Kiez-Serie

Darum ist der Nibelungen-Kiez der schönste

Darum ist der Nibelungen-Kiez der schönste
Im Nibelungenkiez wohnen auch Vierbeiner: die Schafherde im Naturpark Herzberge.
Der Berliner innerhalb des Rings weiß meist wenig über diesen verlassenen Teil Lichtenbergs. Das ist aber durchaus auch ein Vorteil: Denn hier ist es noch richtig ruhig, günstig und grün. Warum der Nibelungen-Kiez unerwartet unser Herz gewonnen hat.

1. … weil du inmitten von wohlklingenden Straßen wohnst. Wotanstraße, Siegfriedstraße, Freiastraße: Nördlich des S-Bahnhofs Lichtenberg haben die nordischen Götter das Sagen. Und es fühlt sich irgendwie gut an, wenn man sagen kann, am Nibelungenring zu wohnen. Außerdem lernt man gleich noch was dazu – denn wir mussten doch erst noch mal gucken, welche Götter da gleich noch für was zuständig waren…

2. … weil es hier so ruhig ist. Hier sagen sich jetzt nicht Fuchs und Hase gute Nacht – aber fast. Viel los ist hier abends nicht mehr auf den Straßen. Die Barszene oder Discos wie das Sisyphos liegen eher im Süden Lichtenbergs und so können wir nachts bei offenem Fenster selig schlummern.

3. … weil der Landschaftspark Herzberge gleich um die Ecke ist. Gerade in Berlin ist es ja nicht so leicht, eine schöne Joggingstrecke im Grünen zu finden. Der Landschaftspark ist ein echtes Highlight für Spaziergänge und Sport: ruhig, abwechslungsreich – sogar Schafe gucken kann man auf dem Weg – und perfekt für eine kleine Runde nach der Arbeit. Sogar einen Natur- und Gesundheitspfad gibt es hier.

 

Ein Beitrag geteilt von Elisabeth (@serendi.pics) am Aug 28, 2017 um 4:36 PDT

4. … weil Ikea um die Ecke ist. Dieser Grund mag sich banal anhören, aber ganz ehrlich: Wie oft muss man zu Ikea, um noch eine Kleinigkeit für die Wohnung zu kaufen oder umzutauschen? Vom Nibelungen-Kiez aus könntest du sogar mit dem Rad ins Möbelhaus fahren – Voraussetzung dafür ist aber, dass du wie die Vietnamesen zentnerschwere Last auf dem Rad ausbalancieren kannst.

5. … weil es hier viele versteckte Innenhof-Oasen gibt, was mit der Architektur der vielen ehemaligen Arbeitersiedlungen zusammenhängt. Wer vermisst schon überlaufene Parks an warmen Sommertagen, wenn direkt vor der Haustür, geschützt vor neugierigen Passanten, eine riesige, gepflegte Grünfläche wartet? Mit blühenden Bäumen und Blumen, Schaukel und Tischtennisplatte, kannst du hier den ganzen Tag verbummeln.

6. … weil das Stasi-Museum sehr spannend ist und sogar für Nicht-Lichtenberger einen Ausflug wert. Neben der Dauerausstellung Staatssicherheit in der SED-Diktatur kannst du im Museum die historischen Diensträume Erich Mielkes sehen, des letzten Ministers für Staatssicherheit der DDR, die seit 1990 weitestgehend in ihrem Originalzustand erhalten sind.

 

Ein Beitrag geteilt von Ewan Shaw (@shaawewa) am Mär 31, 2018 um 6:13 PDT

 

7. … weil die Mieten hier noch wirklich, wirklich günstig sind. Für eine 50 Quadratmeter-Wohnung haben wir hier 450 Euro im Monat gezahlt. Direkter Vergleich: So viel kostete schon ein Einzelzimmer in unserer WG in Nord-Friedrichshain – zugegeben, dafür gab es dort tollen Stuck.

8. … weil es hier köstliches Frühstück im heimeligen Café Zeitenträumer gibt. Hier kannst du ganz gemütlich mit Kaffee oder Tee mit Minzblättern in den Sonntag starten – bei schönem Wetter sogar auf der Terrasse im Freien. Sehr empfehlenswert sind vor allem der Lachs-Bagel und die selbstgemachten Kuchen.

9. … weil morgen alles besser ist. Aber nicht etwa, weil man eine Nacht darüber schläft, sondern sich alle Sorgen und Stress von der Seele trinken kann. Und zwar in der netten Kiez-Kneipe Morgen wird besser, die wir wegen der guten Bierauswahl aus dem Hahn, der gemütlichen Stimmung und den guten Preisen lieben. Hier kommt der Kiez zusammen: An den Wänden hängen große Porträts des Berliner Fotografen Steven P. Carnarius und außerdem finden regelmäßig Konzerte, Lesungen oder andere Veranstaltungen statt.

10. … weil Asien gleich um die Ecke ist. Nur ein kleiner Spaziergang oder zwei Busstationen trennen uns vom Dong Xuan Center mit seinen authentischen Gerichten aus ganz Asien, billig-buntem Krusch, Lebensmitteln, die man eigentlich nur in Asien kriegt und natürlich – das Highlight – Trinkkokosnüsse! Dieser Ausflug fühlt sich an wie ein Kurzurlaub nach Vietnam.

Stasi Museum im Haus 1 des Ministeriums für Staatssicherheit, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Telefon 030 5536854

Webseite öffnen
E-Mail schreiben


Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr | Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen 12 bis 18 Uhr

Weitere Artikel zum Thema Wohnen + Leben