Lichterfelde, Steglitz
Senioren-Freizeitstätte in Lichterfelde

Ein Forum für aktive Ältere

Ein Forum für aktive Ältere
Das Kommunikationszentrum für Behinderte und Nichtbehinderte in Lichterfelde ist eine einladende Villa im Grünen. Zur Foto-Galerie
Nur Seidenmalerei und Töpfern in der Freizeit ist auch der älteren Generation viel zu langweilig. Deshalb wird im Kommunikationszentrum für Behinderte und Nichtbehinderte in Steglitz Wert auf ein vielfältiges Angebot an Kursen und Gruppen gelegt. Senioren können hier beispielsweise Spanisch und Englisch lernen, Yoga auf dem Stuhl machen oder zum Gedächtnistraining kommen.

„No, he doesn’t look the new movie.“ Ist das so richtig? In der Gruppe English Conversation im Kommunikationszentrum für Behinderte und Nichtbehinderte in Lichterfelde im Bezirk Steglitz wird jeden Montagmorgen fleißig gelernt. Einer der Kursteilnehmer ist Frank Eichberger.  „Ich übe mein Englisch eigentlich schon mein ganzes Leben lang und werde es nie lernen“, lächelt er. Er ist heute zum ersten Mal bei einem Kurs in der Freizeitstätte am Ostpreußendamm. „Meine Frau hat draußen am Haus den Anschlag gesehen, Englisch für Anfänger und da sind wir neugierig geworden. Wir wohnen außerdem gleich nebenan“, erzählt der 70-Jährige. Seine Frau Gisela (66) ergänzt: „Ich bin bisher immer mit großer Freude an dieser herrlichen Villa vorbei gelaufen und dachte mir immer: Hier gehst du mal rein. Ich bin ganz begeistert davon.“

Stammpublikum aus der Gegend

English Conversation-Kurs am Ostpreußendamm
Im letzten Jahr zählte das wunderschön im Grünen gelegene, denkmalgeschützte und behindertengerechte Haus insgesamt knapp 12.000 Besucher – die Zahl soll noch weiter ausgebaut werden. Die Teilnehmer sind 47 Jahre und älter, aber auch jüngere sind herzlich willkommen. „Wir würden auch einen 20-Jährigen nicht hinauswerfen“, erklärt Severin Leiteritz, die Leiterin der Senioren-Freizeitstätte. „Die bestbesuchten Kurse sind bei uns Rückengymnastik und Feldenkrais am Freitag, wenn auch mein kleiner Wii-Workshop wirklich erstaunlich gut angenommen wurde. Der Großteil der Besucher hier ist Stammpublikum.“

Zu dem zählt auch Helgard Rolke. Die 73-Jährige besucht die Kurse in der Villa schon seit 15 Jahren. „Meine Tochter hat damals gesagt, ich muss was für meinen Kopf tun. Die Leute hier haben mich sehr angesprochen, das Haus hat etwas an sich. Außerdem wohne ich hier am Ostpreußendamm um die Ecke.“

Der Aspekt der räumlichen Nähe ist gerade für ältere Menschen nicht unwichtig. Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf gibt es daher insgesamt sieben solcher kommunaler Freizeitstätten – mit vielfältigem und preisgünstigem Kurs-und Gruppen-Angebot, aber auch zahlreichen kulturellen Veranstaltungen. „Das Wichtigste ist uns, dass wir möglichst viele Menschen, an die sich unsere Angebote richten, auch erreichen, dass man im Bezirk und seinen Kiezen weiß, wo man – für jeden erschwinglich –  seine Freizeit angenehm verbringen kann“, meint Frau Gragnato, Sozialarbeiterin im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, Veranstaltungsdienst. „Gerade hier am Ostpreußendamm hat sich in dieser Hinsicht viel getan; unter anderem durch eine noch attraktivere Mischung an Gruppenangeboten und kulturellen Veranstaltungen sowie eine positive Mund-zu-Mund-Propaganda konnten wir hier viele neue und auch jüngere Besucher begrüßen.“

Die Nachfrage bestimmt das Angebot

2008 waren 54,5 Prozent der Bevölkerung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf älter als 50 Jahre. „Da der Anteil der über 50-Jährigen in unserem Bezirk der höchste in ganz Berlin ist und im Zuge der bekannten demografischen Entwicklung immer weiter ansteigen wird, ist es für uns eine besondere Herausforderung, dieser Entwicklung in all seiner Vielschichtigkeit Rechnung zu tragen“, erklärt Gragnato ihren Auftrag.

Insgesamt gibt es in der Begegnungsstätte in Lichterfelde vier Gruppenräume auf zwei Etagen, auch ein Labor, für die Fotogruppe und für Emaille. Im Erdgeschoss haben rund 15 Damen im Stuhlkreis Platz genommen und stampfen mit den Beinen – das ist die Gruppe Ganzheitliches Gedächtnistraining. Zudem findet gerade auch noch die Spanisch-Gruppe, die erst seit Januar dieses Jahres angeboten wird, statt. Geleitet wird sie von der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Frau Añaños. Sie erklärt: „Mir macht die Arbeit Spaß. Die Leute kommen hierher, sind bemüht, das wirklich zu machen. Ich muss sie nicht animieren. Das animiert mich wiederum sehr, hier Spanisch zu unterrichten.“

Foto Galerie

Kommunikationszentrum für Behinderte und Nichtbehinderte, Ostpreußendamm 52, 12207 Berlin

Telefon 7726055


Montag bis Donnerstag von 10:30 bis 17:30 Uhr | Freitag von 10:30 bis 15:30 Uhr

Kommunikationszentrum für Behinderte und Nichtbehinderte

Die denkmalgeschützte Villa ist eine Freizeitstätte für Ältere im Bezirk.

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