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Wie du in Berlin doch einen Kitaplatz ergatterst

Wie du in Berlin doch einen Kitaplatz ergatterst
Ja, wenn's richtig gut läuft, gefällt dem Kind die Kita oder der Kindergarten auch noch mega-gut.
Wir haben genug vom Dauergenörgel rund um die, zugegeben, nervige Kitaplatzsuche. Bei uns haben alle Redaktionseltern einen Kitaplatz bekommen – und zwar in Prenzlberg, Kreuzberg, Friedrichshain und Potsdam. War natürlich nicht einfach. Was wir dir empfehlen können …

Früh anfangen mit der Planung

„Als ich 2015 bei einem Infotag mit meinem gerade krabbelnden Knirps zwischen lauter Schwangeren stand, dachte ich mir: Mist, das hätte ich mal früher angehen sollen – dabei fand ich mich eigentlich vorbildlich engagiert. Bis eben zu diesem Termin“, erklärt Tina. Wer also zu diesem Zeitpunkt schon über die Schwangerschaft hinaus ist – sorry, Pech gehabt! Nein, im Ernst: Da spielen schon auch noch andere Faktoren als das überfrühe Auf-der-Matte-stehen mit rein! Fakt ist aber: Wer ein Sommer-Kind erwartet, sollte für einen Platz im Folgejahr nicht bis nach der Geburt mit der Suche warten. Dann sind die Anmelde- und Wartelisten der Kitas nämlich meist schon voll und geschlossen.

Planung ist alles

„Ich habe mir eine Excel-Liste angelegt und notiert, was bei welcher Einrichtung erforderlich ist – und wann“, sagt Tina. „Schließlich wollen die einen, dass man alle drei Monate mal anruft und sein Interesse bekundet, um dann immer wieder einen Stempel auf seinen Antrag zu kriegen (fühlt sich ein bisschen so an wie in der Grundschule). Die anderen hätten gern, dass man sich nur meldet, wenn man nicht mehr möchte. Dann aber bitte persönlich. Von wieder anderen hört man einfach ein Jahr lang gar nichts und das einzige was man tun kann, ist: zu Infotagen gehen, bei denen sich die Eltern gegenseitig auf die Füße treten und jedem die Hoffnungslosigkeit ins Gesicht geschrieben steht (Stichwort: Waldorf).“ Selbst für diese Kitabesichtigungen musst du dich frühzeitig anmelden und die Termine oft telefonisch erfragen.

Engagement und Timing

Auch die Kitas wissen, dass Eltern sich auf der Warteliste von so ungefähr jeder Einrichtung im Umkreis vermerken lassen. Sie wissen aber auch: Wer es mit einer Einrichtung wirklich ernst meint, von dem hört man sicher noch einmal. Egal ob bei einem persönlichen Besuch auf dem Hoffest, in der kitaeigenen Krabbelgruppe oder einfach am Telefon. Dabei gilt leider wie immer: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Am besten du lässt von dir hören, wenn die Kitaleitung gerade die Plätze vergibt – zugegeben, das ist Glückssache. Meist ist das aber zwischen Januar und April. „Wir haben uns im Voraus erkundigt, wann die Plätze für die Kita ungefähr vergeben werden. Und haben tatsächlich genau in dem Moment bei der Kita angerufen, als die Leitung die Bewerberliste vor sich hatte. So haben wir mit einer Mischung aus Glück und Verstand den Platz bekommen“, sagt Redaktions-Papa Nikolaus über seine Suche 2016.

Aber kein Überengagement

Sei, wie du bist! Das ist authentisch! Klar, bei einem persönlichen Gespräch hilft es zu wissen, warum du ausgerechnet in dieser einen Kita landen möchtest. Aber das schlagende Argument darf auch schlicht die Nähe zu deiner Wohnung sein. Wenn es dir nicht liegt, Klinken zu putzen, dann tue es auch nicht! Wir haben alle auch einen Platz bekommen, ohne Kuchen zu backen, übertriebene Bewerbungen zu schreiben und Süßholz zu raspeln. Ehrlich. Julia sogar genau deswegen: „Bei unserer Kita ist für die Anmeldung eigentlich nur ein Online-Formular vorgesehen. Ich war von den Bewerbungsansprüchen anderer Kitas so verunsichert, dass ich trotzdem durchgerufen und nachgefragt habe, ob ich mich regelmäßig melden muss. Das Telefonat gipfelte in den Austausch darüber, wie genervt Kitas von Bestechungsversuchen mit Kuchen und Co. sind und wie wenig ich mich daran beteiligen möchte. Siehe da, mein Name auf der Liste hatte plötzlich auch eine Stimme und Persönlichkeit.“

Beziehungen spielen lassen

Hört sich vielleicht blöd an. Aber am Ende hilft es dir, jemanden zu kennen, der dich empfiehlt. Schon klar, darauf können nicht alle Eltern setzen und es ist unfair für alle, die niemanden kennen. Aber wenn der Zögling deiner Schwester, der Nachbarn oder des besten Freundes schon in deine Wunschkita geht, sollten sie deinen Namen auf jeden Fall bei der Leitung fallen lassen. Oder dich mal mitnehmen, wenn sie ihr Kind abholen.

Thema Wishlist

Klar denkt man sich, lieber zu viele Kitas angehen als zu wenige. ABER: Würde jeder 20 Kitas anschreiben und theoretisch 19 wieder absagen müssen, können auch die Kitas einfach null planen und die Warteliste ist einfach auch nur theoretisch so lang. Besser ist es, sich sieben gute direkt in der Nähe auszusuchen und bei denen dranzubleiben. Bleib außerdem fair und sage wirklich bei allen anderen ab, wenn du irgendwo einen Platz hast.

Ein Beitrag geteilt von Momdays (@momdaymag) am Sep 25, 2017 um 6:36 PDT

Kitagutschein zur Hand haben

Der Kitagutschein regelt, ob und für wie viele Stunden am Tag dein Kind in einer Einrichtung betreut werden darf. Das Dokument beantragst du beim Jugendamt, maximal neun Monate und mindestens acht Wochen vor dem Kitastart. Wer den Schein so früh wie möglich in der Hand hält, hat oft bessere Chancen auf eine Zusage. Den Gutschein brauchen die Kitas nämlich unbedingt, um dein Kind aufnehmen zu können – und geben den Platz im Zweifel manchmal lieber einem Kind, für das der Betreuungsumfang schon geklärt ist. Aber Achtung: Der Bescheid verfällt auch. Wenn du also ab August einen Platz brauchst (früher nehmen die allermeisten Kindergärten sowieso niemanden auf), dann stelle den Antrag zum Ende des Vorjahres. Ist der vollständig, geht die Bearbeitung fix.

Platzbörse checken

Kennst du schon diese Seite hier: www.daks-berlin.de ? Dort wird alle 14 Tage das aktuelle freie Angebot in Kinder- und Schülerläden nach Bezirken sortiert eingetragen. Ist ein bisschen wie Online-Dating: Suchen Mädchen, geb. 2014 zum Beispiel. Einen Überblick über alle Einrichtungen in deiner Nähe bekommst du auf der Seite des Berliner Senats für Jugend und Familie. Dort sind auch die jeweiligen Träger oder der pädagogische Ansatz aller Häuser gelistet.

Platz vom Jugenamt

Wenn du selbst einfach keine Betreuung für den Nachwuchs findest, hilft dir dein zuständiges Jugendamt bei der Suche. Nachdem alle Kitas ihre Zusagen verschickt und andere Eltern die Verträge unterzeichnet haben, werden dort nämlich alle noch freien Plätze gemeldet und gesammelt. Gerade weil so viele Eltern sich doppelt und dreifach bewerben, ist am Ende vielleicht doch noch ein Platz in deiner Nähe frei. Wenn du weniger Glück hast, wird dir ein freier Platz im Nachbarbezirk zugewiesen. Immerhin. Eine zumutbare Anreise zum Kindergarten darf mit den Öffentlichen aber nicht mehr als 30 Minuten dauern.

Tagesmutter/Tagesvater als Ersatz

Ja, das ist kein Kitaplatz, richtig! Auch zeitentechnisch bei weitem nicht so flexibel. Aber zur Überbrückung, bis dann der Kitaplatz genehmigt oder gefunden wird, ist es definitiv eine prima Alternative. Und fürs Kind ist das tägliche Spielen in einer so kleinen Gruppe eine tolle Erfahrung, wie wir selbst bestätigen können. Wir hätten übrigens auch nie gedacht, dass das klappt, weil natürlich praktisch auf eine Tagesmutter/einen Tagesvater hunderte von Bewerbern kommen. Wir können nur sagen: Probieren lohnt sich! Anrufen! Hingehen! Diese Kindertagespflege gibt’s übrigens auch mit dem Kitagutschein. Solltest du auf diese Weise auch niemanden finden: Fehlt der Kitaplatz oder die Kindertagespflege in deiner Nähe nachweisbar, dann erstattet das Bezirksamt die Kosten für eine Betreuung, die du dir selbst gesucht hast, die sogenannte „selbstbeschaffende Hilfe“.

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