Durch den Kiez

Malte Arkona: Neu-Berliner mit rosaroter Brille

Malte Arkona: Neu-Berliner mit rosaroter Brille
"Diese Models heutzutage werden auch immer dünner" - Der Fernsehmoderator Malte Arkona ist immer für einen Scherz zu haben. Zur Foto-Galerie
Ob als Fernsehmoderator für den Tigerentenclub oder Seniorenshows – Malte Arkona macht immer eine gute Figur. Aktuell sucht er die "Beste Klasse Deutschlands" und vermittelt Kindern in "phil zu entdecken" klassische Musik. Über peinliche Momente, Konfuzius und Paartherapie.

Raus aus dem schwäbischen Dorf, rein ins Leben – genau das wollten Malte und seine Frau Anna-Maria Arkona mit ihrem Umzug nach Berlin Mitte. „Wir lagen im Garten in Affalterbach und dachten uns: Ganz schön ruhig hier“, erzählt Malte. „Wir hatten dort einen riesigen Garten, einen Pool – also alles so Sachen, die man nicht braucht, aber so hat, wenn man sich dahin geschuftet hat. Und dann will man sie schon wieder loswerden.“ Als das Ehepaar dann übergangsweise nach Charlottenburg in eine Einzimmerwohnung zog, merkte es aber schnell: Schön hier, aber genau so wenig los wie in Affalterbach!

Seit einem Jahr wohnen sie nun in der Nähe des Rosenthaler Platzes und sind immer noch ganz verliebt in die Stadt: „Wir haben immer noch die rosarote Berlin-Brille auf“, sagen sie lachend. Das Ehepaar genießt hier vor allem die Anonymität, die Freiheit und den frischen Wind. Das einzige, das die beiden in Berlin nicht mögen, ist der Stau. „Wenn man es mal eilig hat in Berlin, sind die ganzen Menschen schon anstrengend, vor allem im Verkehr“, erzählen sie. „Das war im Wald in Affalterbach einfacher.“ Was, Malte fährt Auto und nicht BVG? Dabei wollte er mit zehn Jahren doch U-Bahnfahrer werden und konnte das gesamte Münchner Streckennetz auswendig! „Früher wollte ich das unbedingt, aber heute nicht mehr – was macht man denn da, wenn man mal aufs Klo muss?“, so der Fernsehmoderator. „Innerhalb der Stadt fahr ich aber BVG.“

Auf Entdeckungstour durch Berlin Mitte.

Beruflich und privat ein Dream-Team

Ralph und seine Frau Anna-Maria sind nicht nur privat ein tolles Paar, sondern ergänzen sich auch beruflich. Sie arbeitete früher als Kinderärztin, hatte aber auch damals schon eine Leidenschaft für das Schauspiel und spielte am Theater. Jetzt, wo sie in Berlin lebt, macht sie ihre Leidenschaft zum Beruf und belegt Kurse an der Schauspielschule. Derzeit dreht sie vor allem Kurzfilme. Letztens haben die beiden zusammen eine Webserie gedreht: Neulich in der Paartherapie. „So spart man sich das Geld für eine richtige Therapie“, witzelt Malte und umarmt seine Anna-Maria ganz verliebt. Die beiden sind seit sieben Jahren verheiratet und haben in Las Vegas ihr Ehegelübde erneuert.

In ihrer Freizeit gehen sie gerne zusammen auf Entdeckungstour in Berlin. So treffen wir uns zum Interview in der Röststätte, um endlich mal Cold Brew zu probieren – kalten Kaffee in einer Schnapsflasche. „Hier wollten wir immer schon hin“, sagt Anna-Maria und Malte fügt hinzu: „Ich liebe Kaffee!“ Die beiden sind begeistert vom großen Angebot in Berlin: „Wir gehen gern in den Vietnamesen Chénchè, die haben super leckere Shakes, tolles Essen und einen wunderschönen Innenhof.“ Auch die Schnitzelei finden die beiden toll. „Alle hatten leckeres Schnitzel, nur ich habe aus Versehen ein Ziegenschnitzel bestellt und mich hinterher gewundert, wo denn das Fleisch ist“, sagte Malte lachend.

Überall diese Paparazzi - aber für ihre Fans posen die Arkonas doch gerne.

Glutenfrei durch Berlin

Vor allem seine Frau Anna-Maria, die eine – ärztlich bewiesene, wie Malte betont – Glutenallergie hat, fühlt sich in Berlin wie im Paradies: „Es gibt so viel glutenfreies Essen überall. Die Jute-Bäckerei um die Ecke etwa verkauft ausschließlich glutenfreies Brot und Kuchen.“ Gerne gehen sie auch ins Simela, wo es laktose- und glutenfreie Pizza aus Buchweizen gibt. Dabei ist Malte gar nicht so oft in Berlin. Seine Arbeit führt ihn nach Hannover, Leipzig und München, er hat Konzerte und Jobs in Stuttgart, Aachen oder Köln. Und in Berlin hat er kein Projekt? „In Berlin trete ich gerade im Konzerthaus auf. Man muss sich aber als Moderator jede Saison neu entscheiden, ob man im Konzerthaus oder in der Philharmonie auftritt – beides geht leider nicht.“

Dafür ist er ja dieses Jahr in der Philharmonie in Dresden zu sehen, bei der Reihe phil zu entdecken, die Kindern klassische Musik näherbringen soll. Bald dreht er außerdem eine neue Staffel für Die beste Klasse Deutschlands. „Die Fragen sind super schwer, die Themen hat man als Erwachsener wieder vergessen. Das Team und ich gucken da lieber schon vorher, was die Lösungen sind, damit wir uns nicht blamieren“, verrät Malte. Dieses Jahr ist der Gewinn der Sendung, einen Tag lang Maltes Assistent zu sein – wovon der 39-jährige auch erst im Nachhinein erfuhr: „Ich denk mir schon lauter Sachen aus, was das Kind dann machen kann. Also alles, was so’n bisschen nervt, wie Sachen beschriften…“, scherzt er.

Kinder für Klassik zu begeistern, ist ihm ein persönliches Anliegen. Der Moderator erklärt: „Kinder haben es auch heute verdient, dass man ihnen dieses kulturelle Angebot macht und belohnen das mit strahlenden Gesichtern, daher engagiere ich mich hier besonders.“ Aber er moderierte auch schon Promishows, wie das Sommerhaus der Stars oder die Volksmusiksendung Der fröhliche Alltag. „Als Moderator muss man vielseitig bleiben“, findet er. „Ich steh zu meinen dunklen Seiten und Der fröhliche Alltag zu moderieren, war echt ne Party. Es macht Spaß, die Leute auf der Bühne anzukündigen und dann flippt die Senioren-Zielgruppe völlig aus. Aber ich fand es schwierig, mich auf die Interviews vorzubereiten, da musste ich viel über Kuckucksuhren recherchieren und so.“

Ein Profi mit Humor

Malte ist ein absoluter Profi vor der Kamera, das merkt man ihm an. Aber ist ihm auch schon mal was Peinliches bei der Moderation passiert? „Natürlich! Einmal ist mir die Hose gerissen, als ich beim KiKA auf die Bühne gesprungen bin und ein anderes Mal hatte ich eine falsche Moderationskarte. Das Witzigste war aber, als ich in der Münchner Philharmonie Tan Dun, den derzeit größten Komponisten Chinas, interviewte und ihn einfach nicht verstand. Ich stand da auf der Bühne wie ein schwitzendes Fragezeichen. Als er irgendwas mit confuse erzählte, erwiderte ich, ‚Yes, I am very confused‚, dabei meinte er Konfuzius“, erzählt Malte und schüttelt sich vor Lachen.

Malte Arkona, so scheint es, ist immer gut gelaunt und hat einen unendlichen Vorrat an Energie. Ständig macht er unterwegs Schabernack, schüttelt Skeletten die Hand oder demonstriert seine Beatbox-Skills. Kann er auch mal entspannen? „Naja, selten. Aber irgendwann sind auch bei mir die Batterien leer und ich will nur auf dem Bett faulenzen und fernsehen. Der eigentliche Clown ist ja meine Frau, das zeigt sie aber nur Zuhause, wo ich dann vor Lachen aus dem Bett falle“, sagt der gebürtige Hannoveraner.

Fast könnte man eifersüchtig werden auf die rosarote Berlin-Brille der beiden. Malte sagt: „Hier schreien die Leute auch mal, das ist doch nett. Das ist ne Art Zuneigung, an die man sich gewöhnen muss. Anschnauzende Ehrlichkeit lieb ich viel mehr als hinterrücks zu reden – das ist ja hier fast freundlich gemeint.“ Malte und Anna-Maria sind Neu-Berliner, wie wir sie mögen.

Foto Galerie

Röststätte Berlin, Ackerstr. 173, 10115 Berlin

Röststätte Berlin

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