Johannisthal, Treptow
Montgolfier-Gymnasium

Lehrerprotest: Lage spitzt sich zu

Lehrerprotest: Lage spitzt sich zu
Leere im Klassenzimmer: Ähnlich sieht es auch am Montgolfier-Gymnasium aus.
Mehr und mehr Pädagogen des Montgolfier-Gymnasiums in Johannisthal haben sich krank gemeldet. Kollegen aus dem Bezirk helfen mittlerweile aus. Zudem werden Forderungen nach Änderungen in Berlins Schulpolitik laut.

Die Krise am Treptower Gebrüder-Montgolfier-Gymnasium weitet sich aus. Am Freitag haben sich auch noch der stellvertretende Schulleiter, pädagogische Koordinatoren und die Sekretärin krankgemeldet. „Um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten“, halfen benachbarte Schulen, einen Vertretungsplan zu erstellen. Für den heutigen Montag wurde eine Dienstbesprechung anberaumt, um die von der Bildungsverwaltung prognostizierte „schnelle Lösung“ des Problems zu finden.

Zwischen einem Großteil der Lehrerschaft und der Schulleiterin gibt es ein starkes Zerwürfnis. Auch Schüler und Eltern haben Vorbehalte wegen ihres Führungsstils, der als „diktatorisch“ oder „autoritär“ beschrieben wird. Vor einem Jahr war die Situation schon einmal aus den Fugen geraten. Die Schulrätin musste schlichten, sogar Brandbriefe kamen zum Einsatz. Doch der Streit kam zum Erliegen, weil die Leiterin rund zehn Monate krankgeschrieben war und erst vor einer Woche zurückkehrte.

Diskussion um Status von Rektoren

Elf Lehrer hatten sich Anfang letzter Woche krankgemeldet und wurden von der Behörde gebeten, zum Amtsarzt zu gehen. Dem Vernehmen nach haben diese inzwischen bei einigen Lehrern eine Erkrankung bestätigt.

Der Fall hat die Diskussion um den Status von Schulleitern erneut angestachelt. „Das Beamtenrecht muss reformiert werden. Es kann nicht sein, dass inkompetente Schulleiter jahrzehntelang in einer Schule verbleiben“, ließ die Interessenvertretung Berliner Schulleiter verlauten, ohne sich auf den konkreten Fall zu beziehen. Darüber hinaus fordert der Verband eine „verbindliche und zertifizierte Ausbildung nach definierten und einheitlichen Qualitätsstandards“. Zwar gebe es bei der Bildungsverwaltung „Bemühungen in diese Richtung“, die aber bei Weitem nicht ausreichten, erklärte Verbandschef Harald Kuhn.

Auch Abiturienten des Montgolfier-Gymnasiums bezogen Stellung. Die umstrittene Leiterin habe als Direktorin viele Fehler gemacht. Das habe sich auch in der Schülerzeitung niedergeschlagen, wo sie in einem Atemzug mit dem nordkoreanischen Diktator genannt worden sei. Grund dafür sei ihr Verhalten bei der Wahl des Schülersprechers gewesen, als sie eine Vollversammlung der Schüler behindert habe. Angelastet wird ihr auch, dass die Schüler erst spät darüber in Kenntnis gesetzt wurden, als sich in der Schule Schadstoffe aus dem Linoleumboden lösten. „Wir fühlten uns von ihr hintergangen“, beschreibt eine Abiturientin die Lage im Sommer 2011. So lasse sich auch begründen, dass sich jetzt nicht viele über die Rückkehr der Schulleiterin freuten.

Gebrüder-Montgolfier-Schule, Ellernweg 20, 12487 Berlin

Weitere Artikel zum Thema Ausbildung + Karriere

Ausbildung + Karriere

Die Schule des Lebens in Prenzlberg

Die Event- und Brandagentur muxmäuschenwild präsentiert dir hier regelmäßig eine spannende Adresse, ein tolles Produkt […]