Best of Steglitz

Wo Berlin sich wie Neuseeland anfühlt

Wo Berlin sich wie Neuseeland anfühlt
Die nachtaktiven Kiwis leben in Neuseeland - und sind das Maskottchen eines besonderen Pubs in Steglitz.
Rathaus Steglitz - Die Journalistin Maggie Riepl lebt seit vielen Jahren in Steglitz und kennt sich im südwestlichen Berlin gut aus. Auf QIEZ.de präsentiert sie regelmäßig ihre ganz persönlichen Kiez-Perlen. Diesmal nimmt sie uns mit an einen Ort, der den Neuseeland-Spirit nach Berlin bringt.

Neuseeland ist für mich das schönste Land der Welt, leider aber sehr weit weg. Ziemlich genau 17.231 Kilometer sind es von der Steglitzer Albrechtstraße bis zur Rangitoto Road in Papatoetoe, einem Vorort von Auckland. So steht es auf einem großen gelben Schild im Kiwi Pub und der ist zum Glück nur ungefähr 550 Meter von meinem Zuhause entfernt.

Im Mai 2016 feiert die Kneipe ihr zehnjähriges Bestehen. Der Besitzer und Barmann John Bayliss ist ein echter Kiwi  – wie sich die Einheimischen des kleines Landes unterhalb Australiens – nennen. Und zwar nicht nach der Frucht (wie man aufgrund  der knallgrünen Fassade des Pubs vermuten könnte) – sondern nach einem dortigen Vogel. Einem der schrägsten der Welt übrigens: mit graubraunem Zottelfell, flugunfähig und nachtaktiv.

Nun ja, nachtaktiv sind die Besucher des Pubs auch. Viele Stammgäste aus der Umgebung (zwischen 18 und 80), aber auch Besucher aus aller Welt. Das kann man auf einer großen Weltkarte an der Wand sehen, wo alle Länder, aus denen bislang Gäste kamen, mit einer Nadel markiert sind. Es gibt kaum freie Stellen, wie John voller stolz zeigt.

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Der 55-Jährige mit dem spitzbübischen Lächeln war in seiner Heimat Techniker in einer Wäscherei für Schafswolle. Schafe gibt es ja reichlich in Neuseeland. Mehr als Einwohner jedenfalls, sagt man. Das Verhältnis soll drei Millionen Menschen zu 60 Millionen Mähs sein. Und so steht auch ein kleines Schaf – unecht natürlich – für Heimatfeeling im Pub-Fenster.

Nach Europa kam John der Liebe wegen, seine Frau Martina hilft am Wochenende mit im Lokal, das schräg und originell ist. Der Tresen ist mit einem südseehaft anmutenden Strohdach dekoriert, um das sich Lichterketten schlängeln. Dunkelgrün sind die Wände, an denen so einiges hängt: Dartscheibe, Gitarre, große Uhren, die die Zeit in Berlin und Neuseeland (12 Stunden Unterschied) anzeigen, und etliche bunte Rugby-Shirts. Man hat also ordentlich was zu gucken. Der Kiwi Pub gehört zu den wenigen Lokalen der Stadt, wo man internationale  Rugbyspiele live schauen kann – weil John großer Fan ist. 

Noch voller ist der kleine Laden mit einer Handvoll Bistrotische aber, wenn tolle Berliner Bands wie „Rubber Soul“ oder „Leeman and the Gang“ spielen. Dann wird die Hütte so richtig gerockt. Dass der Platz eng, die Luft heiß ist und die Tür kaum aufgeht, weil da schon der Gitarrist steht, ist gar kein Problem, sondern ein Riesenspaß. Getrunken wir dann reichlich. Vor allem Tui, das Bier aus der ältesten Brauerei Neuseelands.

Es gibt noch weitere Sorten vom Ende der Welt wie Monteith`s und Flame, man bekommt neuseeländischen Sauvignon blanc (die Flasche für 19,90 Euro) und Mixed Drinks. Wer Hunger hat, hat weniger Auswahl. Im Angebot sind ausschließlich verschiedene Sorten neuseeländischer Pies (Teigpasteten mit Fleisch oder Gemüse für 3,50 Euro). Alternative: Man ordert etwas in der Pizzeria ein paar Häuser weiter, und darf es sich in den Pub liefern lassen. John sieht das ganz locker. Er ist ja auch ein Kiwi. Und die sind für ihre Lockerheit und ihr „easy way of living“ weltweit bekannt.


Quelle: QIEZ / externe Quelle

Kiwi Pub, Albrechtstraße 115, 12167 Berlin

Telefon 0173 2393517

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Samstag ab 18:00 Uhr
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