Kulturamtschefin Brigitte Hausmann

Vom Kulturhaus in den Schlachtensee

Vom Kulturhaus in den Schlachtensee
Die Schwartzsche Villa liegt direkt gegenüber vom Hochhaus Steglitzer Kreisel, wenige Meter von der Schloßstraße zurückversetzt.
Der "Kulturkorso", eine Initiative von 13 Museen und Kulturinstitutionen aus dem Südwesten Berlins, soll mehr Besucher nach Steglitz-Zehlendorf bringen. Das ist auch eines der wichtigsten Anliegen von Brigitte Hausmann, der neuen Chefin des bezirklichen Kulturamts. Wir haben sie in Steglitz getroffen.

Mit frischen Ideen im Gepäck zog Brigitte Hausmann vor gut einem Jahr aus Bad Reichenhall in den Berliner Südwesten. Schon in der oberbayerischen Kreisstadt war sie für die kommunale Kulturarbeit zuständig. Gewiss hätte sie dort auch noch einiges bewegen können, aber die Anziehungskraft Berlins und der Reiz, sich inhaltlich anderen Themen zu widmen, waren stärker.

Eine ihrer wichtigsten Herausforderungen ist es, die Kulturlandschaft von Steglitz-Zehlendorf noch bekannter und attraktiver zu gestalten. Nachdem das Ethnologische Museum und das Museum für asiatische Kunst von Dahlem ins Humboldt Forum gezogen sind, soll nicht der Eindruck entstehen, es gebe keine Kunst und Kultur mehr in Steglitz-Zehlendorf. Auch wenn der Wegzug der Museen zweifellos schmerzt, sei man immer noch der Bezirk mit der „höchsten Museumsdichte Berlins“, wie das Netzwerk Kulturkorso – Museen im Grünen verlauten lässt.

Netzwerk mit neuem Namen

Kulturkorso ist der Nachfolger von Natürlich Kultur. Der Initiative geht es darum, mehr Touristen und Kulturinteressierte aus dem restlichen Berlin zu erreichen. „Erlebnis und Erholung zwischen Kultur und Natur“ lautet das Motto, unter dem sich die 13 beteiligten Institutionen vom Alliiertenmuseum bis zum Schloss Glienicke gemeinsam als grüne Museumsroute mit Einkehr- und Erholungsmöglichkeiten präsentieren.

Mit dabei: die Schwartzsche Villa. Als Chefin des Kulturamts ist Brigitte Hausmann so etwas wie die Hausherrin dieser Villa, die Ende des 19. Jahrhunderts für den Bankier Carl Schwartz erbaut wurde und derzeit als einziger vom Bezirk bespielter Kulturort genutzt wird. Dementsprechend engagiert ist Hausmann bei der Sache: „Der Kulturtourismus ist ein wichtiges Thema“, sagt sie uns beim Gespräch vor Ort. Sie würde sich noch mehr Unterstützung für das Netzwerk wünschen.

Brigitte Hausmann, Frau mit langen dunklen Haaren und orangem, floral gemustertem Oberteil, schaut in die Kamera, im Hintergrund Bäume

Brigitte Hausmann, Chefin des Kulturamts Steglitz-Zehlendorf, auf dem Balkon der Schwartzschen Villa

In Steglitz ziehen sich Gegensätze an

Brigitte Hausmann hat zwei Büros: eines in der Villa und eines schräg gegenüber in der dritten Etage im Einkaufszentrum Das Schloss. Solche Gegensätze wie zwischen dem Baudenkmal und der modernen Architektur des Konsumtempels findet man in der ganzen Gegend um das Rathaus Steglitz: auf der einen Seite das Hochhaus Steglitzer Kreisel, auf der anderen alte Häuser und Villen in der Rothenburg- oder Schmidt-Ott-Straße. Die architektonisch interessierte Brigitte Hausmann mag solche Kontraste.

Eine der Ideen, die sie zu ihrem Amtsantritt im Juli 2017 mitbrachte: Den Fokus stärker auf die Architektur-Highlights des Bezirks richten, gerade angesichts des anstehenden Jubiläums „100 Jahren Groß-Berlin“. Sie könnte sich in diesem Zusammenhang eine Route des Neuen Bauens vorstellen. Außerdem möchte sie das kommunale Kulturangebot noch internationaler ausrichten und bekanntere Künstler in die Schwartzsche Villa holen. Ab Januar 2019 wird es einen weiteren Kulturort geben: „Ich bin sehr froh, dass wir bald das Gutshaus bespielen können“, freut sich Hausmann. Eröffnet wird das mit der Leipziger Malerin Rosa Loy, die 2018 gemeinsam mit ihrem Mann Neo Rauch den Bayreuther Lohengrin ausgestattet hat.

Das Gutshaus Wrangelschlößchen liegt von der Villa nur ein paar Meter entfernt die Schloßstraße runter und reiht sich perfekt ein in die vielfältige Kulturlandschaft des Bezirks. In einem Nebengebäude residiert das von Dieter Hallervorden geleitete Schlosspark Theater. Aber Steglitz hat ja noch mehr spannende Orte zu bieten: „Den Bierpinsel finde ich auch sehr interessant. Ich bin gespannt, was daraus wird“, so Hausmann. Die Kulturamtschefin hat sich zwar privat im Bayerischen Viertel in Schöneberg niedergelassen, doch das heißt nicht, dass sie nach Feierabend nicht mehr in Steglitz-Zehlendorf unterwegs wäre: „Im Sommer ist mein Lieblingsort der Schlachtensee. Da gehe ich jeden Abend nach der Arbeit schwimmen.“

Schwartzsche Villa, Grunewaldstraße 54, 12165 Berlin

Telefon 030 7937970

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