• Mittwoch, 24. Oktober 2012
  • von Patrick Paul

Gründerin wird geehrt

Auszeichnung für Berliner Büchertisch

  • Ehrung für Berliner Büchertisch e.V.
    Reimar Delley und Ana Lichtwer bei der Buchabholung für den Berliner Büchertisch. Gründerin Lichtwer wird für ihr Engagment mit der Bezirksmedaille Friedrichshain-Kreuzberg ausgezeichnet. Foto: Wikipedia - ©Berliner Büchertisch e.V. / CC-by-sa 3.0/de

Die Gründerin des Berliner Büchertisch e.V., Ana Lichtwer, bekommt am 26. Oktober in der Pablo-Neruda Bibliothek in der Frankfurter Allee die Bezirksmedaille von Friedrichshain-Kreuzberg überreicht. 2003 wurde das soziale Projekt von Lichtwer mit dem Ziel ins Leben gerufen, allen sozialen Schichten Lesemöglichkeiten zu verschaffen sowie Kinder und Jugendliche für das Lesen zu begeistern.

Der Berliner Büchertisch e.V. ist eine Non-Profit-Organisation, die mehr als 30 Menschen Arbeit bietet und ohne staatliche Fördergelder auskommt. Als Büchertisch-Chefin Ana Lichtwer, Gastarbeiterkind aus Serbien, in den Siebzigerjahren nach Deutschland kam, waren Bücher der erste Schritt zum Lernen der neuen Sprache. Dadurch und aufgrund ihres späteren Studiums der Publizistik und Slawistik an der Freien Universität wurden Literatur und Sprache Teil ihres Lebens. Die Idee, ihre alten und ausgelesenen Bücher zu verkaufen, kam Lichtwer, als der Platz für die im Laufe ihres Lebens angehäuften Wälzer knapp wurde. Unter der Adresse "büchertisch.org" bot sie die Bücher an. Da es viele Interessenten gab, gründete Lichtwehr 2003 das Sozialprojekt Berliner Büchertisch e.V. und rief öffentlich dazu auf, Bücher zu spenden.

Zwei Filialen in Kreuzberg

2005 eröffnete dann der erste große Laden am  Mehringdamm 51. Rund 40.000 Bücher stehen heute auf einer Verkaufsfläche von 200 Quadratmetern zum Verkauf. Die Bücher werden zu einem Preis abgegeben, der kostendeckend die Bezahlung von Miete und Mitarbeitern ermöglicht. Kinder bekommen grundsätzlich ein Buchgeschenk ihrer Wahl. Viele Bücher werden an Jugendzentren, Gefängnisbibliotheken, Schulen oder Museen verschenkt, womit die Gemeinnützigkeit des Projektes unterstrichen wird. Inzwischen beteiligen sich auch viele Verlage oder Autoren wie Wladimir Kaminer ("Russendisko") mit eigenen Büchern an den Spendenaktionen.

2011 wurde in der Gneisenaustraße 7 eine zweite Filiale eröffnet. Ein großer Erfolg für den Büchertisch, da ein Großbrand in der Filiale Mehringdamm 2007 rund 25.000 Bücher zerstörte. Auch das Online-Angebot wurde weiterentwickelt. Inzwischen sind mehr als 20.000 Bücher verzeichnet.10 Prozent des Gewinns von Neu-Buchbestellungen im Internet werden für den jährlich stattfindenden Schulbibliothekstag gespendet. Mehrmals im Monat finden Lesungen mit Berliner und Brandenburger Autoren statt, der Eintritt ist dabei kostenlos.

Berliner Büchertisch e.V., Mehringdamm 51, 10961, http://www.buechertisch.org/

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Quelle: QIEZ
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