Steglitz
Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Schon mal Kekse getauscht?

Schon mal Kekse getauscht?
Zur Foto-Galerie
Steglitz - Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten Radiomoderatorinnen der Stadt. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diese Woche geht's ums Wichteln und um "cookie swap"-Partys.

Dass der Winter meine Lieblingsjahreszeit ist, hatte ich wohl schon erwähnt. (Was mir viel Häme einbringt. Ich könnte ja auch an den Nordpol ziehen, wenn ich das so toll finde. Oder einen Pinguin heiraten.) Mensch, ich finde es natürlich schön, in Flip Flops das Haus zu verlassen und nicht im Zwiebellook zur Arbeit zu gehen. Aber der Winter ist wie eine graue Kuscheldecke, unter die ich mich packen kann, wenn mir die Welt draußen zu viel wird. Das Einzige, was ich völlig vergessen habe, ist Weihnachten. Meine Freunde schmücken, dekorieren, backen, organisieren, kaufen. Ich habe es gerade mal geschafft, einen Weihnachtsstern im Discounter zu besorgen. Den man übrigens dringend außer Reichweite seiner Haustiere aufstellen sollte. Und möglichst nicht anfassen. Pures Gift. Aber hübsch. Ich habe es in diesem Jahr nicht mal geschafft, „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ zu sehen. Auweia.

Kekstausch-Party und die Idee für den perfekten Männerspielplatz

Nun bekam ich vor ein paar Tagen eine Einladung zum „cookie swap“ – einer Veranstaltung, die aus Amerika zu uns geschwappt ist. Man backt etwa 100 Kekse. 50 reichen. Diese Kekse nimmt man mit zu einer Party, zu der etwa 20 Leute geladen sind. Alle haben 50 bis 100 Kekse gebacken, natürlich jeweils nur eine Sorte. Ich sehe Kekse von irgendeiner Petra oder Karin, Adele oder Miriam, die mir gefallen. Ich gebe also zehn Kekse ab und nehme mir zehn Kekse weg. Das führt dazu, dass ich am Ende der Veranstaltung ganz viele verschiedene Kekse mit nach Hause nehme, und nicht den Stress habe, daheim stundenlang mit verschiedenen Keksmischungen und Rezepten hantieren zu müssen und mich trotzdem bis Weihnachten an den unterschiedlichsten Sorten erfreuen kann. Dieses Event fand im Familiencafé brambilla in Steglitz statt. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine Kinder habe, oder alternative Einrichtungen ohne Disneyflair nicht mag, mein Fall war es nicht. Warum ich trotzdem darüber schreibe: Die Veranstalterin, eine junge Mutter, liebt dieses Café. Man kann sich mit anderen Müttern austauschen, die Kinder können mit anderen Kindern spielen, und wenn was verkleckert wird, landet es nicht im eigenen Wohnzimmer, sondern in einem Großraumtobeplatz, den am Ende des Tages andere Menschen sauber machen. Sofort will ich auch einen lustigen Indoorplatz eröffnen. Für gestresste Ehemänner. Es gibt eine Playstation, einen Stapel Grillmagazine, halbrohes Fleisch und eiskaltes Bier. Burger, die so groß sind, dass man sie nicht bezahlen muss, wenn man sie schafft, irgendwas mit Feuer machen und man muss, egal was, nie die Schuhe ausziehen. Außerdem gibt es viele scharfe Saucen und ganz viele Folgen „Game of Thrones.“ Hach, ich wäre die Erfinderin des perfekten Männerspielplatzes!

Zurück zu Weihnachten. Ich liebe das Wichteln. Weil es so viele verschiedene Arten gibt. Früher zog man einen Namen, kaufte was Blödes, bekam was Blödes und hatte maximal extra Weihnachtspapier, in das man dann Vaters Krawatten wickeln konnte. Heute ist das Wichteln raffinierter. „Verschenke etwas, das hochwertig ist, aber nur rumliegt bei dir, weil du es nicht benutzt. Du darfst nichts kaufen.“ Ich habe damals eine wahnsinnig teure Kette bekommen, die mein Chef weggab, weil sie seiner Frau nicht gefiel. BINGO! Ich liebe die Kette! Dieses Jahr mache ich mit beim Wein-wichteln. Ich liebe Rotwein und mein Lieblingswein ist der „Directors cut“ von Coppola, den es nur selten in Berlin gibt. Den werde ich bei  http://winewichteln.com/ verschenken und hoffen, dass ich einen anderen, tollen Rotwein bekomme. Was mich an eine private Feier erinnert, die ich mal veranstaltet habe im Winter. „Rotwein und Schokolade.“ Jeder brachte seinen Lieblingsrotwein mit und seine Lieblingsschokolade. Und dann wird gekostet und genossen. Na, ich weiß schon, wie ich die Adventszeit bewältige. Ideen habe ich genug. Auch, wenn auf meinem Fensterbrett nur ein einziger Weihnachtsstern aus dem Discounter steht. Einen schönen, zweiten Advent!

Foto Galerie

brambilla - das Familiencafé, Erlenstraße 20, 12167 Berlin

Telefon 030 95615345

Webseite öffnen
E-Mail schreiben


Sonntag bis Freitag von 09:30 bis 18:00 Uhr

brambilla - das Familiencafé

Screenshot der Website www.brambilla-familiencafe.de

Weitere Artikel zum Thema Food, Kultur + Events

Kultur + Events | Wohnen + Leben

Top 10: Berliner Nörgelthemen

Berliner jammern gern. Und weil das Wetter und die lieben Nachbarn einfach zu wenig hergeben, […]
Ausstellungen | Kultur + Events | Museen

Kunstwerke anfassen erwünscht!

Edward Munchs "Der Schrei" und Mona Lisas Lächeln sind ohne Frage Kunstwerke – mit dir […]
Kultur + Events | Theater

Gerlinde bei den Wühlmäusen

Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ verrät sie jede […]