Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Die Rückkehr von Alt-Berlin

Die Rückkehr von Alt-Berlin
Die Ausspanne ist gemütlich alt-berlinerisch eingerichtet, mit vielen Sammelstücken der Betreiberfamilie. Zur Foto-Galerie
Rosenthaler Vorstadt – Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und mehr. Diesmal isst sie in einer neuen Alt-Berliner Kneipe in der Kastanienallee.

Eines meiner Lieblingsbücher und später eine meiner Lieblingsserien im Fernsehen: Das Nesthäkchen. Die Geschichte spielt in Berlin kurz vor Beginn der 1920er Jahre. Ich habe den Stil des alten Berlins so sehr geliebt und würde so gerne eine kleine Zeitreise dorthin machen. Zum Leierkastenmann bis in die prunkvollen Hauseingänge der reichen Leute. An das Nesthäkchen fühle ich mich sofort erinnert, als ich die Ausspanne betrete. Ich höre quasi das Klappern der Pferdehufe vor dem Laden und liebe auf den ersten Blick das Rustikale und die einladende Gemütlichkeit.

Die Ausspanne ist ein neues Restaurant im Stil einer original Alt-Berliner Kneipe – allerdings ist der Laden ganz neu, im April erst hat er in der Kastanienallee in Mitte eröffnet. Er gehört zum Hotel Kastanienhof; der wiederum gehört der Familie Hauptmann. Vater und Opa Hauptmann fahren gerne durch Berlin und sammeln schöne alte Stücke, die der Ausspanne das typische alte Flair verleihen. Unter anderem eine Orgel von 1903, die in der oberen Etage des Restaurants steht. Natürlich gibt es überall alte Schilder von Brauereien. Sogar eine Lampe vom Ur-Urgroßvater, einem Berliner Fleischer, hängt hier. Früher hing sie direkt in der Fleischerei und ist immer noch toll erhalten.

Vegetarisch auf Anfrage

Süß-saure Eier in der Ausspanne ©Jänicke
Auf der Speisekarte der Ausspanne stehen hauptsächlich Fleischgerichte, natürlich typisch deutsche Küche. Das stellt ein Problem dar. Meine Freundin Felina, die ich dabei habe, ist Vegetarierin. Wir fragen Andre Pilz, den Küchenchef, ob er denn eine Alternative anbieten könne. Er ist wie ich großer Fleischfan mit Hang zu Schmorgerichten, bietet aber freundlich an, süßsaure Eier zu kochen, mit Nussbutterstampf und Babyspinat. Das klingt sogar nach etwas, was ich sofort gewählt hätte, wenn mein Auge nicht schon auf die Rinderroulade mit Rotkohl, Apfelkompott und Klößen gefallen wäre.

Als Vorspeise präsentiert er erst eine Kürbissuppe mit Pumpernickelkrokant, dann einen sensationellen gebackenen Kräuterseitling mit Erbsen-Quittenragout, und nach dem Hauptgang teilen wir noch einen Blaubeerkaiserschmarrn. Wir sind sehr, sehr satt. Andre Pilz nimmt sich Zeit für uns, erzählt, dass er selbst irgendwie auch zur Familie gehört. Vor zwölf Jahren fing er im Kastanienhof als Praktikant an, heute ist er Küchenchef.

Die Karte wechselt alle fünf Wochen, das nächste Highlight wird die Martinsgans sein. Pilz bezieht seine Produkte aus der Region, liebt es, ein bisschen Pep in klassische Gerichte zu bringen.

Noch ist die Ausspanne ein wirklicher Geheimtipp, aber die Qualität des Essens und die Gemütlichkeit der Location werden sich herumsprechen. Und ich zum Beispiel muss ja auch die süßsauren Eier noch probieren.

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Ausspanne, Kastanienallee 65, 10119 Berlin

Telefon 030 44305199

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Täglich ab 16 Uhr

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