• Dienstag, 02. Dezember 2014
  • von Julia Wernicke

Japanische Teestube

Ruheoase am Hermannplatz

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  • Die Zubereitung des Matcha mit speziellen Utensilien.
    Die Zubereitung des Matcha mit speziellen Utensilien. Foto: QIEZ - ©Wernicke
  • Macha Macha Teesalon
    Hier gibt's ausschließlich japanischen Tee. Man kann am Tresen sitzen, aber auch im japanischen Garten oder im Ruheraum. Foto: QIEZ - ©Wernicke
1Kommentar
Einfach super!!!
Das Macha-Macha bietet Wissen über die japanische Teekultur, mit Liebe … mehr

Kreuzkölln - Wer sich am Hermannplatz nach etwas Ruhe sehnt, kann versuchen, sich hinter einem Baum in der Hasenheide vom Alltagsstress zu verstecken. Gemütlicher und mit garantiert höheren Erfolgschancen geht das bei "Macha-Macha", einem neuen Teesalon gegenüber dem Volkspark.

Erik Spieckschen hatte die Idee zum Laden. Erik Spieckschen hatte die Idee zum Laden.
Klar, am U-Bahnhof Herrmannplatz ist viel Multikulti. Aber ein japanischer Garten ist nicht das erste, was einem in den Sinn kommt, wenn man an diese Gegend denkt. Und trotzdem gibt es ihn. Erik Spieckschens Teesalon Macha-Macha geht nämlich schon vor der Tür los - Gehwegplatten leiten Besucher durch den eigens angelegten grünen Bereich bis zu einem kleinen japanischen Brunnen direkt neben dem Eingang zum Laden, dem Tor zu einer anderen Welt.

Im Macha-Macha will Spieckschen japanische Teekultur vermitteln. Das fängt schon bei der Einrichtung an, denn die ist stilecht. Gemeinsam mit seinem Innenarchitekten und Freund Carsten Kraemer hat er eine moderne Interpretation typisch japanischer Teestuben geschaffen. Die Wände des Hauptraumes sind mit japanischem Papier verkleidet, das traditionell nach der Herstellung in Streifen gerissen und dann wieder zusammengeklebt wird. In der Mitte des Raumes steht ein großer Verkaufstresen aus Kebonyholz, in dessen Mitte eine dezente Vase mit blühenden Holzzweigen thront. Vereinzelt fallen ein paar japanische Laternen ins Auge, außerdem ein Altar mit einem original japanischen Schriftstück. Tresen und Bodenfliesen sind insgesamt etwas schief ausgerichtet, damit der Gast auch optisch in den Raum eingeladen wird. Alles erstrahlt dezent in Weiß, Braun und dem kräftigen Grün des Matcha-Tees. Die Einrichtung hat auch eine Feng Shui-Meisterin mitgestaltet.

Grüner Tee im Wasser, in der Waffel und auf dem Kuchen

Das Wichtigste für alle, die noch nie etwas von Matcha gehört und über japanische Tees noch nie nachgedacht haben: Ja, sie sind etwas Besonderes. Japanischer grüner Tee unterscheidet sich von anderen grünen Tees dadurch, wie er fermentiert wird. Gleich nach der Ernte werden die Teeblätter in Japan gedämpft, nicht geröstet wie zum Beispiel in China, und bilden dadurch einen einzigartigen Geschmack. Vor allem verschiedene Sorten des japanischen grünen Tees bieten Erik und seine Kollegen an, aber auch ein paar Kräutertees. Und wer denkt, das wäre keine Vielfalt, der sollte mal die Nase in verschiedene Sorten des grünen Tees halten: Man kann sofort riechen, dass auch ihr Geschmack sich stark unterscheidet.

Dieses Schild gehörte einem japanischen Zeremonienmeister. Dieses Schild gehörte einem japanischen Zeremonienmeister.
Und dann ist da natürlich noch diese bestimmt Art des grünen Tees: Der Matcha, der in Japan nur zu besonderen Anlässen getrunken wird. Dabei handelt es sich um pulverisierte Blätter des grünen Tees. Das Pulver ist besonders intensiv und gesund, da nicht nur ein Sud, sondern das komplette Blatt vom Körper aufgenommen werden kann. Das geht aber nicht nur im Tee; im Macha-Macha gibt es auch Tee-Cappuccino oder -Espresso, mit dem Matcha Pulver werden Cheesecakes, Waffeln und Kokos-Eis zubereitet.

Mit Freude und Geduld erklärt Erik an diesem Montag alles, was man über die Produkte in seinem Laden wissen muss und hilft bei der Auswahl des richtigen Tees. Eigentlich hat der Laden geschlossen und wir sitzen nur für ein kurzes Interview zusammen. Aber als immer mal wieder Leute in den Laden stolpern, schickt Erik niemanden wieder nach Hause, sondern lädt sie frei nach dem Motto "Naja, da ich schon mal hier bin...", ein, sich trotzdem zu setzen. Ein Pärchen ist gekommen, weil es den Laden vor ein paar Wochen zufällig entdeckt und Gefallen am japanischen Tee gefunden hat, zwei Japanerinnen wurde der Laden als gute Adresse zum Teetrinken empfohlen. Als sie den Laden betreten, unterhält sich Erik souverän auf Japanisch mit ihnen. Es macht ihn nicht im geringsten nervös, wenn eingefleischte Tee-Experten in den Laden kommen - schließlich ist er mittlerweile selbst einer.

Während des Studiums hat Erik Spieckschen Japanologie im Zweitfach studiert und immer wieder ein bisschen Zeit in Japan verbracht. Ausschlaggebend für die Entstehung des Macha-Macha war aber, dass er vor zwei Jahren seinen Job gekündigt und sich zu einer Pilgerwanderung durch Japan aufgemacht hat. Hier überkam ihn die Inspiration, Berliner in den Genuss von japanischem Tee kommen zu lassen und ihnen einen Ort zu bieten, in dem sie die japanische Teekultur kennenlernen und zelebrieren können.

Dieser Tee ist kein Fast Food!

Für die Zubereitung der bestellten Tees nimmt Erik sich Zeit. Die Idee des Ladens ist es ja auch, seinen Bio-Tee in Ruhe zu genießen. Das Wasser für die Zubereitung ist gefiltert, wird erst zum Kochen gebracht und dann individuell auf die richtige Temperatur erhitzt. Erst dann wird der Tee aufgegossen und in speziellen Tassen oder Schalen gereicht. Bestellt jemand zwei Tassen, werden abwechselnd kleine Schlückchen in beide gegossen, damit der Tee in der einen Tasse am Ende nicht anders schmeckt als in der anderen. Ist eine Tasse geleert, geht das Ganze von vorne los. Denn wer möchte, kann sich einen zweiten oder dritten Aufguss kredenzen lassen.

Gastro-Gründerpreis für TeaTales

Spitzen-Tee to go

Charlottenburg

 

Mit dem Matcha dauert es noch länger, denn das Teepulver wird mit einem Schneebesen aus Bambusholz eingerührt, bis ein feiner Schaum entsteht. Allein das Zusehen ist entspannend, aber wer sich noch mehr Entschleunigung wünscht, kann den Tee im Raum der Stille genießen. Hier stehen zwei niedrige Tischchen, in der Ecke wird ein kleiner Altar beleuchtet, die Bretter vor den bodenlangen Fenstern sind mit Moos bewachsen. Da der Raum mit Matten ausgelegt und mit designter Pappe verkleidet ist, werden alle Geräusche abgedämpft. Wird dazu noch die Schiebetür geschlossen, herrschen hier, wie der Name vermuten lässt, komplett Ruhe und Frieden.

Macha ist zwar giftgrün, aber total gesund. Macha ist zwar giftgrün, aber total gesund.
An den Wochenenden finden in diesem zweiten Raum Teezeremonien statt, die von einer Zeremonienmeisterin aus Kyoto durchgeführt werden. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorher anmelden. Auch Teeseminare sind in Planung. Und wer von allem nicht genug bekommt, kann sowohl Teegeschirr als auch Tee vor Ort kaufen.

Übrigens hält Erik es auch mit dem Trinkgeld in seinem Laden japanisch: Man zahlt, was gezahlt werden muss, Trinkgeld wird nicht angenommen. Das rührt von der Einstellung her, dass die Zubereitung des Tees ein Handwerk ist, das man gern immer wieder in gleicher Qualität durchführt und nicht, weil man auf einen zusätzlichen Groschen hofft.

Außerdem möchte Erik jedem ermöglichen, die japanische Art des Tees zu genießen. Darum bietet er immer auch eine Tasse Tee für 1 Euro an. Welcher Tee dann in die Tasse kommt, das ändert sich, weil es ständig wechselnde Mischungen des Grünen Tees sind. Aber am Ende ist das auch Nebensache. Es geht im Macha-Macha eben nicht darum, irgendwie Tee zu verkaufen. Es geht darum, den Gästen zu zeigen, wie man ganz in Ruhe ganz besonderen Tee genießen kann.


Übrigens: Weil das Macha-Macha noch so neu ist, gibt's noch bis zum Jahresende eine Preisdeckelung: Jeder Teegenuss kostet maximal 3,50 Euro.

Macha-Macha

Hasenheide 16
10967 Berlin

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Quelle: QIEZ
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1 Beitrag zu diesem Artikel
JakobSimon JakobSimon 11.12.2014 18:47:04
Einfach super!!!
Das Macha-Macha bietet Wissen über die japanische Teekultur, mit Liebe zum Detail in einem tollem Ambiente und natürlich bestem Tee bzw. Macha Macha...
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