Neuer Service des Kulturamtes

Steglitz' Filmgeschichte ist jetzt online

Steglitz' Filmgeschichte ist jetzt online
Der Titania Palast: Die kubische Architektur erinnert an Amerika, die Filme im Programm erst recht.
Die stadtnahe Lage und viele offene Freiflächen sorgten dafür, dass sich der frisch gebackene Bezirk Steglitz in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts zu einem beliebten Standort für kleinere Filmbetriebe, Kopierwerkstätten und andere kinematographische Unternehmen entwickelte. Im Auftrag des Kulturamtes von Steglitz-Zehlendorf hat der Filmwissenschaftler Jeanpaul Goergen die Filmgeschichte des Bezirks nun ausführlich recherchiert - und seine Ergebnisse online gestellt.

Sichtbarstes Zeichen der filmhistorischen Vergangenheit Steglitz ist heute wohl der 1928 eröffnete Titania-Palast, der in seiner Entstehungszeit mit 1.920 Plätzen das größte und repräsentativste Kino des Bezirks war und Gäste aus der ganzen Stadt anlockte. Er überdauerte als einziger großer Saal Berlins den Krieg unzerstört und ist bei Filmfreunden noch immer eine beliebte Adresse. Dennoch war der Titania-Palast bei weitem nicht das erste und einzige Kino in Steglitz. Bereits kurz nach der Jahrhundertwende wurden vor allem längs der Schlossstraße und in der benachbarten Albrechtstraße kleinere Filmsäle eröffnet. Das erste feste Lichtspielhaus war wohl das 1907 eingerichtete Metropol-Lichtbild-Theater mit 200 Plätzen. Mit dem größten Programm von Groß-Berlin warben ab 1912 die 700 Plätze umfassenden Albrechtshof-Lichtspiele um Zuschauer.

Doch nicht nur die Geschichte der Steglitzer Kinos hat der Filmwissenschaftler Jeanpaul Goergen für seine „filmhistorische Chronik“ des Bezirks zusammengetragen. Auch, dass mit der Ansiedlung der Deutschen Mutoskop- und Biograph GmbH in einem eigens errichteten Glasatelier in der Zietenstraße 1904 der großflächige Umzug der Filmprodutkion „aus den Dachateliers der Berliner Innenstadt in Großateliers in den Randbezirken und Vororten“ begann, ist nun online nachzulesen. Immer mehr Ateliers, Filmgesellschaften und Produktionsfirmen zogen nach.

Südafrikanisches Abenteuer

Auf einem „Rauhe Berge“ genannten Hügelzug im Osten Steglitz wurde Anfang der 20er Jahre sogar ein großes Freigelände für Außenaufnahmen angelegt. Hier bauten die Verantwortlichen „ein richtiges Klein-Südafrika auf. Es war eine ummauerte Farm mit einem Pfarrhaus, einer Kirche, einem Pavillon und einem Farmerhaus mit Ställen. ‚Wilde‘ überfielen dann dieses Fort, ‚töteten‘ fast alle Bewohner und zündeten die Farm an. Eines Tages hatte man dann das ganze Gelände der Rauhen Berge eingezäunt; Steglitz wurde das deutsche Hollywood zu einer Zeit, als die Neubabelsberger Ufa-Bauten noch nicht die heutigen Ausmaße hatten“, zitiert Goergen aus einer Steglitzer Filmchronik von 1951.

Insgesamt liest sich die frisch online gestellte filmwissenschafltiche Abhandlung, die vom Kulturamt Steglitz-Zehlendorfin in Auftrag gegeben wurde, für Interessierte recht unterhaltsam. Neben den schon erwähnten Kapiteln „Ateliers, Filmfirmen, Kinobedarf in Steglitz“ und „Kinos in Steglitz“ kann man sich außerdem über „Steglitz im Film“ informieren. Zum Teil wäre eine etwas nutzerfreundliche Aufbereitung vielleicht wünschenswert gewesen, doch viele Zitate, Querverweise, Originalaufnahmen und Links sorgen dafür, dass man Stegitz einmal von einer ganz neuen Seite kennenlernt.

Das Online-Angebot findest du hier.

Titania Palast, Gutsmuthsstraße 27-28, 12163 Berlin

Titania Palast

Der Titania Palast: Die kubische Architektur erinnert an Amerika, die Filme im Programm erst recht.

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