Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Eine Ode an den Winter

Eine Ode an den Winter
So schöne Blumen und Deko gibt es bei Blumenfisch. Zur Foto-Galerie
Schönhauser Allee - Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten Radiomoderatorinnen der Stadt. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diese Woche hat sie einen besonderen Blumenladen entdeckt.

Es wird Winter. Den mag ich. Ich habe viele Freundinnen und Freunde, die dem Winter nichts abgewinnen können. Er ist zu grau, zu kalt, zu lang. Wie ein Gast, der nur mit bestem Benehmen (viel Sonne, viel Schnee) geduldet wird, ist er nicht länger als ein paar Tage willkommen. Dabei macht mich persönlich der Sommer viel wahnsinniger. Kaum ist es warm und der Himmel blau, fangen meine Freunde hysterisch an, Dinge an frischer Luft zu unternehmen. Boot fahren! Am See liegen! Party an der Strandbar machen! Braun werden, auch wenn nur die Beine aus dem Fenster des dritten Stocks gehangen werden! Ich stehe permanent unter dem Druck, etwas unternehmen zu müssen, um nichts zu verpassen. Dabei schlafe ich besonders bei Sonnenschein am besten mittags mit runtergelassenen Rollläden. Ich schaue am liebsten DVDs, während das Café am Neuen See aus allen Nähten platzt und esse in der größten Hitze am liebsten eine fette Currywurst mit Pommes. Mal ganz abgesehen von den vielen Dingen, die ich nicht tun kann, weil sie eine Bikinifigur erfordern, es sei denn, ich will einen leichten, aber intensiven Würgereiz erzeugen, wenn ich mich mit kurzen Hosen durch die Fußgängerzone wälze. Außerdem bin ich im Dezember geboren. Ich bin ein Winterkind.

Der Duft von gebrannten Mandeln. Dieses wattebepackte Gefühl, wenn eine Erkältung sich anschleicht, aber zu schwach ist, gegen meine Winterlust anzukämpfen. Das KaDeWe mit seiner unfassbar schönen Dekoration. Sinatra im Radio, sogar bei Sendern, die vermuten lassen, dass die Moderatoren diesen Namen erstmal googlen müssten. Gänsebraten. Rotwein. Freunde am Wohnzimmertisch im gedämpften Licht. Kerzenschein. Glühwein. Und dieser einmalige Blick nach innen. Wenn der Blick im Nebel nicht schweifen kann, sondern sich zurückzieht. Nie komme ich auf so tiefsinnige, reflektierende, medititative Gedanke wie im Winter.

Wunderschöner Winterladen

Und so, in mich blickend, stolperte ich über einen wirklich wunderschönen Winterladen in Mitte. Blumenfisch – den Namen mag ich. Ich liebe Blumen. Weihnachtssterne habe ich gern. Gerbera. Rosen. Ich mag weiß und rot. Ich betrete den Laden. Zauberhafte Gestecke, Kerzen, Wäschedüfte, kleine Geschenkideen und ein wahrhaft zauberhaftes Personal. Ich stelle hundert Fragen und bekomme hundert nette Antworten. Obwohl ich eine übermäßig neugierige, anstrengende Kundin bin. Mir fällt auf, dass es überall Hinweise auf „VIA – Werkstätten“ gibt. Was es damit auf sich hätte. „Also das ist ein Projekt, bei dem – unter anderem – psychisch kranken Menschen geholfen wird, zurück ins Leben zu finden,“ sagt die freundliche Floristin. Und zeigt auf ein kleines Gesteck. „Sowas zum Beispiel wird gefertigt, unter Anleitung.“

Ich liebe grundätzlich das Gute. Wer nicht? Und dann auch noch mit einem so reizenden Ergebnis! Ich schaue mich um. Und will natürlich alles haben. Dänische Kerzen, rote Sträuße in dekorierten Flaschen, Keramikhirsche. Ich entscheide mich für die bestriechende Kerze, die ich im Laden, und wahrscheinlich darüber hinaus, finden kann. „Haven“ von „Greenleaf“. Diese Firma kannte ich vorher noch nicht. Die Kerze riecht nach „Zuhause angekommen sein.“ Sie steht jetzt auf meinem Nachttisch und macht mich glücklich. Weil sie nach allem riecht, was ich am Winter liebe. Gemütlichkeit. Auf der Couch sitzen, die Knie anziehen und bei einem heißen Tee einen Horrorfilm gucken. Ich wäre das perfekte wandelnde Klischee. Ohne den Horrorfilm.

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

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