• Freitag, 24. Januar 2014
  • von Susann Prautsch

Fotografisches Projekt

Ein solidarisches Kunstwerk

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  • solidarisches Kunstwerk
    Das Projekt des Fotografen Harald Geil beschäftigt sich mit der Asylproblematik. So könnten Häuserfassaden an öffentlichen Plätzen in Zukunft aussehen. Foto: externe Quelle - ©Harald Geil
  • solidarisches Kunstwerk
    Welches Schicksal steckt hinter dem überdimensionalen Portrait? Ein Videobeitrag, der über einen QR Code zu erreichen ist, gibt Aufschluss. Foto: externe Quelle - ©Harald Geil

Wrangelkiez - Asylpolitik ist nach wie vor ein brandaktuelles Thema - die Zahl der Anträge steigt. Eine unbequeme Problematik, mit der vor allem Vorurteile und Unwissenheit einhergehen. Doch wie unbequem muss es erst für die Betroffenen selbst sein? Was wissen wir über deren Einzelschicksale? Welche Sorgen, Wünsche und Meinungen haben sie? Fotograf Harald Geil hat sich mit der Materie auseinandergesetzt und möchte ein Sprachrohr schaffen: Das Projekt "Familiar Facades" soll AsylbewerberInnen Präsenz und Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum geben.

Harald Geils multimediales Kunstwerk setzt sich aus Street Art, Fotografie, Video und Internet zusammen. Geplant hat der Künstler dafür überlebensgroße Fotografien, auf denen Asylbewerber zu sehen sind. Diese werden dann später auf Gebäude tapeziert. Zu jedem Bild gehört eine Geschichte - zu ihr führt ein scanbarer QR Code.

Informieren, aufklären, berühren

Zu sehen ist ein Videointerview mit der auf der Fassade abgebildeten Person. Die Asylbewerber interviewen sich zum Teil gegenseitig. Wer tiefer in die Materie dringen will, für den gibt es ein Webportal, auf dem die Interviews und Bilder abrufbar sind. Auf dieser Plattform kommen auch internationale Sozial- und Geowissenschaftler zu Wort. Sie äußern sich zum Thema Migration und Europapolitik, beantworten Fragen, liefern Hintergründe und machen vor allem eins: Sie klären auf. Harald Geil ist es ein großes Anliegen, das Schicksal von Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, bekanntzumachen – er möchte ihnen Gesicht und Stimme geben. "Durch die Mitteilungen ihrer Biographie, ihrer Erlebnisse und Empfindungen möchte ich eine Nähe zum Betrachter schaffen", so der Fotograf.

Zudem möchte er mit diesem Thema möglichst viele Menschen aller Alters- und Bildungsschichten erreichen. Das Projekt soll möglichst interessant und vielseitig gestaltet werden, weil es die Zeit, in der schnelles Konsumieren den Alltag prägt, so verlangt. Geschichten erzählen, Menschen zusammenbringen und Mitgefühl für seine Mitmenschen wecken - das sind die Anliegen des Fotografen.

Start verzögert sich

In Anlehnung an den 25 Seiten umfassenden Asylantrag, den Flüchtlinge zu bewältigen haben, sind 25 Portraits geplant, die vorrangig an öffentlichen Plätzen angebracht werden. "Familiar Facades" ist ein langfristig angelegtes Projekt. Das Team um Harald Geil versucht derzeit über eine Kampagne auf startnext.de das nötige Startkapital zusammen zu bekommen, um das Vorhaben finanzieren zu können. Zudem zögern fehlende Genehmigungen für die Anbringung der Fotografien den Start hinaus.

Das Team des Projektes hofft auf tatkräftige Unterstützung und Interesse am Schicksal der Asylbewerber. Und QIEZ findet's gut: Ein kreatives Projekt mit humanitärem Anliegen.

Adresse

Falckensteinstraße 45
10997 Berlin

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Quelle: QIEZ
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