Kostenlos WLAN in Berlin

Überall ins Internet

Überall entspanntes Surfen - die Stadt will das schon seit vielen Jahren ermöglichen.
Überall entspanntes Surfen - die Stadt will das schon seit vielen Jahren ermöglichen.
Im Sommer überall in der Stadt umsonst ins Internet – das will Unternehmer Hans Wall umsetzen. Ähnliche Projekte sind in Planung und sollen WLAN zukünftig in ganz Berlin möglich machen.

Der Senat will schon seit längerem ein kostenloses WLAN-Netz in Berlin einrichten, doch der Stadtmöblierer Wall setzt es nun um. An mehr als 20 Standorten in der Innenstadt, darunter Potsdamer Platz, will das Unternehmen einen Internetzugang für alle möglich machen. Das Angebot ist zunächst auf die Sommermonate begrenzt. Nähere Details will die Wall AG am Mittwoch bekannt geben.

Der Senat scheitert daran seit Jahren

Der Senat will bereits seit Jahren kostenloses WLAN-Netz in der Stadt durchsetzen. Doch das Projekt kam nie zu Stande wegen Widerständen aus den eigenen Reihen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unter der Senatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wollte wegen ästhetischer und technischer Vorbehalte keine Funkantennen an Laternen oder Ampelmasten in Kauf nehmen. Die Nutzung privater WLAN-Netze nach einem Konzept der Initiative Freifunk wurde ebenfalls verworfen.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) setzte das Thema nach dem Start der rot-schwarzen Koalition wieder auf die Tagesordnung, trotz aller Misserfolge. Ein „Interessenbekundungsverfahren“ wurde gestartet, erklärt der SPD-Netzpolitiker Sven Kohlmeier. Ergebnisse gäbe es nicht vor Herbst.

Weitere Projekte in Planung

Stefan Gelbhaar, der Netzexperte der Grünen im Abgeordnetenhaus, sieht die Wall-Initiative als einen „ersten Schritt“. Aufseiten des Senats sei bisher „kein wirklicher Wille“ wahrnehmbar gewesen, bei diesem Thema voranzukommen. Er sieht den Senat aber weiter in der Pflicht. Es müsse sein Ziel sein, ein großflächiges WLAN-Angebot bereitzustellen. Zudem sollten nicht kommerzielle Initiativen wie Freifunk mehr Möglichkeiten bekommen, eigene Netze zu bauen. Private WLAN-Zugänge werden dabei miteinander vernetzt.

Parallel zum Wall-Projekt arbeitet auch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MaBB) an einem kostenlosen WLAN für die Stadt. Technischer Partner und Betreiber ist der Breitband-Anbieter Kabel Deutschland. „Die Verhandlungen sind in den letzten Zügen“, erklärt MaBB-Direktor Hans Hege. Insgesamt seien 90 WLAN-Zugangspunkte verteilt über die gesamte Stadt in Planung. Die Medienanstalt trägt ein Viertel der Anlaufkosten.

Die Umsetzung vorantreiben

Wall und Kabel Deutschland könnten beim Aufbau eines kostenlosen WLAN-Netzes gemeinsame Sache machen. Wall habe mit seinen „intelligenten Wartehäuschen“ schon eine gute Infrastruktur für die WLAN-Netzausrüstung geschaffen. Wichtig sei, dass sich ein kostenloses WLAN-Netz finanziell selbst trägt. Durch Werbeeinnahmen oder Premium-Dienste. Aber Hege warnt: „Wir können Berlin nicht flächendeckend mit WLAN versorgen.“

Eine wichtige Hürde für ein öffentliches WLAN-Netz könnte bis zum Sommer im Bundesrat genommen werden. Der Senat will die „Störerhaftung“ für Netzbetreiber abschaffen. Bislang musste ein WLAN-Betreiber für eine unbefugte Nutzung seines Internetzugangs haften. Das soll in Zukunft nur noch dann der Fall sein, wenn der Zugang nicht gesichert war.

Wall hat bereits seit vielen Jahren Erfahrung mit Internetangeboten in seinen Wartehäuschen in der Innenstadt. Hier werden Nutzer kostenlos mit Informationen und Werbung versorgt, über das WLAN-Netz surfen konnten sie da aber nur maximal eine Stunde lang.


Quelle: Der Tagesspiegel

Wall AG, Friedrichstraße 118, 10117 Berlin

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