Schöne Orte, schöne Momente

Lieblingsorte eines temporären Berliners

Lieblingsorte eines temporären Berliners
Ohne Zweifel eine der großen Attraktionen in Kreuzkölln: der Landwehrkanal.
Wie schnell doch die Zeit vergeht! Vor rund vier Monaten habe ich mein Praktikum bei QIEZ.de angetreten, und nun ist es schon fast vorbei. Anlass, meinen Aufenthalt in Berlin noch einmal Revue passieren zu lassen und meine Lieblingsorte in der Hauptstadt sowie meine schönsten QIEZ-Erinnerungen zusammenzufassen.

Mein Lieblingskiez…

…ist natürlich der, in dem ich gewohnt habe. Der Reuterkiez, dessen Name mitunter als Synonym für ganz Kreuzkölln verwendet wird, leidet zwar unter der rasant voranschreitenden Gentrifizierung des gesamten Bezirks, ist aber immer noch ein Hot-Spot für Künstler, Kreative und ausgefallene Gastronomie. Besonders die Weserstraße mit ihren vielen Cafés, Kneipen und gut gelaunten Menschen werde ich in wundervoller Erinnerung behalten. Viele Samstagabende habe ich hier verbracht, vor allem im Ratzeputz, einer schäbig-schicken Kneipe mit viel Charme und Charakter. Sonntags diente mir das Sträßchen zwischen Sonnenallee und Wiegandufer dann für erholsame Spaziergänge, die meist auf dem Flohmarkt am Maybachufer endeten.

Mein Lieblingsort…

…liegt nicht allzu weit von meinem Kiez entfernt. Das Fraenkelufer zwischen Kottbusser- und Admiralbrücke war nach so manchem Arbeitstag mein Anlaufort für Entspannung und Ruhe. Auf ‚meiner‘ Bank in der Nähe der Synagoge habe ich mein Feierabend-Bierchen genossen, auf den Landwehrkanal geblickt und nicht selten einer schönen Berlinerin hinterhergeschaut. Und wenn ich einmal Hunger hatte, was nicht selten vorkam, lockte der Prisma Pavillion an der Kottbusser Brücke. Hier gibt es, unter anderem, leckere Spezialitäten aus dem Wok.

Meine Lieblingskneipe…

…befindet sich ebenfalls am Landwehrkanal: Die Ankerklause in Kreuzkölln ist eine Mischung aus uriger Destille und Mini-Club. Auf ihrer über dem Kanal schwebenden Terrasse habe ich freitags des Öfteren einen Fisch- oder Chiliburger verspeist und mit meinen Freunden das Wochenende eingeläutet. Bei einem herrlichen Blick auf das gegenüberliegende Paul-Lincke-Ufer und die Kottbusser Brücke lässt es sich hier im Sommer wie im Winter wunderbar entspannen, schlemmen oder bei einem frisch gezapften Pilsener Urquell über das Weltgeschehen debattieren. Berühmt ist die Ankerklause außerdem für ihre Jukebox, die seit Jahr und Tag ihren Dienst verrichtet und aus Tanzenden DJs macht.

Mein Lieblingsclub…

…ist die Griessmühle, früher eine Nudelfabrik, heute eine top Party-Location. Besonders im Sommer ist dieser Club ein echtes Highlight, da das umliegende Areal an den Ufern des Neuköllner Schifffahrtskanals zu einer Art Abenteuerspielplatz für Erwachsene umfunktioniert wurde. In Baumhäusern und Holz-Verschlägen finden zu später Stunde alkoholgeschwängerte Schwätzchen, subtile bis leidenschaftliche Flirts oder das ein oder andere Techtelmechtel statt. Auch die beiden Floors bieten ein besonders Ambiente. Die Tanzfläche im Erdgeschoss besteht aus einer mittelgroße Halle mit wunderbarer Akustik, und im Keller wird in einem schmalen Raum Schulter an Schulter getanzt.

Mein Lieblingsmuseum…

…findet sich in Lichtenberg, untergebracht im Gebäude einer ehemaligen Wehrmachtspionierschule, die in den 30er Jahren errichtet und nach dem Krieg von der sowjetischen Besatzungsmacht als Hauptquartier genutzt wurde. Hier, im Deutsch-Russischen Museum, unterzeichneten am 8. Mai 1945 drei deutsche Generäle die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reichs. Der große Saal, in dem dieses historische Ereignis stattfand, wurde mit dem Original-Mobiliar von 1945 rekonstruiert und erinnert heute an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Im Obergeschoss des Gebäudes informiert das Museum über das deutsch-russische Verhältnis seit der Oktoberrevolution von 1917. Hier findet ihr meinen Artikel zum Deusch-Russischen Museum.

 

Mein Lieblingspark…

…ist ein Neuköllner Original. Der neobarocke denkmalgeschützte Körnerpark unweit der U-Bahnstation Leinestraße ist mein Berliner Lieblingspark. Die von Jonasstraße und Schierker Straße eingefasste Grünanlage wurde Anfang des letzten Jahrhunderts in einer stillgelegten Kiesgrube angelegt und liegt bis zu sieben Meter tiefer als die angrenzenden Gebäude. Ihre Vegetation besteht vor allem aus Platanen- und Staudengewächsen, architektonische Highlights sind die prachtvolle Stufenkaskade mit Springbrunnen und die efeubewachsene Orangerie, in der sich auch das „Café im Körnerpark“ und die „Galerie im Körnerpark“ befinden. Hier stehen Köstlichkeiten wie „Limetten-Cheesecake“ auf der Karte und Ausstellungen über zeitgenössische Kunst sowie zeitgeschichtliche Themen auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt sind die vielen Konzerte und Open-Air-Veranstaltungen, die während der Sommerzeit im „Sanssouci Neuköllns“ stattfinden.

 

Meinen Lieblings-Kiezspaziergang…

…habe ich nicht in Berlin gemacht. Zu Beginn meines Praktikums besuchte ich ein Städtchen, das im brandenburgischen Teltow-Fläming liegt und vor 70 Jahren Ausgangspunkt für ein kühnes Vorhaben war, das die Welt hätte verändern können. Vom Flughafen Rangsdorf aus brach der deutsche Wehrmachts-Offizier Claus Schenk Graf von Stauffenberg zu seinem missglückten Hitler-Attentat in der Wolfsschanze auf. Der Flughafen selbst ist nur durch einen Gewaltmarsch durch endlose Felder zu erreichen, allerdings gibt es in Rangsdorf noch mehr zu entdecken. Wer sich in der Touristeninformation ein Booklet besorgt, kann zwischen drei verschiedenen Spaziergängen wählen. Ich habe mich für den „historischen Spaziergang“ entschieden und mich auf die Spuren von UFA-Kameramännern und Fliegerassen begeben.
Hier findet ihr meinen Kiezspaziergang.

Meinen Lieblingsartikel für QIEZ…

…habe ich am Anfang meiner QIEZ-Zeit verfasst, nachdem ich die Möglichkeit bekam, einem renommierten Street Art-Künstler bei der Arbeit zuzuschauen. Mit Genehmigung des Berliner Senats gestaltete „Ben Eine“ eine Wand am Velodrom im Prenzl’Berg. Mehrere Stunden war der Brite am Werk. Nach der Vollendung des Wandgemäldes erzählte er mir ein wenig über sein künstlerisches Selbstverständnis, seine Projekte und seine Beziehung zur Stadt Berlin. Unter anderem berichtete er vom ersten Besuch vor zehn Jahren, als er zusammen mit seinem Freund, dem Street Art-Künstler Banksy, eine Wand „irgendwo in Ost-Berlin“ gestaltete und von der Polizei abgeführt wurde. Hier findet ihr meinen Artikel zu Ben Eine.

Mein Lieblingsrestaurant…

…befindet sich in meinem Kiez. Da ich kein Fan von gediegenen Speisesälen oder anderem Schnickschnack bin, gehe ich am liebsten in urige Gaststätten wie die Trattoria La Tarantella in der Weichselstraße. Hier gibt es fantastische Pizzen und andere italienische Leckereien zu guten Preisen. Das Ambiente, eckige Bistrotische mit rot-weiß karierten Tischdecken und Kerzen in Chianti-Flaschen, erinnert an traditionell-italienische Speiselokale in New York City, und wer nach den Coppola-Paten Ausschau hält, braucht nicht lange zu suchen. Hübsch chronologisch aneinandergereiht wachen Marlon Brando, Al Pacino und Andy Garcia als Fotografien über den Laden.

Meine Lieblingsstraße…

…ist eigentlich ein Boulevard. Ende September hatte ich die Gelegenheit, an einer Führung entlang der historischen Gebäude an der Karl-Marx-Allee, früher Stalinallee, teilzunehmen. Michael Voigtländer vom „Büro für Industriekultur Berlin“ führte uns durch die Anlage und schilderte die Entstehungsgeschichte des Architektur-Prestige-Projekts der DDR. Dabei war ihm ein Aspekt wohl ganz besonders wichtig: Die Gebäude zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor gehörten zwar der architektonischen Stilrichtung „Sozialistischer Realismus“ an, der gängige Begriff „Zuckerbäckerstil“ sei jedoch falsch, da die verspielten Ornamente fehlen, die Gebäuden wie dem Kulturpalast in Warschau das Aussehen einer Hochzeitstorte verleihen. Hier findet ihr meinen Artikel zur Stalinallee.

 

„Vier Monate Berlin, vier Monate QIEZ. So viel habe ich gesehen, so viel geschrieben, so viel verfasst. Ich danke allen Mitarbeitern von QIEZ für diese wunderbare Möglichkeit und die schönen Momente, die ich in der Hauptstadt erleben durfte. Nun räume ich meinen Stuhl im Praktikanten-Zimmer und mache mich auf zu neuen Ufern.“

Ankerklause, Kottbusser Damm 104, 10967 Berlin

Telefon 030 6935649

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