Kolumne Gerlindes Geheimtipps

Die Wonnen des Spreewalds

Die Wonnen des Spreewalds
Der Spreewaldkahn ist bereit zum Einsteigen. Zur Foto-Galerie
Gerlinde Jänicke ist Morgenmoderatorin bei 94,3 rs2. In ihrer Kolumne auf QIEZ.de verrät sie euch jede Woche exklusiv ihre liebsten Orte, besondere Events und noch jede Menge mehr. Diesmal geht es nach Burg - zum Kahn fahren, schlemmen und Schmalz kaufen.

Das Leben ist zu kurz für langweilige Wochenenden. Aber unser Leben wird sicherlich auch nicht länger, wenn wir nicht hin und wieder mal Auszeiten nehmen. Etwas über eine Stunde dauert es bis zu einem der Paradiese, die nicht nur was für Senioren sind, obwohl das vielleicht erst mal so klingt. Ich sitze im Auto auf dem Weg in den Spreewald. Ich will Schmalzstullen essen, Schmorgurken probieren und mit einem Kahn fahren.

Mein Weg führt mich zuerst nach Werben, zum „Landhotel Zum Stern“ von Peter Franke. Das ist so schön hier! Absolute Seebad-Idylle, fehlt nur das Meer. Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet und erinnern mich an meine Sommerferien in Kärnten in der Pension meiner Tante. Und weil die frische Landluft Hunger macht, setze ich mich auf die Terrasse des Hotels und lasse mich vom Küchenchef inspirieren. Hier wird alles frisch zubereitet und ich fahre auf deutsche Hausmannskost ab. Ich bestelle einen Blumenkohlsalat und, ganz klassisch, Matjes mit Kartoffeln und Remouladensauce mit Gurken, Äpfeln und Ei. Dazu gibt es hausgemachte Sauerkirschbowle. Das Essen schmeckt toll, der Service ist schnell und unglaublich freundlich.

Direkt neben dem Hotel ist eine offene Kirche, die ich mir ansehe, weil ich die Ruhe und die Würde in diesen Hallen, vor allem aber auch den Geruch der Kirchen so liebe. Eine Besonderheit: Die Decke ist mit Obst, Gemüse und Blumen bemalt. Ein buntes Häppchen Kultur! Peter Franke, der unglaublich lieb ist und herzlich, zeigt mir stolz seine Kräutermanufaktur um die Ecke. Hier, in diesem duftenden, kleinen Hexenhäuschen mitten in der Natur finden regelmäßige Werkstätten statt. Es wird Senf gekocht, Öle werden hergestellt, Marmeladen, Salze. Gekocht und gezaubert wird mit Managern, Kindern, Sterneköchen. Und alles wird der Jahreszeit angepasst. Von Kräutern und Lavendel und Rosenblättern bis zum Kürbis wird alles genutzt, was die Natur hergibt. Zurück zum Ursprung. Gesund, ohne Zusätze, eben alles natürlich.

Kahnfahrt mit Schnäpschen

Zurück im Hotel bestelle ich vor einer wirklich geruhsamen und schönen Nacht einen Teller Kartoffeln mit Quark. Ich bin pappsatt! Zudem habe ich zwischendurch noch im, laut Peter Franke, besten Eisladen des Spreewaldes, eine Kugel Quarkeis mit Leinöl bestellt. Superlecker!

Am nächsten Tag stehe ich sehr früh auf, ich will die erste Kahnfahrt des Tages in Burg mitmachen. Meine Freunde reisen aus Berlin an, die Bahnfahrt nach Lübben dauert auch nicht mal eine Stunde. Wir starten ab dem Hafen Waldschlösschen. Die Fahrt in dem Kahn dauert etwa zwei Stunden, wir haben viel Glück mit dem Wetter. Die Sonne scheint, wir gleiten lautlos durchs Wasser, die Natur ist unbeschreiblich schön. Wir sehen einen Bieberbau und einen Steinmarder, wollen sofort eines der zauberhaften Wassergrundstücke besitzen und grüßen die vorbeifahrenden Paddler. Wir essen Schmalzstullen, Salzgurken und trinken kleine Schnäpse, die auf dem  Tischchen auf unserem Kahn in einem kleinen Körbchen liegen. Die Ruhe ist ohrenbetäubend. Das muss man als Stadtkind erst mal wieder lernen. Dem Nichts zuhören. Unser freundlicher Fährmann Uwe beantwortet geduldig alle Fragen, die wir haben. „Wie viele Arten Fische gibt es hier?“ „Wie tief ist die tiefste Stelle?“ „Was für Touren gibt es?“

Nach dieser wundervollen Fahrt wird uns empfohlen, in der alten Pohlenz-Schänke zu Mittag zu essen. Unter alten Bäumen genießen wir „tote Oma“ aka „Grützwurst“ aka Blutwurst, dazu eine Weinschorle. Die Bedienung ist mittelfreundlich, das Essen gut, und unter dem Schatten der Bäume beobachten wir die vielen anderen Gäste, die genauso mittelfreundlich bedient werden wie wir, aber genauso glücklich erscheinen. Burg ist so ein wundervoller Ort. Ich fahre komplett erholt mit meinen Freunden und dem Hund zusammen wieder nach Hause und fühle mich rotwangig und gesund wie Heidi, nachdem sie den ganzen Tag auf der Alm verbracht hat. Ein bisschen dieser schönen und frischen Luft bringe ich mit nach Hause zurück. Und natürlich ein paar Töpfchen original Spreewälder Schmalz. Der Spreewald entspannt und macht glücklich. Einfach mal übers Wochenende hinfahren. Genießen. Auftanken!   

Foto Galerie


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Landgasthof und Hotel Zum Stern, Burger Straße 1, 03096 Werben
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