Gruselshow Dungeon kommt nach Mitte

Mit Gänsehaut-Garantie

Das Gruselkabinett gibt es schon seit den 90ern - vor Konkurrenz fürchten sich die Macher nicht.
Das Gruselkabinett gibt es schon seit den 90ern - vor Konkurrenz fürchten sich die Macher nicht.
Ab Frühjahr 2013 kommt die Gruselshow Dungeon nach Berlin. In Mitte wird sie dann die Besucher auf 2500 Quadratmetern das Fürchtern lehren. Doch was hält die Macherin des Gruselkabinetts davon?

Furchteinflößende Gestalten, die durch düstere Gänge schleichen, Skelette, die mit Ketten rasseln, das Ganze verbunden mit ein wenig dunkler Geschichte: Das alles soll es ab Frühjahr 2013 in Berlin-Mitte geben. Die Merlin Entertainments Group will 15 Millionen Euro investieren und im Herbst mit den Bauarbeiten an der Spandauer Straße beginnen. „Wir warten nur noch auf die Baugenehmigung“, erklärt Firmensprecherin Nina-Kristin Zerbe.

Furcht auf 2500 Quadratmetern

Das Dungeon – übersetzt bedeutet das englische Wort so viel wie „Kerker“ – ist so etwas wie eine gruselige Geschichtsshow, ein Mix aus historischen Schauergeschichten, Showeinlagen und Fahrgeschäft. Das erste Dungeon eröffnete 1975 in London, inzwischen gibt es Ableger in acht Städten, darunter Edinburgh, Amsterdam und Hamburg. Überall mimen professionelle Schauspieler historische Persönlichkeiten und führen Besucher durch die Geschichte der jeweiligen Stadt, furchterregende Showeinlagen inbegriffen.

Als Location in Berlin dient ein leerstehendes Gebäude in der Spandauer Straße 2. Das Haus gehört der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH. 2500 Quadratmeter stellt das Unternehmen für die Gruselshow bereit. „Wir wollten etwas, das in die Gegend passt“, meint WBM-Sprecherin Steffi Pianka. „Das Dungeon ist Touristenattraktion und Entertainment zugleich.“

Alteingesessenes Pendant: das Gruselkabinett

Zunächst einmal tritt das Dungeon in direkte Konkurrenz zum Berliner Gruselkabinett am Anhalter Bahnhof in Kreuzberg. Marlit Friedland hat dort in einem ehemaligen Luftschutzbunker ihre Horrorshow eingerichtet. Besucher können sich auf drei Etagen gruseln und erschrecken lassen. Fünf Erschrecker treiben hier Schabernack, darunter Studenten, Teilzeitkräfte, aber nur ein einziger festangestellter Hausgeist – „Deutschlands einziger Vollzeitgeist“, wie Friedland sagt. Für sie gibt es keinen geeigneteren Ort für ihr Gruselkabinett: Die Atmosphäre des Bunkers sei duster, miefig und so „der ideale Nährboden für ungewöhnliche Geisterbegegnungen“.

Die Idee dazu kam Friedland in einem spanischen Vergnügungspark. Die gelernte Handwerksmeisterin wollte das auch: Bei Leuten eine Gänsehaut verursachen und nebenher ein bisschen Geschichte weitergeben. 1995 mietete sie den ehemaligen Luftschutzbunker am Anhalter Bahnhof, zwei Jahre später wurde das Gruselkabinett eröffnet. Der Hausgeist war von Anfang an dabei. Wie viele Besucher jährlich zu ihr kommen, verrät sie nicht.

Rivale oder nicht?

Friedland meint, die Pläne der Merlin Entertainments Group würden sie nicht überraschen. Sie habe schon vor zwei Jahren davon gehört, man kenne sich in der Branche. Als Konkurrenz sieht sie das Dungeon jedoch nicht, vielmehr sieht sie darin eine weitere Attraktion für Berlin. „Das Dungeon ist schon immer etwas anderes als unser Gruselkabinett gewesen“, erklärt sie. Schon wegen der höheren Eintrittspreise will sie das Dungeon nicht als Gefahr für ihr Gruselkabinett wahrnehmen. Im Hamburger Dungeon zahlen Kinder 19 Euro, Erwachsene 23 Euro – im Gruselkabinett sind es 6,50 Euro beziehungsweise 9,50 Euro.

Auch Zerbe möchte nicht von Konkurrenz sprechen, das Dungeon sei kein typisches Gruselkabinett. „Hier geht es nicht ums Erschrecken“, sagt sie, „einfach nur ‚Buh‘, das sind wir nicht.“ Besucher sollen etwas über die Geschichte Berlins lernen. Ganz ohne Nervenkitzel geht das aber nicht. „Man weiß nie, was auf einen zukommt“, meint Zerbe.

Was genau den Besucher im neuen Berliner Dungeon erwartet, will Zerbe noch nicht preisgeben. Nur so viel: Genau wie die schon vorhandenen Betriebe wird auch das Dungeon in der Spandauer Straße als Rundgang konstruiert sein. Insgesamt soll es neun Räume mit verschiedenen Shows und Spezialeffekten geben. In jedem geben Schauspieler ein Stück dunkler Berliner Geschichte zum Besten. Die Reise führt vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Wie die Eintrittspreise für den Gruselspaß ausfallen werden, konnte Zerbe noch nicht sagen.


Quelle: Der Tagesspiegel

Mit Gänsehaut-Garantie, Spandauer Straße, 10178 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Party | Kultur + Events
Wo Berlin am Montag feiern geht
Montag ist Schontag? Von wegen! Wem das Wochenende zum Feiern nicht genug ist, der kann […]
Party | Kultur + Events
Top 10: Partys für Erwachsene
In Berlin kann endlich wieder getanzt! Bei dem breiten Angebot an Partys hat man als […]
Kultur + Events | Film
Top 10: Freiluftkinos in Berlin
Wer noch nie unter freiem Himmel die große Leinwand genossen hat, sollte das dringend nachholen. […]
Essen + Trinken | Kultur + Events
Fine-Dining Erlebnis bei Loumi
Der Supperclub Loumi verzaubert in einem unscheinbaren Neuköllner Hinterhof seine Gäste mit einem regional-saisonalen 12-Gänge-Menü. […]