Einrichtungsberatung

Kleiner Raum ganz groß: Wie du den Platz in deiner Wohnung optimal nutzt

Warum nicht mal im Bett essen und auf dem Schrank schreiben? So sparst du Platz und gewinnst Raum.
Warum nicht mal im Bett essen und auf dem Schrank schreiben? So sparst du Platz und gewinnst Raum.
Wenn das Gehalt nur füs WG-Zimmer reicht oder Nachwuchs kommt, ist Anja Ring die richtige. Als Einrichtungsberaterin hilft sie weiter, wenn der Platz eng wird. Wir haben sie um Ihre Interieurexpertise gebeten und wollen am liebsten gleich selbst zu Hause eine Runde Möbelrücken.

Wer auf wenig Platz viel(e) unterbringen muss, ist mit einer ökologisch und ökonomisch effektiven Einrichtung gut beraten. Hier kommen fünf Tipps von der Einrichtungsexpertin:

Spiele mit dem Grundriss!

Was eigentlich nahe liegend ist, probieren doch die wenigstens zu Hause selbst aus: Die Platzierung der Möbel einmal zu überdenken. Weil das natürlich Arbeit ist, empfiehlt Anja Ring Folgendes und macht es für Ihre Beratungen entsprechend selbst: Du nimmst dir den Grundriss deiner Wohnung/deines Zimmers und überprüfst, ob die Abmessungen stimmen. Dann überlegst du, welche Möbel definitiv bleiben und notierst ihre Maße. Anschließend zeichnest du sie maßstabsgetreu als Skizzen auf Transparentpapier und positionierst sie im Grundriss in allen möglichen Konstellationen und Zimmern. „Was am Ende gefällt, probiert man dann aus“, sagt Anja und beruhigt die Skeptiker: „Diese Neuordnung ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Du solltest ihr aber circa zwei Wochen eine Chance geben.“ In der Zeit gewöhnt man sich daran und findet garantiert heraus, ob es auf Dauer gefällt. Wenn nicht, probiert man weiter.

Funktioniere Möbel um und nutze sie aus!

Du musst nicht denken, dass du für eine Neuanordnung auf wenig Raum, alles rausschmeißen und durch teure, weil maßgeschneiderte Alternativen ersetzen musst. „Oft können vorhandene Möbel noch wunderbar woanders genutzt werden“, sagt Anja. Zum Beispiel ein offenes Regal, das vom Eingangsbereich als Raumtrenner in das Schlafzimmer wandert. „Das spart Geld, das man dann vielleicht für ein einziges neues Möbel einsetzen kann.“ Um Platz in Schränken optimal zu nutzen, kann man zusätzliche Böden nachkaufen oder im Baumarkt zuschneiden lassen. „Hört sich banal an, wird aber oft nicht praktiziert und Stauraum damit verschenkt.“

Belege Bereiche doppelt!

Wenn der Platz sehr begrenzt ist, kann man Räume zeitlich versetzt nutzen: Ein Elternschlafzimmer kann tagsüber von einem Kind als Aufenthaltsbereich genutzt werden.

Hinterfrage Plätze für Funktionen!

Oder wie Anja es nennt: „Konventionen hinterfragen und Funktionsbereiche definieren“. Arbeitest du beispielsweise mit dem Laptop ausschließlich auf dem Sofa, ist ein Schreibtisch gar nicht nötig. Der Drucker kann dann überall stehen, z.B. hinter einer Tür im Regal. „Schon wieder Platz gespart!“, weiß Anja.

Lass Platz frei!

Ein großes Zimmer – das kann auch ein großer Flur sein – ergibt einen großzügigen Eindruck für die gesamte Wohnung, auch wenn die restlichen Zimmer klein sind. Dieses Prinzip kann man auch auf „Räume“ in Zimmern übertragen. Ein Beispiel aus Anjas Praxis: In einer 1-Zimmer-Wohnung sind fast alle Flächen voll möbliert, bis auf den eigentlichen Wohnbereich. Hier stehen nur zwei Sessel auf einem großen Teppich, der den „Raum“ markiert. „Man hätte hier auch ein Sofa, sogar ein Ecksofa stellen können,“ sagt Anja. „Aber dieser freie Platz lässt aufatmen.“

Bevor es losgeht, empfiehlt Einrichtungsberaterin Anja Ring sich generell ein paar Fragen zu stellen, mit denen du deinen Wohn-Lösungen selbst schon näher kommen kannst.

Was kann weg? Manchmal ist es sinnvoll damit zu beginnen. Heutzutage haben viele Menschen sehr viele Dinge. Das kann belastend sein, der erste Schritt zu einer harmonischen Wohnung ist dann das Aufräumen bzw. Entrümpeln. Erst wenn man weiß, wie viele Dinge man wirklich unterbringen muss, kann man die passenden Möbel wählen.

Welche Möbel will ich behalten – und warum? Sind sie wirklich noch nützlich und schön? Mag ich sie noch oder behalte ich sie nur, weil sie einmal teuer waren? Oder meint meine Mutter, dass ich das Familienerbstück unbedingt behalten muss? „Die beste Frage, um zu wissen, ob man etwas behalten sollte: Hebt das meine Energie oder stiehlt es sie mir?“

Wo sind „Wege“ und „Räume“ im Zimmer? Welche Funktion benötigt das meiste Tageslicht? Wohin will ich sehen, wenn ich sitze oder liege? Wo im Raum fühle ich mich wohl? Will ich den Raum mit gestalterischen Mitteln größer, höher oder auch kleiner erscheinen lassen?

Anja Ring bietet ihren Service aktuell auch online an. Am liebsten plant sie mit ihren Kunden allerdings zusammen vor Ort, damit diese ihre Ideen gleich gemeinsam ausprobieren oder verwerfen können. Erst im nächsten Schritt kommen passende Möbel, Farben, Beleuchtung und Textilien zur Sprache. Eine max. 2,5 stündige Beratung zur Konzeptentwicklung inkl. Anfahrt kostet innerhalb Berlins  350 Euro. Für alle weiteren Beratungsleistungen (z.B. konkrete Produktauswahl, Farbberatung, Handwerkervermittlung und -abstimmungen) erstellt sie ein Angebot.

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