Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Steak vs. Schnitzel

Steak vs. Schnitzel
Auf ein Schnitzel im Wien Mitte. Zur Foto-Galerie
Schönhauser Allee/Ackerstraße - Gerlinde Jänicke ist eine der bekanntesten Radiomoderatorinnen der Stadt. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diese Woche geht's um die pure Fleischeslust.

Ich esse wirklich gerne Fleisch. Mein Essverhalten hat sich in den letzten Jahren verändert. Fast Food mag ich nicht mehr und billiges Fleisch kaufe ich auch im Laden nicht. Und es geht auch mal ein paar Tage ohne. Aber ich bin im Grunde meines Herzens ein Höhlenmensch und so ein schönes Stück Filet, zusammen mit einem guten Rotwein, oder ein Schnitzel mit einem eiskalten Bier…ach ich könnte schon wieder. In Mitte und Prenzlauer Berg habe ich zwei Läden gefunden, bei denen ich unfassbar gutes Fleisch bekomme. Und der Rest stimmt auch. Obwohl die beiden Restaurants unterschiedlicher nicht sein könnten.

Als Erstes ging es ins „Tauro“ in die Schönhauser Allee. Ein riesiger Laden. Typisch Tourist, der Berliner hat es eher gerne lauschig. Unten Tapas Bar, oben Steak House. Ich sitze mit einer Freundin und dem Chef des Hauses im ersten Stock an einem schönen Tisch. Ich mag das Licht hier, irgendwie ist die Atmosphäre so wie in Hollywoodfilmen. Gedimmtes Licht und alle sehen sehr, sehr schön aus. Gerd Spitzer ist ein Urberliner und eine wirkliche Marke. Sein winziger Dackel Tiffy, der auf seinem Arm sitzt, hat zu Hause ein eigenes Bett und einen Fernseher, in dem Zeichentrickfilme laufen. Weil Tiffy Zeichentrickfilme so mag. Und eine eigene Schneiderin hat Tiffy auch. Der Abend ist lustig, Spitzer erzählt witzige Geschichten, vor allem seine eigene ist spannend. Er ist der Vater der Tapas Bars in dieser Stadt, die erste hat er in den 90ern eröffnet. Der Laden lief von allein, der Bedarf war offenbar groß. Mittlerweile sind Tapas Bars und Restaurants, vor allem auch seine, nicht mehr aus Berlin wegzudenken.

Feiner Wein im Tauro. (c)Gerlinde Jänicke
Ich werde kulinarisch verwöhnt an diesem Abend. Es gibt Flanksteak. Oh Gott, wie lecker! Das Fleisch hat einen so weichen Buttergeschmack, was wohl von der Maisfütterung der Tiere kommt. Dazu gibt es ein perfektes Kartoffelpüree, Blattspinat und Bohnen. Ich bin eigentlich satt von der Rinderbrühe, die es vorher gab und dem Thunfischcarpaccio mit Zitronenmarmelade, den Pimientos, den Datteln im Speckmantel, dem köstlichen Pecorinokäse und der kräftigen Salami. Aber das Flanksteak rutscht, als wäre es ein herzhaftes Dessert. Ich muss wiederkommen. Es gibt Black Angus Steak, irische Ochsenbacken, US Prime Rib … wirklich alles, was das Fleisch-Herz begehrt. Mein persönliches Highlight war ein Glas Director’s Cut vom Weingut des Herrn Francis Ford Coppola. Vor einigen Jahren habe ich es in Kalifornien besucht und war so begeistert von seinen Weinen, dass ich zwei Flaschen zurück nach Hause flog. Überhaupt gibt es gute Weine. Die natürlich unten im Laden auch verkauft werden. Zusammen mit Schinken, Käse, Wurst und anderen Spezialitäten des Hauses. Das Restaurant ist wirklich riesig, aber ich hatte dennoch das Gefühl, einen sehr lauschigen Ort zu verlassen. Nach vielen, vielen Stunden köstlichster Völlerei!

Österreich mitten in Berlin

Ein paar Tage später geht es ins „Wien Mitte„. Ein österreichisches, relativ neues Restaurant in der Ackerstrasse. Ich fühle mich sofort hip. Einfach weil ich da bin, wo es voll cool ist zu sein. Hier ist das Licht heller, das Lokal ist kleiner und nicht so kuschelig wie das viel größere „Tauro.“ Und doch bin ich von der ersten Sekunde an verfallen. Ich habe fast alle Urlaube meiner Kindheit bei meiner Tante in Kärnten verbracht. Habe Kühe gemolken, mir die Knie blau geschlagen, die Fingernägel am Dreck abgewetzt, Hollerbrause getrunken und Schnitzel gegessen. Ich bin auf Hügel geklettert, hatte Zecken im Haar und war der glücklichste Mensch der Welt. Es gibt nur österreichische Speisen und Getränke. Ich bestelle natürlich ein Wiener Schnitzel.

Brettljause im Wien Mitte. (c)Gerlinde Jänicke
Vorher gibts eine Brettljause. Mit Wildschweinsalami, Käse und Bauchspeck. Den mag ich leider gar nicht. Der Rest ist herrlich und weckt Kindheitserinnerungen. Dann das Schnitzel. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich möchte dieses Schnitzel heiraten, mit ihm Kinder bekommen und mich täglich mit ihm einreiben. Ungefähr so kommt das hin. Die Panade ist knusprig und fällt nicht ab, das Fleisch schmeckt wirklich perfekt. Ohne Nachgeschmack, völlig unverfälscht. So, wie ich das von früher kenne. Original. Wenn ich nicht am anderen Ende der Stadt wohnen würde, wäre ich hier Stammgast. Zum Schluss gibt es noch einen Haselnuss-Schnaps. Naja. Zwei.

Ich bin froh, dass ich beide Läden gefunden habe. Ich mag gutes Fleisch, das bekomme ich sowohl da als dort. Genau wie ich es mag. Rotwein mit Steak und ein schönes Bier mit einem perfekten Schnitzel.

Guten Appetit. Mann. Ich könnte doch wirklich schon wieder.

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Wien Mitte, Ackerstraße 17, 10115 Berlin

Telefon 0157 72536324

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Montag bis Samstag von 16:00 bis 24:00 Uhr

Wien Mitte

Auf ein Schnitzel im Wien Mitte.

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