Unterwegs im Kiez

Die zweigeteilte Uhlandstraße

Die zweigeteilte Uhlandstraße
Erster Stopp: Hohenzollerndamm. Hier sieht alles sehr verlassen aus. Zur Foto-Galerie
Zwischen dem Touristen- und Einkaufshotspot Ku´damm und den einfachen Wohnvierteln erstreckt sich die Uhlandstraße. QIEZ begab sich auf eine Reise durch zwei Welten - einmal von der Güntzelstraße zum Steinplatz und wieder zurück.

Die Kieztour beginnt an der Uhlandstraße Ecke Güntzelstraße. Was hier als erstes in die Augen springt sind die einheitlichen Neubauten, die an jeder Ecke stehen. Früher müssen sie genauso schmuckvoll gewesen sein wie die Häuser in der Nähe des Kudamms. Leider wurden im Zweiten Weltkrieg im südlichen Teil der Uhlandstraße die meisten Wohnhäuser zerstört und dann durch diese Neubauten ersetzt.

Mein Weg führt mich weiter Richtung Norden, wo die Uhlandstraße als nächstes auf den Hohenzollerndamm trifft. Das Bild der vielen Einheitshäuser verändert sich auch hier nicht. Dazu kommen viele leer stehende Gewerbeflächen. Die einzigen Läden, die man hier findet, sind Bäcker, Reinigungen oder Modegeschäfte – davon jedoch nicht zu wenige.

Mehr Touristen, mehr weiß

Die Restaurants mit weißen Tischdecken treten erst ab der Pariser Straße in Erscheinung. Im Filetstück entdecke ich sogar einen Kronleuchter, ein beeindruckender Anblick. Ebenfalls vermehrt sieht man Kosmetikstudios, Bioläden und Rechtsanwälte. Hier scheint der Kiez der Schönen und Reichen zu beginnen. Keine Schilder und Blümchen mehr auf den Grünflächen, sondern gepflegter, kurzer, grüner Rasen.

Ein weiteres Indiz für die Nähe zum Kudamm sind die Sightseeing-Busse, die im Minutentakt die Lietzenburger Straße hoch und runter fahren. Die Architektur verändert sich ebenfalls merklich. Mehr Altbauten mit liebevoll verzierten Fassaden säumen die Straße. Wer hier wohnt hat wohl keine Geldsorgen.

Abseits vom Kudamm

Ich lasse den Kudamm mitsamt Sightseeing-Häuschen, BMW-Niederlassung und Cinema Paris hinter mir. Die Läden werden kleiner, aber nicht billiger. Ein kleiner Shop mit Askania Uhren erweckt meine Aufmerksamkeit. Alles glitzert und funkelt so sehr, da kann keine Frau einfach dran vorbei gehen. Und ein paar Hausnummern weiter hat sich Herr Walz mit seinem Friseurladen angesiedelt. Eine interessante Nachbarschaft.

An der nächsten Ecke stehen dann schon wieder die ersten dreckig grauen Betonbauten. Die Touristenzone ist hier zu Ende. Trotzdem sehe ich noch vereinzelt kleine Oasen am Ende von Nebenstraßen. Die Idylle schaffen sich die Bewohner trotzdem.

Am Ende meiner Reise entlang der Uhlandstraße stehe ich am Steinplatz, gleich neben einer riesigen Baustelle. Hier wird das Haus am Steinplatz gerade zu einem Hotel umgebaut. Die Touristenzone soll also ausgeweitet werden. In einem Jahr werde ich hier womöglich Läden von Prada und Lacoste entdecken, lassen wir uns überraschen.

Foto Galerie

Die zweigeteilte Uhlandstraße, Uhlandstraße, 10719 Berlin

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