Interview

Alte Stelle, alte Welle: Konnopke's Imbiss wieder da

Seit 1930 ein Renner: die Currywurst bei Konnopke
Seit 1930 ein Renner: die Currywurst bei Konnopke
Ein echtes Berliner Original ist die Currywurst bei Konnopke, denn die ist nun mal die beste in ganz Berlin. Seniorchefin Waltraud Ziervogel, die seit 1947 ihren Imbiss unter der U-Bahn Eberswalder Straße, wagt einen Erklärungsversuch.

Sie haben hart dafür gekämpft, dass Ihr weltberühmter Imbisskiosk wieder an dieser Stelle unter dem S-Bahn-Viadukt eröffnen konnte. Wie haben Sie das geschafft?

W.Z.: „Es war nicht immer leicht – aber meine Kunden, die Öffentlichkeit und die vielen Touristen aus aller Welt waren auf meiner Seite. Dafür möchte ich gern ganz laut Danke sagen. Ohne die Unterstützung hätte ich es nicht geschafft. Seit 1947 sind wir hier an diesem Platz unter der Hochbahn – und als der Kiosk wegen der Sanierung der U-Bahn abgerissen werden musste, dachte ich manchmal, wir schaffen es nicht. Aber wir haben gekämpft, und jetzt sind wir wieder da – und sehr glücklich darüber!“

Was ist denn alles neu?

W.Z.: „Einiges: Der alte Kiosk musste ja abgerissen werden – aber der Retrolook kommt bei unseren Kunden genauso gut an. Statt der hellbronzenen Aluminiumfassade haben wir jetzt eine goldeloxierte Oberfläche. Auch die neue Schrift auf dem Lichtband, auf dem Bratwurst, Bockwurst, Knacker und Boulette steht, sieht ja fast genauso aus wie vorher. Neu ist auch der kleine Pavillon nebenan, in dem die Gäste nun unter einem Dach ihre Currywurst futtern können. Auch das Angebot haben wir etwas verändert: Es gibt kein Frühstück und keine Zeitungen mehr, aber die Curry ist genauso lecker wie immer!“

Sie haben ja auch einiges zu bieten: Immerhin sind Sie ausgezeichnet worden mit dem Oscar der Gastronomie, dem Gastro-Award. Damit sind Sie auch offiziell das Beste, was die Region zu bieten hat. Woher kommt der Erfolg?

W.Z.: „Fleiß, Glück und die richtige Sauce! Ich bin Mitte 70 und arbeite jeden Tag hier im Kiosk. So war es mein leben lang: 1930 entschied sich mein Vater Max Konnopke, ein Wurstmaxe zu werden. Nach dem Krieg wurden zwei Wurstwagen gebaut, und damit versorgte er die Berliner am Antonplatz in Weißensee und an der Schönhauser Allee. Diesen Standort habe ich 1976 übernommen. Damals noch ohne Friteuse. Kaum zu glauben – aber ich bin jeden Tag in der Wurschtbude – inzwischen allerdings mit Kühlschrank.“

Was, glauben Sie, ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

W.Z.: „Viele meinen ja, es ist der Ketchup. Das Rezept ist Familiengeheimnis. Früher, im Osten, gab’s keinen Ketchup. Da mussten wir mit Gewürzen tricksen. Inzwischen bieten wir fünf verschiedene Schärfegrade für Saucen an – von Himmlisch bis Höllisch. Das Konzept geht auf – wir stehen inzwischen in jedem Reiseführer, und hier halten mehr Reisebusse als am Busbahnhof! Und obwohl wir alles Mögliche anbieten, lieben die Leute die Currywurst ohne Darm mit Pommes am meisten! Außerdem stimmt der Service, wir verarbeiten nur die besten Zutaten, und unser Fett wird jeden Tag gewechselt.“


Quelle: kompakt

Konnopkes Imbiss, Schönhauser Allee 44, 10435 Berlin

Telefon 030 4427765

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Dienstag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Samstag von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Sonntag von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr

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