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Aus alt mach neu: Berliner Kiezkneipe wird zum coolen Loft

Aus alt mach neu: Berliner Kiezkneipe wird zum coolen Loft
Trotz Erdgeschoss ist die Wohnung schön hell.
Wohnen in einer ehemaligen Kneipe? Ein Berliner Architekt zeigt, wie mit starken Materialien und guter Lichtplanung ein Zuhause entsteht. Die Experten von Houzz, dem weltweit führenden Online-Plattform fürs Wohnen, Bauen und Einrichten, berichten.
Studio Swen Burgheim


VORHER:
Die Kneipe Schluckspecht war zwanzig Jahre lang eine typische Berliner Kneipe: urig, familiär, kiezig. Als sie vor zwei Jahren plötzlich zum Verkauf stand, entdeckte sie wohl genau der Richtige: „Ich habe ein paar Freunde, die dort früher gekellnert haben. Ich wusste um den Charme der großzügigen Fläche und schlug sie meinen Kunden direkt vor“, erzählt Architekt Swen Burgheim. Schon einen Tag nach der Besichtigung unterschrieb das Münchner Paar den Kaufvertrag – und Burgheim gab den Startschuss für die Entkernung. Umbaudauer: Sechs Monate.

NACHHER: „Eigentlich wollten die Bauherren eine Wohnung unterm Dach. Aber für die Kosten ist natürlich im Erdgeschoss viel mehr möglich. Als ich ihnen die Immobilie zeigte, waren sie gleich begeistert“, sagt Burgheim. Und dann hieß es: unten statt oben. Die abgehängte Decke wurde entfernt, so dass der Raum heute 1,50 Meter mehr Luft nach oben hat und jetzt insgesamt 5,20 Meter hoch ist. Damit Licht auch tief in die Räume eindringen kann, wurden in das Mauerwerk zwischen Küche und Wohnzimmer alte Industriefenster eingesetzt. Wenn es beim Kochen dampft und spritzt, kann man die Küche dennoch durch neu eingesetzte Flügeltüren schließen. „Ich achte immer darauf, dass ich bei Renovierungen in der jeweiligen Zeit des Baus bleibe. Die Türen sind zwar neu eingesetzt, aber historische Originale“, so Burgheim.

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„Durch die vier Meter hohen Fenster kommt viel Licht hinein. Und wenn man am Esstisch sitzt, kann man abends sogar den Mond sehen.“
Die historischen Schaufensterrahmen aus Stahl ließ Burgheim freilegen und sandstrahlen. Davor setzte er neue Fenster und ließ die alten Rahmen passend zu den neuen Fenstern mit einer Pulverbeschichtung in Anthrazit färben. So harmonieren sie außerdem mit den alten Industriefenstern, die Burgheim zwischen Küche und Wohnzimmer eingesetzt hat.
 


VORHER: „
Die meisten Architekten gehen von außen nach innen – ich von innen nach außen. Ich möchte die Immobilie für die Leute gestalten, dabei überlegen, wie sie leben wollen. Kochen sie etwa gern, rücke ich die Küche in den Mittelpunkt, so wie in diesem Fall“, sagt Burgheim.


NACHHER:
„Da das Paar keine Kinder hat, konnten wir bei der Gestaltung freier vorgehen und die Räume möglichst offen gestalten“, so Burgheim. Der vordere Bereich, also die Wohnküche, in die man auch gleich durch die Eingangstür gelangt, hat einen recht öffentlichen Charakter. Zwar grenzt er sich von der Straße durch einen für Friedenau typischen kleinen Vorgarten ab – wenn sie wollen, können Spaziergänger von außen aber Einblicke erhaschen.


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Die Küche ist von Häcker, die Arbeitsplatte aus Beton ließ der Architekt anfertigen. Die Industrie-Regale stammen aus einer alten Schlosserei aus Brandenburg. „Um die Kücheninsel herum haben wir uns für beschichteten Estrich entschieden. Es ist verrückt, wie irre teuer das in Deutschland ist. Für einen Quadratmeter zahlt man hier 150 Euro, in Kapstadt zum Beispiel, wo beschichteter Estrichboden gang und gäbe ist, nur 15. Es ist wie Gold gießen“, lacht Burgheim. Durch eine originale Bunkertür neben dem Regal, weiß lackiert, gelangt man in eine kleine Speisekammer.
 

Im Essbereich und dem Rest des Erdgeschosses wurden weiß geölte Eichendielen verlegt. Der Esstisch ist ein Entwurf von Burgheim aus alten Industrieböcken und einer Eichenplatte. „Früher habe ich die meisten Sachen auch noch selbst geschreinert. Mittlerweile arbeite ich aber da mit einem sehr guten Schreinermeister zusammen.“ Die Stühle sind ein Sammelsurium aus alten Industriestühlen und Designklassikern der Moderne, wie dem Eames Plastic Armchair oder Panton Chair (beides Vitra).
 

Wichtig war Burgheim und dem Bauherrenpaar ein gutes Lichtkonzept, auch am Abend. Über der Kücheninsel hängt an Ketten eine Leuchtenkonstruktion aus Ilu-Stahl und Röhren mit klarer Abdeckung, die der Architekt selbst entworfen hat. „Da haben wir geschwitzt, als der Elektriker zur Aufhängung die wackelige Leiter auf den Küchentresen gestellt hat“, lacht Burgheim. Den Esstisch rücken zwei originale Industrieleuchten aus DDR-Zeiten ins rechte Licht.

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Quelle: Houzz

Aus alt mach neu: Berliner Kiezkneipe wird zum coolen Loft, Südwestkorso 4, 12161 Berlin

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