Gastro-Tipp

Neu in Kreuzberg: Fine-Dining im Loumi

Loumi - © Steffen Sinzinger • Content & Communication - 231102 -16
Mit einem Supperclub in einer kleinen Wohnung in einem unscheinbaren Hinterhof auf der Sonnenallee fing vor ein paar Jahren alles an: Nun ist Loumi in die Kreuzberger Ritterstraße gezogen und bietet dir mit einem 10-Gänge-Menü eine unvergessliche Dinner-Experience ...

Können sich Autodidakten in der hochkarätigen Fine-Dining Szene Berlins behaupten? Mical Rosenblat und Karl-Louis Kömmler sind in Gourmetkreisen jedenfalls in aller Munde und ihr Restaurant Loumi gilt auch unter Foodies als heißer Tipp. Die breite Fangemeinde direkt zur Neueröffnung haben die beiden Freunde und Geschäftspartner sich vorab mit ihrem Supperclub verdient. Bereits seit 2017 steht Loumi Dining für besondere kulinarische Events und das dazugehörige kuratierte Catering-Angebot sorgt für genussreiche Veranstaltungen. Auch wir hatten das Glück, einen dieser Supperclubs in Neukölln besuchen zu dürfen, und waren damals schon schwer beeindruckt. Seit Herbst letzten Jahres hat das Loumi nun also einen festen Standort in der Ritterstraße in Kreuzberg.

Der Spirit der lässigen Supper-Abende ist geblieben: Das Restaurant ist klein und gemütlich, es stehen nur einige, wenige Tische zur Verfügung. Der Raum ist in zarten, warmen Farben gehalten und am Tresen kann man sich wunderbar mit seinen Nachbarn unterhalten. Die Musik ist lauter als gewöhnlich, was aber die Stimmung auflockert und dank funky Tunes gute Laune verbreitet. „Bis jetzt haben wir nur an drei Tagen in der Woche geöffnet“, sagt Karl-Louis, der vor allem den kulinarischen Teil des Loumi-Duos übernimmt, „die Gäste buchen entweder unser wechselndes 10-Gänge-Menü oder genießen Wein und Snacks spontan an unserem Tresen.“

Wir nehmen am Tresen Platz, um dem Küchenteam bei der Arbeit zuzuschauen und beobachten die teils sehr komplexe und aufwendige Zubereitung der Gerichte. Schon der angenehm fruchtbetonte White Pet vom Weingut Leon Gold aus der Südpfalz, mit dem wir in den Abend starten, nimmt uns ganz für das Loumi ein. Nach einer frischen Auster aus der Bretagne vorweg, wird uns das Wagyu-Tatar mit Seeigel und der fermentierten Chilisauce Koshō, der japanischen Antwort auf Tabasco, serviert. Der Gang ist angenehm salzig und setzt durch den intensiven Geschmack und die enorme Produktqualität bereits hohe Standards. Es folgen gegrillte Tintenfischstücke mit Wasabi-Öl, frischem Wasabi, gegrillter Gurke und einem Sud aus Tomatenwasser mit mexikanischer Aguachile. Nun blühen unere Geschmacksknospen richtig auf.

Von innen und von außen: stillvoll, minimalistisch und mit Liebe zum Detail.

Fleischfans werden mit der Pekingente aus Brandenburg glücklich – diese präsentiert sich hier zunächst als Ragout auf einem Hirse-Taco mit Limette, geriebener Leber und selbstgemachter Hoisin-Sauce. Ein Geschmackserlebnis, in dem viel Arbeit steckt: Zwei Wochen lang reift die Ente im Dry-Ager, bevor kleine Löcher in die Haut gestochen werden, um so viel Fett wie möglich auszulassen. Schließlich wird die Ente glasiert und auf dem Grill zubereitet. Herrlich!

Es folgen frische Scheiben von der Abalone, eine Gattung von Meeresschnecken, die im Loumi auf einem japanischen Eierstich mit Muschel Beurre Blanc, Vinaigrette und frischem Yuzu platziert wird. Für maritime Freuden sorgt auch die Rotbarbe, die unter Spreewälder Lardo und auf einer Scheibe Butternutkürbis gebettet wird, während der Kürbis wiederum durch Hot-Sauce und Zitronencremeschale einen richtigen Kick erhält. Es folgt ein weiterer großer Gourmetmoment: der Wolfsbarsch mit Sauce Vin Jaune, eingelegten Macadamien, Topinambur und Pilztee. Die Fische und Meeresfrüchte bringt übrigens der französische Lieferant des Vertrauens: Laurent Daniel aus der Bretagne.

Zurück zur Ente aus dem Dry-Ager: Kurz vor dem Finale begeistert uns die aromatische Entenburst mit Chicorée und Haselnuss, die dem Ragout in nichts nachsteht. Dann sind wir schon bei den Desserts angelangt, die im Loumi mit wenig Süße dafür viel Raffinesse zubereitet werden. Los geht es mit Molke-Sorbet, Süßholzsirup und Katsuabushi, also geräuchertem und getrocknetem Thunfisch. Der Fisch wird als Öl und frisch gerieben zum Clou der Nachspeise. Zugegeben, die Kombination Fisch mit Sorbet klingt komisch, schmeckt jedoch wirklich wunderbar und es wäre sträflich, es nicht zu probieren, sollte dieses Dessert bei deinem Besuch noch auf der Karte stehen. Apropos Karte: Die wechselt im Loumi saisonal und dadurch regelmäßig.

 

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Den krönenden Abschluss bildet für uns ein Feigenblatt-Flan mit Mandarine, Pampelmuse an einer Karamellsauce mit Kaffee, japanischem Ingwer und Rum. Mehr als 20 verschiedene Zitrusfrüchte finden übrigens im aktuellen Menü Verwendung – importiert direkt aus den Pyrenäen. Diese vitaminreichen Köstlichkeiten liegen dekorativ in einer kunstvollen Schale neben uns am Tresen und versprühen einen leichten Zitrusduft, der neben den vielen Kerzen im Raum für eine ganz besondere Atmospäre sorgt. Ob Lavendel, weiße Schokolade mit Kardamom oder dunkle Schokolade mit Orange: Die Petit Fours als Zugabe lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen. Die Menüauswahl kostet 99,00 Euro pro Person und ist jeden Cent wert. Schließlich wird dir hier außergewöhnliches Fine-Dining geboten, das dich wie ein Kurztrip den grauen Alltag viele Stunden vergessen lässt!

Loumi, Ritterstraße 2, 10969 Berlin

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Donnerstag bis Samstag von 19:30 bis 23:00 Uhr

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