Mascha fragt nach

Das erste Mal: Ein Dreier mit einem Pärchen

Das erste Mal: Ein Dreier mit einem Pärchen
Wenn zwei sich nicht genügen, freut sich der Dritte?
Sexkolumnistin Mascha ist zwar nicht der größte Fan von Dreiern, die Geschichte einer Freundin fand sie aber dennoch sehr spannend: Wie ist eigentlich Sex zu dritt, wenn zwei der Beteiligten ein Paar sind?

„Three is a party“ – diesen Satz hörte ich einst von einer Frau, die auf Tinder ganz gezielt nach Dreiern suchte. Dass sie kurz bevor es zwischen ihr, ihrem Begleiter und mir zur Sache ging, doch den Schwanz einzog (hihi), steht auf einem anderen Blatt. Dass zu viel Party aber auch der Tod eines funktionierenden Dreiers sein kann – etwa, weil plötzlich noch ganz viele andere mitmachen wollen und/ oder der Alkohol jede Erektion gewaltsam niederringt, habe ich auch bereits erfahren müssen. Aber ich schweife ab, denn eigentlich will ich sagen: Die Faszination am Thema Sex zu dritt ist immens, das merke ich in meinem Freundeskreis und überall, wo ein sexpositiver Spirit durch die Luft wabert. Als mir eine Freundin kürzlich von einem Erlebnis erzählte, das mir selbst bisher verwehrt blieb, klingelten natürlich die Glocken für Mascha fragt nach: Wie funktioniert eigentlich ein Dreier mit einem fremden Paar? Das ist eine Konstellation, die nicht unbedingt zufällig zustandekommt, weil man sich als Einzelperson ja bei zwei Menschen einklinkt, die regelmäßig miteinander schlafen, vielleicht sogar zusammenleben? Meine Freundin Marieke gibt mir Auskunft – auch bei diesem Thema habe ich auf Wunsch natürlich ihren Namen und alle folgenden geändert.

Erst Technoclub, dann Sex zu dritt – mit einem Paar

Marieke, 30, steht vorwiegend auf Männer, hat aber auch reges Interesse an Sex mit Frauen. Praktisch, wenn man einen Dreier mit einem Mann-Frau-Pärchen ausprobieren will. Auf ewiges Online-Dating hat sie allerdings wenig Bock, sie will die Menschen kennenlernen, real, bevor sie sich zu irgendwas verabredet. Und das klappt bei ihr besonders gut im Berghain. Hier lernte sie Jeremy kennen, einen etwas speziellen, nicht glatt schönen, aber interessanten Typen. Vor allem gehörte er zu denen, die wissen, was sie wollen. Und das war an diesem Abend: Einen Drink mit Marieke nehmen, ein bisschen tanzen und sie sehr schnell küssen, um sie dann seiner Freundin Lisa vorzustellen. „Er war da sehr klar. Lisa sollte unbedingt in alles mit eingebunden werden. Auch wenn ich das Gefühl hatte, dass er sich schon gerne erstmal auf mich konzentriert hätte“, erzählt Marieke. „Für mich war das super, denn ehrlich gesagt fand ich sie sofort heißer als ihn.“ Ein Klassiker – zumindest, wenn ich den Berichten anderer Dreier-Tester glaube… Und dann stellt sich die Frage: Will man trotzdem mit beiden in die Kiste? Marieke wollte. Zumal ohne Jeremy vermutlich gar nix gelaufen wäre. „Er war ganz klar der Initiator, sie wirkte anfangs total schüchtern. Er war es, der fragte, ob ich mit ihnen nach Hause gehen wolle, sie hätte sich das bestimmt nicht getraut. Erst Zuhause ist sie dann etwas aufgetaut.“ Aufgetaut heißt in diesem Fall: Es wurde wild rumgemacht.

 

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Ein Beitrag geteilt von mario estep (@estepmario) am Jan 30, 2019 um 10:01 PST

Ich weiß ja selber, wenn es einmal läuft, läuft es, ob nun zwei, vier, sechs oder acht Hände und Geschlechtsteile involviert sind. Trotzdem gibt es ja manchmal Momente des Innehaltens und sogar der Kommunikation. Deswegen fand ich besonders spannend, wie das mit einem Pärchen funktioniert. Werfen die sich dann dauernd verliebte Blicke zu? Müssen die sich zwischendurch immer wieder absprechen, ob sich beide noch wohlfühlen, ob keiner beim Sex zu kurz kommt – oder haben die einen klaren Plan, was sie mit ihrem abgeschleppten Plus 1 alles anstellen wollen? „Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass sie manche Dinge einfach noch nicht geklärt hatten. Etwa, wie weit sie mit mir gehen wollten. Das war ein bisschen witzig, weil es dadurch immer wieder zu kurzen Pausen kam“, erklärt mir Marieke. „Am Ende war es so, dass sich beide vor allem auf mich und meine Befriedigung konzentriert haben, ich war die Hauptperson, um die sich gekümmert wurde. Ich hatte ständig vier Hände und zwei Münder an meinem Körper, ich war der Gast, dem es gut gehen sollte. Das war eine ziemlich tolle Erfahrung. Und Lisa schien auch immer mehr Spaß an der Sache zu haben, auch wenn ich nach wie vor glaube, dass sie solche Aktionen vor allem Jeremy zuliebe macht.“

Dreier mit einem Paar – und trotzdem Hauptperson

Das klingt in der Tat ziemlich super. Zumindest während des Rummachens und Vögelns… Doch was ist danach? Ich gebe zu, da bin ich fast ein bisschen romantisch, wenn ich die Person oder die Personen mag und gut riechen kann, will ich kuscheln. Und über Nacht bleiben. Geht das mit einem Paar? Ich glaube nämlich, dass ich keine fremde Frau mit mir und meinem Freund im Bett schlafen lassen wollen würde, wenn der Akt vollzogen worden wäre. „Ich glaube, das hängt total von der Situation und Konstellation ab“, meint Marieke. „In dieser Nacht waren wir alle sehr betrunken und sehr horny. Es ging absolut nur um Befriedigung und Sex, da stellte sich die Frage nach Kuscheln gar nicht. Ich bin auf meine Kosten gekommen und dann irgendwann nach Hause gefahren. Schwieriger wäre es, wenn ich einen der beiden so super fände, dass ich mir mehr hätte vorstellen können. Oder das Gefühl gehabt hätte, das fünfte Rad am Wagen gewesen zu sein. Oder wenn die beiden nur ihr Ding durchgezogen und irgendwelche wilden Praktiken abgezogen hätten, ohne auf meine Bedürfnisse einzugehen. All das war mit Lisa und Jeremy nicht der Fall, da hatte ich vielleicht einfach Glück. Ehrlich gesagt habe ich eine ziemliche Ego-Nummer durchgezogen und deren Lust auf mich voll ausgekostet, ohne das Gefühl zu haben, jedem der beiden einen Orgasmus verschaffen zu müssen. Aber das schien für beide total okay zu sein.“

Aha. Der Trick ist also: Such dir ein Paar, von dem du mindestens einen Teil super heiß findest, die dich beide super heiß finden und die total Bock haben, es dir zu besorgen. Am Ende ist das natürlich der Vorteil, wenn man sich bei zwei Menschen einklinkt, die regelmäßig miteinander schlafen. Wenn dann mal jemand Neues dabei ist, macht es ja total Sinn, sich auf diese Person zu konzentrieren. Der Partner ist ja morgen auch noch da. Und ob sich am Ende einer der beiden zu wenig beachtet gefühlt hat oder doch eifersüchtig war, das hat das Paar dann schön alleine diskutieren können. Da lag Marieke schon gemütlich in ihrem eigenen Bett. Gar nicht so unpraktisch. Merke ich mir.

Gut, dass ich da mal nachgefragt habe.

Eure Mascha

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