Charlottenburg, Wilmersdorf
Brücken in Charlottenburg-Wilmersdorf

Künstlerische Beleuchtung geplant

Künstlerische Beleuchtung geplant
In der Wilmersdorfer Straße wollen Anwohner für Licht unter der Brücke sorgen. Hier der Apotheker Thomas Bong, der das Projekt unterstützt.
In Charlottenburg-Wilmersdorf soll Kunst unter die Brücke: Weil viele Bahnunterführungen im Bezirk dunkel und unangenehm sind, sollen Installationen von Lichtkünstlern für mehr Attraktivität sorgen. Auf finanzielle Unterstützung seitens der Anwohner ist man dabei angewiesen.

Bisher meiden Menschen die Bahnbrücken in Charlottenburg-Wilmersdorf, wenn es auch andere Wege gibt – häufig ist es unter ihnen schon tagsüber schummrig. Taubenkot und Vandalismus tun ihr übriges, um sie zu ausgesprochen unattraktiven Orten zu machen. Das soll sich ändern: Demnächst sollen künstlerische Lichtinstallationen acht Brücken heller und schöner machen, das Regionalmanagement City West stellt sich eine „Perlenkette aus Licht“ vor. Nun müssen die Anrainer entscheiden, denn ohne ihre finanzielle Unterstützung hat der Plan keine Chance.

Zunächst geht es um die Bleibtreu- und die Kantstraße. Bis Jahresende soll die Bahnbrücke in der Bleibtreustraße am S-Bahnhof Savignyplatz umgestaltet werden: Einen Wettbewerb der Stadtentwicklungsverwaltung gewannen Christian Schroeder von der Lumix Building Solutions GmbH und Alexander Kuhnert von der Firma Aletja mit ihrer „interaktiven Beleuchtung in Kreisform“. Bewegungsmelder registrierten Fußgänger, fahrende Autos und Bahnen, erklärten die Planer jetzt bei der Präsentation. Ausgelöst werde eine Lichtwelle aus grünen und magentafarbenen LED-Leuchten in unterschiedlichem Tempo. Durch die Mischung der Farben soll das Licht stellenweise auch Weiß aussehen.

Ton- und Lichtkünstler Hans Peter Kuhn hat für die Brücke über die Kantstraße nahe dem Bahnhof Zoo ein anderes Konzept. Er ließ sich „von den Konstruktionsmerkmalen der Brücke, dem Stil der Neuen Sachlichkeit und dem Minimalismus“ inspirieren. LED-Leuchten sollen die stählernen Kassetten- und Trägerelemente in „kaltem und hellem Weiß“ anstrahlen und akzentuieren. Die Umsetzung soll im Frühjahr 2013 durch Kuhn und seine Partnerfirma, die Arup GmbH Deutschland, erfolgen.

Suche nach zahlungskräftigen Anwohnern

Noch nicht vorgestellt wurde der schon existierende Entwurf für die Brücke an der Hardenbergstraße. Laut Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD) wird in diesem Fall noch mit der Bahn verhandelt. Bis 2015 ist außerdem Lichtkunst an den Bahnbrücken in der Fasanen-, Grolman-, Knesebeck- und Uhlandstraße sowie in der Hertzallee geplant.

Das Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Zentren“ hat für die nächsten zwei Jahre 440.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit könnten die Baukosten in der Bleibtreustraße (130.000 Euro) und Kantstraße (160.000 Euro) gezahlt werden. Anrainer müssten jedoch zehn Jahre lang für Strom und Wartung aufkommen. Bei diesen beiden Brücken sollen die Kosten dafür bei 43.000 und 23.000 Euro liegen. Die AG City ist auf der Suche nach Geldgebern, die sich unter der Telefonnummer 030-262 95 91 melden können. Die Stiftung „Lebendige Stadt“ hat 25.000 Euro in Aussicht gestellt.

Schon seit mehreren Jahren fordern Geschäftsleute an der Wilmersdorfer Straße eine hellere Bahnbrücke. Die Kosten wollen sie gemeinsam mit dem Bezirk aufbringen. In diesem Fall steht allerdings die Einwilligung der Bahn noch immer aus.

Künstlerische Beleuchtung geplant, Bleibtreustraße, Berlin

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