Berlin-Wilmersdorf

Kompromissidee für den Olivaer Platz

Kompromissidee für den Olivaer Platz
Bisher gab es am Olivaer Platz gut 120 Parkplätze.
Im jahrelangen Streit um die Neugestaltung des Olivaer Platzes wurde am "Runden Tisch" angeregt, 60 der 123 Stellplätze zu erhalten. Doch nicht alle Kritiker tragen diese Lösung mit.

Den Kompromissvorschlag will der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Marc Schulte (SPD) im BVV-Stadtentwicklungsausschuss erläutern (Mittwoch, 10. Juni, ab 17.30 Uhr im Rathaus Charlottenburg, Minna-Cauer-Saal). Drei Mal hatten sich Vertreter des Bezirksamts und der BVV-Fraktionen mit „Vertrauensleuten“ von Anwohner-Initiativen getroffen, die unterschiedlicher Meinung zur geplanten Neugestaltung des Olivaer Platzes nahe dem Kurfürstendamm für 2,5 Millionen Euro sind.

Der „Runde Tisch“ tagte vertraulich, Schulte will erst im Ausschuss etwas sagen. Von Beteiligten war aber schon zu hören, dass CDU, SPD und Grüne einen Kompromiss anstreben: Der Parkplatz für Autos soll nicht mehr ganz entfallen, von den 123 Stellplätzen könnten 60 bleiben. Außerdem sollen die Begrenzungsmauern der Grünanlage neben der Lietzenburger Straße verkleinert werden, um den Park übersichtlicher zu machen. Das Bezirksamt versprach, so wenig Bäume wie möglich zu fällen.

Mehrere Intiativen mit unterschiedlichen Ansichten

Dem Vernehmen nach zeigte sich die Mitbegründerin der Initiative „Olivaer Platz retten“, die Sozialwissenschaftlerin Cornelia Kirchner, grundsätzlich einverstanden. Doch es bleibt kompliziert, denn die Bürgerinitiative hat sich nach internen Querelen gespalten. Eine Gruppe um den früheren Chef der Berliner Flughäfen, Hans-Henning Romberg, wünscht weiterhin keine Änderungen außer einer Sanierung und besserer Pflege der Grünanlage. Romberg hatte eine Klage gegen den Bebauungsplan angekündigt, sobald dieser festgesetzt sei. Daran habe sich nichts geändert, sagt er. Auch eine am Olivaer Platz ansässige Anwaltskanzlei drohte mit einer Klage.

Nun wird es zunehmend unübersichtlich, weil gleich zwei kritische Initiativen existieren, die den selben Namen beanspruchen. Im April hatte die Mehrheit der Mitglieder Kirchner ausgeschlossen. Ihr oft scharfer Ton schade der Sache, hieß es. Daraufhin betonte Kirchner, sie habe einen Verein gegründet und sei dessen einzige rechtmäßige Vertreterin. Die vom Berliner CDU-Abgeordneten Stefan Evers und dem Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler (beide CDU) gegründete Webseite www.olivaer-platz-retten.de gehört nun ihr.

Evers sagt, er habe die „Übertragung der von mir für die BI aufgebauten Homepage an dieselbe bereits im frühen Oktober beim Provider beantragt“, als Kirchner „unbestritten“ die Hauptperson war. Wichtiger sei aber der Runde Tisch, der „konstruktiv und zielführend“ gearbeitet habe.

Die Umbaupläne gehen vor allem auf die erste Bürgerinitiative zurück, den „Förderkreis Neuer Olivaer Platz e.V.“ um die SPD-Politikerin Monica Schümer-Strucksberg. Sie war früher Referatsleiterin bei der Berliner Stadtentwicklungsverwaltung für das Projekt „Soziale Stadt“.


Quelle: Der Tagesspiegel

Kompromissidee für den Olivaer Platz, Olivaer Platz, Berlin
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