• Samstag, 25. Februar 2012

Eisenbahn Markthalle in Kreuzberg

Gestern trostlos, morgen Kiezzentrum

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  • Eisenbahn-Markthalle Kreuzberg
    Hier soll Leben einkehren: Markthalle in der Eisenbahnstraße, Kreuzberg Foto: Der Tagesspiegel - ©Thilo Rückeis
  • Eisenbahn-Markthalle Kreuzberg
    Einer der zwei Eingänge der Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich
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    Zwei der drei neuen Macher: Nikolaus Driessen und Florian Niedermeier Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich
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    Schon heute ein Treffpunkt in der Eisenbahn-Markthalle: Die Café-Bar von Inge Wruck Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich
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    Die Hallen-Macher Driessen und Niedermeier mit dem ehemaligen Hausmeister Memmet Bingöl Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich
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    Bald soll man hier wieder gerne eintreten: Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich
  • Eisenbahn-Markthalle Kreuzberg
    Eisenbahn-Markthalle: Ehemaliger Kühlraum mit Fleischerhaken Foto: Der Tagesspiegel - ©Kitty Kleist-Heinrich

Es lebe der Markt: Schritt für Schritt kommt in die Eisenbahn-Markthalle in Kreuzberg wieder Leben. Bald sollen sich die Anwohner dort wieder zum Einkaufsbummel, Kaffeetrinken und Häppchen essen treffen.

Der erste Schritt ist getan: Seit Oktober 2011 findet in der Markthalle Eisenbahnstraße wieder zweimal wöchentlich ein Markt statt. Jeden Freitag und Samstag finden sich rund 30 Händler in dem Gebäude ein, das 120 Jahre zuvor, am 1. Oktober 1891 erstmals genutzt wurde. Die neuen Betreiber der Markthalle IX GmbH, die Lebensmittelhändler Bernd Maier, 43, und Florian Niedermeier, 44, und der Volkswirt Nikolaus Driessen, 34, möchten aus der zuletzt trostlosen Halle mit den gusseisernen Säulen und der hellen Decke ein Kiezzentrum machen. In den letzten Jahren konnte man hier fast nur zwischen Discounter und Drogeriemarkt pendeln – zukünftig soll wieder ein Platz für den Einkauf frischer Marktwaren und zum Plaudern entstehen.

Im September 2011 legten die Inhaber die alten Marktstände mit Rollgittern wieder frei. Der Schriftzug "Charlotte Schmurr Butter Käse“ kam zum Vorschein, doch Butter und Käse wurden dort schon lange nicht mehr verkauft. Am Eingang zur Eisenbahnstraße wurden eine Tür und eine Decke entfernt, nun kann man wieder ins Gewölbe blicken. Die Halle soll Schritt für Schritt entwickelt werden. An den beiden Markttagen nehmen unter anderem die Bäckerei Soluna und die Weinhandlung Suff aus Kreuzberg, die Zehlendorfer Fleischerei Bauch, Käsehändler Ivo Knippenberg aus Französisch-Buchholz und Fischhändler Ingo Apelt aus dem Harz teil. In den nächsten vier Jahren soll sich dann die Zahl der Händler wie auch der Markttage erhöhen. Irgendwann soll es Kochkurse geben und ein Kulturprogramm.

Viele Ideen für die Zukunft

Im Keller ist die Luft noch etwas abgestanden, dort soll ein Proberaum eingerichtet werden und die Pilzzucht der Prinzessinnengärten. In den ehemaligen Kühlräumen, in denen heute nur noch leere Fleischhaken hängen, könnte zukünftig Käse lagern. Die Kleinmieter in der Halle dürfen ihre Räumlichkeiten behalten. "Endlich passiert hier was“, sagt Inge Wruck, die seit 1989 eine kleine Cafébar in der Halle betreibt. Memmet Bingül freut sich ebenfalls. Der ehemalige Hauswart wohnt in der alten Hausmeisterwohnung im ersten Stock, und Betrunkene schmeißt er auch mit seinen 75 Jahren noch aus der Halle raus, erzählt er.

Die Pläne für die Neugestaltung reichen von einer Sitzpyramide und Schauküche im Zentrum der Halle bis zum Einzug von Gastronomie in den oberen Bereich der Seitenschiffe. Verschwinden sollen die Filialen: Drospa Mitte 2012, Aldi ein Jahr später und Kik 2014, sagt Niedermeier. Dann könnten die neuen Besitzer die gesamten 3100 Quadratmeter nutzen. Vier Millionen Euro wollen sie in die Halle investieren. Regionale Händler und Produzenten sowie kleinteilige Strukturen sollen Qualität und Vielfalt garantieren.

In den letzten zweieinhalb Jahren haben Maier, Niedermeier und Driessen die Markthalle in Kreuzberg mit einzelnen Veranstaltungen wieder ins Kiez-Gedächtnis gerufen. Die jetzigen Betreiber haben sich gegen 17 Mitbewerber durchgesetzt und die Halle für 1,15 Millionen Euro von der Berliner Großmarkt GmbH gekauft. "Das war das bessere Konzept“, sagt Andreas Foidl, Großmarkt-Geschäftsführer, "kleinteilig, kiezorientiert und mit einer kulturwirtschaftlichen Nutzung.“ Der schrittweise Umbau sei "von Vorteil, um die Halle behutsam zu einer vernünftigen Markthalle zu machen“.
 

Markthalle Neun

Eisenbahnstr. 42
10997 Berlin

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Quelle: Der Tagesspiegel
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