Neuer Lieferdienst

Jetzt kannst du Getränke shoppen, um Clubs zu retten

Lila Hochhaus mit Aufschrift "Stay Home Club Berlin", davor orange U-Bahn auf Hochbahntrasse
Von zu Hause bestellen, aber an die Clubs denken: das Prinzip des neuen Lieferdienstes "Stay Home Club Berlin".
Jede weitere Woche ohne Öffnungszeiten schadet der Berliner Clubszene. Doch auch deren Zulieferer sind betroffen. Dank einem neuen Online-Shop könnten die einen den anderen und sich selber helfen...

Seit über einer Woche steht das Berliner Nachtleben still: Zu vorletztem Samstag beschloss der Senat, Veranstaltungen mit mehr als 50 Menschen wegen der Corona-Krise zu verbieten. Bars und Clubs kostet jeder verpasste Öffnungstag Geld, da Ausgaben wie Miete und Gehälter weiter laufen – darin unterscheiden sie sich nicht von Betrieben und Geschäften in anderen Branchen. Betroffen sind aber auch die Künstler*innen, die nun nicht in den Läden auftreten können – und Lieferant*innen, die ihre Produkte nicht loswerden.

Sie alle sind gemeinsam Opfer der Krise. Warum also nicht gemeinsam die Lage ein Stückchen erträglicher gestalten, dachte sich unter anderem Paul Döcker, Mitgründer des Saft- und Cider-Herstellers Ostmost. Das Unternehmen, das sich auch für die Artenvielfalt auf Streuobstwiesen einsetzt, hat sich mit anderen Firmen zusammengetan, für die größtenteils Clubs und Bars wichtige Kunden sind. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie nicht rein gewinnorientiert sind: „Wir alle verkaufen faire und nachhaltige Produkte, um Geld für unsere übergeordneten Ziele zu sammeln“, sagt Lukas Küttner von Ostmost. Manchen drohen durch die Schließungen nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent.

 

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Ein Beitrag geteilt von Stay Home Club Berlin (@stay.home.club.berlin) am Mär 22, 2020 um 11:26 PDT

Lieferung an alle Berliner Haushalte

Abhilfe soll nun der Stay Home Club Berlin schaffen. Die Idee dahinter: Da die Clubgänger*innen inzwischen (hoffentlich) auch zu Hause bleiben, kommen die Getränke und andere Produkte einfach zu ihnen. Vom Erlös des neuen Online-Shops gehen 5 Euro pro Bestellung an die Initiative United We Stream, die mit beschränkten Mitteln finanzielle Nothilfe für die Berliner Clubkultur und Künstler*innen leistet. 8 Prozent fließen an den Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung. Der Rest federt die Verluste der Unternehmen ab, die ihre Produkte nun auf diesem Weg vertreiben. Um die Lieferung kümmert sich der Getränkehändler Berliner Flaschenteufel, zu dessen Kunden normalerweise ebenfalls viele gastronomische Betriebe gehören. Das Liefergebiet beschränkt sich auf Berlin, der Mindestbestellwert beträgt 60 Euro inklusive Pfand.

Im Stay Home Club Berlin liegt der Schwerpunkt auf Getränken: Neben dem Sortiment von Ostmost bekommst du auch Bier von Quartiermeister, Vodka und Gin von Abyme, Mate und Cola von Solidrinks sowie Wasser von Viva Con Agua. Darüber hinaus in der Produktpalette: Obst und Gemüse, das vom Handel wegen Größe oder Form aussortiert wurde – und nun von Querfeld weitervertrieben wird. Und auch die veganen sowie nachhaltigen Kondome und Periodenprodukte von Einhorn sind zu Hause ja nicht ganz falsch.

Mehr Infos zu den einzelnen Unternehmen erhältst du auf der Webseite vom Stay Home Club Berlin.

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