Köpenicker Jugendclub

ABC-Rocks soll weiterrocken

Schon im Juni wurde gegen die Schließung demonstriert.
Schon im Juni wurde gegen die Schließung demonstriert.
Nicht nur Knorkator und die Puhdys sind entrüstet. Auch sonst kämpfen viele dafür, dass der Köpenicker Jugendclub ABC-Rocks erhalten bleibt.

Ein großes Protestplakat mit den Worten „ABC-Rocks erhalten“ hängt über dem Eingang des Jugendclubs. Hier in der Nähe des S-Bahnhofs Hirschgarten, wo die Berliner Bands Knorkator, City, Puhdys und Bell Book+Candle mal angefangen haben, gehen bald die Lichter aus. Die Einrichtung, die für Generationen von Jugendlichen über 60 Jahre lang wie ein zweites Zuhause war, soll im Dezember geschlossen werden.

Dem Bezirk Treptow-Köpenick mangelt es an finanziellen Mitteln, zu teuer sei der Jugendclub in der Hirschgartenstraße, heißt es. „Das ABC Rocks kostet im Jahr mit 270.000 Euro so viel, wie zwei Jugendeinrichtungen zusammen“, erklärt Jugendstadtrat Gernot Klemm (Linke). Seiner Aussage zufolge gibt es bei den Zuweisung des Senates für Jugend ein Defizit von 1,2 Millionen Euro. Zwar sei schon ein Teil eingespart worden, aber für das kommende Jahr fehlten noch weitere 700.000 Euro. Daher beschloss die Bezirksverordnetenversammlung, den traditionsreichen Jugendclub zu schließen.

Eine bewegte Vergangenheit

Die Sofas im vorderen Bereich des Clubs, wo die Jugendlichen Fernsehen können, sind durchgesessen, die Farben ausgeblichen. Die Lampe über dem Billardtisch macht den Anschein, als hinge sie hier seit Eröffnung des Clubs in den 50er Jahren. Es gibt Räume für Ballettunterricht und einen Veranstaltungssaal, in dem auch einmal im Monat eine Disko für Menschen mit Behinderungen stattfindet.

Christoph Weingart ist der Sprecher von „ABC Rocks erhalten“, einer Initiative, die Nutzer ins Leben gerufen haben, um die Schließung zu verhindern. Dass es diese wichtige Institution des Bezirks bald nicht mehr geben soll, will er noch immer nicht glauben. Bisher haben jedoch alle Vorschläge der Initiatoren nichts ausrichten können. Einen Verein wollten sie gründen, Teile des Hauses übernehmen, Strom und Wasser aus eigener Tasche bezahlen. Das sei nicht ausreichend, hieß es von Seiten des Bezirks. Auch Christoph Weingart weiß, dass der Jugendclub dem Bezirk eigentlich zu viel Geld kostet. „Das ist das Ergebnis jahrelanger Misswirtschaft des Landes Berlin.“ Selbst er und die Mitstreiter glauben nicht mehr daran, dass sie die Schließung noch abwenden können. Jugendstadtrat Klemm will zumindest allen Nutzern andere Räume als Alternative zum ABC-Rocks anbieten.

Die letzte Hoffnung ist jetzt, dass sich noch ein freier Träger findet, der den Jugendclub übernimmt.


Quelle: Der Tagesspiegel

ABC-Rocks, Hirschgartenstraße 14, 12555 Berlin

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