• Dienstag, 08. Juli 2014
  • von Nikolaus Triantafillou

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Fünf gute Gründe für den Reichenberger Kiez

  • Landwehrkanal
    Ohne Zweifel eine der großen Attraktionen in Kreuzkölln: der Landwehrkanal. Foto: dpa - ©picture alliance / dpa

Trotz mancher Fehlentwicklung der vergangenen Wochen ist der Kiez zwischen Görlitzer Bahnhof und Landwehrkanal eine lebenswerte Gegend, die fast alles zu bieten hat, was man sich als junger oder jung gebliebener Mensch wünschen kann. QIEZ hat 5 Argumente, warum es sich lohnt, hier hinzuziehen – vorausgesetzt, man hat Glück bei der Wohnungssuche.

1. Der Landwehrkanal und seine Ufer

Wer einen einsamen Spazierweg sucht, um den Kopf frei zu bekommen oder die Natur zu genießen, ist am Landwehrkanal zwischen Kottbusser Brücke und Görlitzer Ufer falsch. Es ist ein ständiges Promenieren – zwar geht es nicht unbedingt um sehen und gesehen werden, aber ein gewisses Interesse an Menschen kann nicht schaden. Wer die Lebendigkeit Kreuzbergs erleben will, das Laissez-faire des Bezirks, ist dementsprechend genau richtig hier. Man spaziert vorbei an einladenden Cafés und Biergärten, den am Wochenende sehr belebten Boule-Bahnen, um schließlich am Ende des Paul-Lincke-Ufers am Drei-Bezirke-Eck zu landen, wo Kreuzberg, Treptow und Neukölln aufeinandertreffen und im Sommer gerne gegrillt wird. Und wer richtig früh aufsteht, kann auf dieser schönen Strecke auch halbwegs in Ruhe joggen.


2. Fußballkneipen

In einer Reihe von Kneipen im Reichenberger Kiez wird das Runde ins Eckige geschossen. Nicht nur am Kickertisch, sondern auch auf dem Bildschirm und das auch außerhalb einer WM. Fankneipen wie das Intertank und das Bierkombinat Kreuzberg in der Manteuffel- oder die Weiße Taube in der Wiener Straße zeigen regelmäßig die Pay-TV-Übertragungen von Bundesliga und Champions League. Dazu findet sich in der Regel ein großes Stammpublikum ein, das häufig einem bestimmten Verein nahesteht – das gemeinsame Zittern und Jubeln macht eben mehr Spaß als solo daheim. Und das Beste: Im Kiez ist ein deutliches Übergewicht für die Trikotfarbe Schwarz-Gelb zu beobachten.


3. George Clooney

Wie, was, wo? Tatsache ist, dass George Clooney während der Dreharbeiten zu "Monuments Men" im angesagten koreanischen Restaurant Kimchi Princess in der Manteuffelstraße war und dort geschickt mit seinen Stäbchen hantierte. Ob es ihn beim nächsten Berlin-Besuch wieder in das modern-minimalistisch gestaltete Lokal verschlägt, vielleicht sogar mit seiner möglicherweise bald Angetrauten, können wir natürlich nicht versprechen. Doch bei aller berechtigten Kritik an steigenden Mietpreisen ist der Star-Besuch deren Kehrseite: Er bringt internationales Flair in den Stadtteil. Man kann argumentieren, dass Kreuzberg das nicht nötig hat – aber auch, dass uns etwas Weltoffenheit gut tut.

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4. Bohnengold

Das Konzept dieses Ladens, der vor ein paar Jahren in den Kiez zog, besteht darin, den Gästen vom frühen Abend bis in den frühen Morgen die Möglichkeit zu bieten, Spaß zu haben. Hinter der Fensterfront an der Reichenberger (und im Sommer auch auf dem Gehweg) kann man entspannt sitzen, etwas trinken, quatschen. Im sich anschließenden 'Zwischenraum' gibt es Sofas, Kicker und Flipper. Und der hinterste Raum des Bohnengold wird am Wochenende zur Tanzfläche; hier legen DJs Musik von Disco bis Electro auf. Diese Fülle der Optionen, kombiniert mit dem unfertigen Charme und dem Verzicht auf Eintrittsgeld, führt immer wieder zu legendären Partynächten. Von einem Besuch George Clooneys ist uns zwar nichts bekannt, aber inzwischen ist der Laden vor allem am Wochenende immer voll mit einer international gemischten Gästeschar. Ein Türsteher steht dann am Eingang und hat ein Auge auf die Kapazität. Ob man deswegen den Anfangszeiten des Bohnengold an diesem Standort hinterhertrauert, muss wiederum jeder für sich entscheiden.
mehr Infos zum Bohnengold


5. Hard Wax

Auf der Suche nach einer echten Kiez-Legende kommt man an diesem Plattenladen nicht vorbei. Hard Wax ist eine absolute Institution auf dem Gebiet der elektronischen Musik und Techno-Fans weltweit ein Begriff. Im Umfeld des Ladens mit seinem vielfältigen Spektrum entstand auch legendäre Musik – etwa auf dem Label Basic Channel, das in der Szene ebenfalls international für Furore sorgte. Hard Wax hatte seine Ursprünge tatsächlich in der Reichenberger Straße, wo der Shop 1989 eröffnete. 1996 ging es dann in den größeren Räumen im Hinterhof am Paul-Lincke-Ufer weiter. Auch wenn heute so viel Musik über digitale Kanäle gedealt wird, ist es immer noch etwas Besonderes, die 'heiligen Hallen' zu betreten – vielleicht auch nach längerer Zeit wieder – und sich an den Plattenspielern in das exquisite Angebot von Hard Wax einzuhören.
mehr Infos zu Hard Wax

"Ich wohne mit kurzer Unterbrechung nun schon 15 Jahre im Reichenberger Kiez. Was sich hier in dieser Zeit getan hat, ist schon enorm. Ein massiver Wandel, von einem ruhigen Wohngebiet mit kaum Gastronomie zu der heutigen Kneipen- und Restaurant-Dichte. Auf die Frage, wie ich das finde, kann ich keine eindeutige Antwort geben. Nur die Schattenseiten zu sehen, ist mir zu eindimensional - den Kiez zeichnet nach wie vor sein weltoffener Charme aus. Blöd nur, dass man als Wohnungssuchender derzeit wenig Chancen hat, ihn zu erleben."Nikolaus Triantafillou
Quelle: QIEZ
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