• Mittwoch, 19. Dezember 2012
  • von Eve-Catherine Trieba

Neue Nutzung der Gerhart-Hauptmann-Schule

Besetztes Gebäude wird zum "Projekthaus"

  • Besetzte Schule in Kreuzberg
    Die Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg wird im Sommer in ein Projekthaus für die Nachbarschaft umgestaltet. Foto: dapd - ©Axel Schmidt

Kiezinitiativen, Vereine und soziale Projektgruppen aus Kreuzberg sind ab sofort dazu aufgerufen, ihre Vorschläge für die künftige Nutzung der derzeit besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in der Reichenberger Straße einzureichen.

Im kommenden Sommer soll das seit Juni leerstehende Schulgebäude an der Reichenberger / Ecke Ohlauer Straße in ein Kreuzberger "Projekthaus" umgewandelt werden. Bürgerschaftliche Initiativen und Vereine können sich noch bis zum 15. Januar mit Projektskizzen um einen Nutzungsvertrag für Räume in der Gerhart-Hauptmann-Schule bewerben.

"Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg verfolgt bereits seit einigen Jahren das Konzept, leerstehende Gebäude nicht mehr an den Liegenschaftsfonds zu verkaufen, sondern sie an im Kiez aktive Initiativen zu verpachten, um damit das soziale Engagement im Bezirk zu stärken", so Bürgermeister Franz Schulz (Die Grünen).

Neue Heimat für bedrohte Projekte

"Da derzeit viele Projekte beispielsweise durch Mietpreissteigerungen in ihrer Existenz bedroht sind, entschlossen wir uns dazu, die Gerhart-Hauptmann-Schule in ein soziokulturelles Projekthaus umzuwandeln", erklärt er weiter. Zahlreiche Initiativen hätten sich laut Schulz bereits um einen Einzug beworben, darunter etwa ein Kreuzberger Geburtshaus, eine Sprachenschule oder die Freie Schule aus der Zeughausstraße, deren Mietvertrag in diesem Jahr ausläuft.

In den vergangenen Wochen haben diese Projekte jedoch Konkurrenz bekommen: Derzeit wird in der ehemaligen Schule unweit des Spreewaldplatzes eine Gruppe von Asylbewerbern geduldet, die mit einem Zeltlager auf dem Oranienplatz für bessere Lebensbedingungen von Flüchtlingen in Deutschland protestiert hatte. Im Zuge der Besetzung des Geländes hat sich auch eine "zweite Gruppe" in der ehemaligen Schule niedergelassen. Sie plant, ein soziales Zentrum auf dem Gelände einzurichten.

Mit einer Ausweitung des Projekthaus-Wettbewerbes will der Bezirk diese "ohne langfristiges Konzept" arbeitende Gemeinschaft in die Planungen für das Projekthaus integrieren. "Viele Initiativen im Bezirk stehen unter Druck und wir möchten nicht, dass sich eine Gruppe mit den Ellenbogen gegen andere Bewerber um einen Platz in dem Gebäude durchsetzt", betont Bezirksbürgermeister Schulz.

Die Besetzer ziehen mit

Dieser Anspruch scheint sich durchzusetzen: Die Besetzer haben sich auf Augenhöhe mit den übrigen Kandidaten beworben. Die Nutzungsvorschläge weiterer potenzieller Mieter sind herzlich willkommen - in der ehemaligen Schule steht mehreren Vereinen ausreichend Platz für ihre Aktivitäten zur Verfügung.

Im Anschluss an die Bewerbungsphase wird auch die Nachbarschaft intensiv in die Planungen zum Projekthaus einbezogen. "Wir wollen hier keine Angebote fürs Bezirksamt anbieten - das Haus soll für die Bevölkerung offen stehen - deshalb können sich alle interessierten Menschen aus dem Bezirk an den Planungen für das Projekthaus beteiligen", so Schulz. In verschiedenen Ideenwerkstätten wird ab Februar mit allen Beteiligten über den Nutzungsmix und die Organisation des künftigen Nachbarschaftshauses diskutiert.

 

Lesen Sie mehr:

Nachbarschaftshilfe für kleine und große Fälle

Sprachförderung an der Carlo-Schmidt-Oberschule

Top 10: Frühstück und Brunch in Kreuzberg

 

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10999 Berlin

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Quelle: QIEZ
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