beim Nachhilfe-Handwerkerkurs im Baumarkt. „Das ist die handfeste Version einer Ladies Night mit Saufen, Schnittchen futtern und Männer aufreißen.“ Genau das richtige für „Kim“, Julias Rolle. Das blonde Gift hat mit ihr wenig zu tun, dieser Kontrast gefällt ihr. „Kim ist Partynudel, ich überhaupt nicht. Sie pichelt gern, mir reicht ein Glas Wein.“

Das gönnt sie sich in Friedenau wahlweise zur „Spinatwachtel“ (Veggie-Maultaschen) beim schwäbischen Glühwurm oder bei ihrem Lieblingsgriechen Medusa, der mittags leider noch geschlossen hat. Wir studieren wenigstens die Speisekarte. „Der gebackene Schafskäse ist ein Traum.“ Die mit Säulen und Schrauben („Ist ja der Hammer!“) dekorierte Location auch. Dass der große Laden seit 1982 eine Institution ist, ahnt man. „Wenn abends viel los ist, stellen sie einfach noch ein paar Tische auf den Gehweg“, erzählt Klotz.

Wir schieben stattdessen die Räder weiter durch den angrenzenden Park. Der hieß früher mal Berliner und Maybachplatz. Mittlerweile ist es der Perelsplatz, auf dem wir am Kriegerdenkmal ein Päuschen auf der Bank einlegen. Schon wieder so ein beschaulicher Ort. „Fast vorstädtisch“, sagt die Schauspielerin und meint das nicht wertend. Früher hätte sie sich nie vorstellen können hierher zu ziehen. „Berlin ist so zerfleddert. Keiner sagt: ‚Wir treffen uns in der Stadt.'“ Denn die gibt es hier nicht. Dafür ihren neuen Lieblingskiez, in dem man der Wahlberlinerin mit etwas Glück begegnet. Falls man das richtige Café findet.

Foto Galerie

LuLa am Markt, Lauterstraße 14, 12159 Berlin

Telefon 030 85 10 33 23

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