• Freitag, 21. Dezember 2012
  • von Nikolaus Triantafillou

Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Chris Guse: Rundum zufrieden in Kreuzberg

  • Chris Guse RBB
    "GuseBerlin", die Late-Night-Show mit Chris Guse, startet im Januar 2013 in die zweite Staffel. Foto: externe Quelle - ©rbb/Stefan Wieland

Der Radio- und Fernsehmoderator pendelt beruflich zwischen Berlin und Köln, doch privat ist der geborene Neuköllner längst fest im Bergmannkiez verwurzelt. Dort schätzt er nicht nur die tolerante Einstellung der Menschen.

Als QIEZ rbb-Moderator Chris Guse an einem Dezembermorgen zum Interview trifft, hat der Winter Kreuzberg fest im Griff. Dem 33-jährigen Ur-Berliner und seiner Laune kann das nichts anhaben. Beim Frühstück im Café Atlantic macht er einen offenen und sympathischen Eindruck – Eigenschaften, die man heute nicht jedem Medienmenschen zusprechen würde.

Fürs Radio ist Guse ständig zwischen Berlin und Köln unterwegs. Im wöchentlichen Wechsel moderiert er beim WDR-Sender 1Live ebenso die Nachmittagssendung wie beim Berlin-Brandenburger Radio Fritz ("RadioFritzen am Nachmittag"). Anfang Dezember war er gemeinsam mit Sabine Heinrich Gastgeber des Radio-Awards "1Live Krone", bei dem in der Bochumer Jahrhunderthalle Musiker, Bands und Comedians ausgezeichnet wurden.

Late-Night-Show aus und über Berlin

Besonders gespannt darf man auf den Januar sein: Dann kehrt die bunte Late-Night-Show "Guse Berlin" mit vier neuen Folgen ins rbb-Programm zurück. Die erste Staffel im August wurde auf der Dachterrasse von Guses WG in der Gneisenaustraße gedreht und auch die zweite soll wieder viel Berliner Flair verbreiten. Gäste von den Atzen bis zu Itchy von Culcha Candela und brandheiße Themen wie ein mögliches atomares Endlager in der Hauptstadt dürften für kurzweilige Unterhaltung sorgen. Vor dem Staffelstart wirft Chris Guse bereits am Neujahrsabend in einer Spezial-Ausgabe der Show einen Blick auf das kommende Jahr und verrät unter anderem, wie es auf dem neuen Flughafen weitergeht.

Aufgewachsen ist Guse in Zehlendorf, in einer Siedlung nahe des S-Bahnhofs. "Da haben nur Leute gewohnt, die bei der Post arbeiten", erzählt der Moderator, selber Sohn eines Postlers. Die Jugend dort verlief gut behütet, mit Ausnahme einiger unliebsamer Begegnungen am Bahnhof, der damals als kriminalitätsbelasteter Ort galt. Nach einem Work&Travel-Jahr in Australien schrieb sich Guse an der Freien Universität für ein geisteswissenschaftliches Studium ein. Wichtiger wurde jedoch bald seine Rockband, die Dukes, mit denen er mehrere Jahre lang Gigs in ganz Deutschland spielte.

Guses Zuhause ist seit seiner Rückkehr vom fünften Kontinent die Gneisenaustraße. Zu viert stand die WG-Gemeinschaft die zweijährige Sanierung des Hauses durch und ließ sich nicht aus der 5-Zimmer-Wohnung komplimentieren. Chris Guse weiß, was er an seinem Viertel hat: "Es gibt nichts, was mir nicht gefällt. Ich fühle mich rundum wohl." Besonders mag er, dass man im Bergmannkiez sein könne, was man wolle – und dass noch viele Leute von früher dort wohnen.

Schnitzelessen höchstens einmal pro Woche

Zum Frühstück oder auf einen Kaffee kommt Guse gerne an den Ort des QIEZ-Interviews, das Café Atlantic in der Bergmannstraße. Dort sei alles schön normal geblieben – im Gegensatz zu einigen anderen Orten in der Gegend. Das Essen schmeckt ihm im Felix Austria gegenüber der Markthalle am Marheinekeplatz. Der Moderator empfiehlt die Schnitzel – auch wenn er selber nur gelegentlich zugreift. Guse ist 'Flexitarier' und konsumiert höchstens einmal pro Woche Fleisch. Gerne geht er auch arabisch essen, im Sesam an der Ecke Gneisenau-/Zossener Straße.

Abends zieht es den Kreuzberger häufig ins Clash in der Gneisenaustraße – nach Guses Worten die "schönste Kneipe Berlins". Inzwischen wird es dort zunehmend voller, doch Guse hat die Zusicherung, lebenslang immer hineinzukommen. Auch die nahe Junction Bar, einen echten Klassiker des Bergmannkiezes, schätzt er wegen der guten Livemusik und der günstigen Preise. Im Sommer trinkt Guse sein Bier gerne im Biergarten Golgatha im Viktoriapark - oder quasi vor der Haustür auf dem Mittelstreifen der Gneisenaustraße. Und wer im Bergmannkiez einen neuen Schrank braucht, dem empfiehlt Guse, nicht gleich zu IKEA zu rennen, sondern erst mal bei Schreiner Schlumm in der Nostizstraße vorbeizuschauen, der sehr konkurrenzfähige Preise habe.

Neben seinen diversen Moderationstätigkeiten hofft Chris Guse für 2013 auf ein Revival der Dukes – 19 neue Songs seien bereits fertig. So sehr es ihm im Bergmannkiez gefällt – zu einer zünftigen Tour mit der Band würde er gerne wieder aufbrechen.

"GuseBerlin Spezial – So wird 2013" läuft am 1. Januar 2013 um 22 Uhr im rbb-Fernsehen. Die regulären Episoden der zweiten Staffel von "GuseBerlin" zeigt der rbb an den darauffolgenden Donnerstagen; am 3.1. um 23 Uhr, am 10., 17. und 24. jeweils um 22.45 Uhr.

Lesen Sie nächste Woche in unserer Reihe "Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez": Horst Bosetzky.


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Quelle: QIEZ
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