Nach Neu-Konzeptionierung

Kunstquartier Bethanien feiert fünftes Jahr

Kunstquartier Bethanien feiert fünftes Jahr
Das ehemalige Diakonissen-Krankenhaus und spätere Künstlerhaus Bethanien ist ein Wahrzeichen des Mariannenkiezes.
Mariannenkiez – Vier Jahre nach dem Auszug des einst namensgebenden Künstlerhauses zieht die Kulturinstitution am Mariannenplatz eine positive Bilanz der neuen Ära. Zum Feiern lädt auch das vierte Sommerfest in und vor den historischen Gemäuern ein.

Rückblende in die ‚Nuller-Jahre‘: 2005 besetzt das Hausprojekt „Yorck59“ zwei durch den Auszug des Sozialamts frei gewordene Etagen im ehemaligen Diakonissen-Krankenhaus Bethanien. Die Initiative Zukunft Bethanien startet auf Bezirksebene ein Bürgerbegehren. Beide Gruppen verfolgen mindestens ein gemeinsames Ziel: Den durch die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg beschlossenen Verkauf des Gebäudes an einen Privatinvestor zu verhindern.

Nach dem Erfolg der Unterschriftensammlung, der zu einem Bürgerbegehren geführt hätte, lenkt die BVV ein. An Runden Tischen wird in den Folgejahren ein neues Nutzungskonzept erarbeitet. Seit 1. Mai 2009 bewirtschaftet die gemeinnützige Gesellschaft für Stadtentwicklung (GSE) die Immobilie. Wichtige Nutzer wie der kommunale Kunstraum Kreuzberg mit seinen Ausstellungsflächen, die Druckwerkstatt des Berufsverbands Bildender Künstler, die Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg oder das Freiluftkino bleiben im Bethanien, ebenso die ehemaligen Besetzer im Südflügel, die feste Mietverträge bekommen. Die Künstlerhaus Bethanien gGmbH zieht dagegen 2010 mit ihrem Atelier- und Ausstellungsprogramm an die Ecke Kottbusser Damm / Kohlfurter Straße, um Qualität und Umfang ihres Angebots weiterhin gewährleisten zu können. Bei nicht in die Lokalpolitik Eingeweihten verursacht dieser Umzug der früheren Namensgeber gelegentlich noch Verwirrung.

Neue Mieter und Gastronomie

Inzwischen sind in das Kunst- und Kulturquartier jedoch auch etliche neue Projekte und Mieter eingezogen. Unter dem Titel „Darstellende Künste im Bethanien“ haben sich etwa verschiedene Theater- und Tanzprojekte eingefunden, darunter der Bundesverband Freier Theater, She She Pop oder die Dramaturgische Gesellschaft. Bereits seit 2009 gibt es eine Medienwerkstatt im Bethanien. In der ehemaligen Bibliothek und der Kapelle stehen Räume für Ausstellungen und Veranstaltungen zur Miete bereit – über die Vergabe entscheidet der Mieterrat zusammen mit der GSE. Absolut empfehlenswert ist schließlich auch das 2010 eröffnete Restaurant 3 Schwestern, das in einem Kuppelsaal untergebracht ist und auf gut gemachte, vorwiegend einheimische Küche setzt.

Doch auch die Vergangenheit als Diakonissen-Krankenhaus bietet nach wie vor genügend Gründe, den Bau am Mariannenplatz einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Erbaut wurde er nach Plänen von Theodor Stein und Ludwig Persius von 1845 bis 47. Bis 1970 war das Krankenhaus mit seinen zwei charakteristischen Türmen in Betrieb. Ein Relikt aus der Frühzeit ist die historische Theodor-Fontane-Apotheke, in der der berühmte Schriftsteller 1848/49 als Apotheker arbeitete. Sie ist weitgehend in ihrer originalen Ausstattung erhalten und kann dienstagnachmittags besichtigt werden.

Es gibt also einige Gründe zu feiern im Bethanien. Am 14. Juni findet auch daher das vierte Sommerfest des Kunstquartiers statt. Zudem wird die Musikschule in diesem Jahr 65. Aus diesem Grund sind viele ehemalige Mitglieder der Institution eingeladen – aus der Friedrichshainer Schule gingen immerhin spätere Mitglieder der Puhdys, von Silly und Karat hervor. Ab 14 Uhr sind mehrere Ausstellungen in den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten des Bethanien zu sehen; auch die Apotheke hat geöffnet. Es gibt ein Programm für Kinder, eine Freiluft-Musikbühne, aber auch Konzerte in den Musikschulräumen. Und ab 21.45 Uhr klingt das Fest im Open-Air-Kino mit der Musikdoku „Searching for Sugar Man“ aus – der Eintritt hierfür ist frei.

Weitere Informationen über das Bethanien gibt es auf dessen Webseite. Das Sommerfest findet am 14. Juni von 14 biss 22 Uhr statt, der Eintritt ist frei.

Kunstquartier Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
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