Berliner Festspiele

No it is! William Kentridge in Berlin

Düster und doch so voller Leben: Die Prozession der Schattenmenschen von William Kentridge
Düster und doch so voller Leben: Die Prozession der Schattenmenschen von William Kentridge
Luisenstadt - Geheimnisvoll, düster und exzentrisch: Die Ausstellung "No it is! William Kentridge" im Martin-Gropius-Bau bietet beeindruckende Unterhaltung und unheimliche Bilder.

Mit Ausstellungen wie der großen Werkschau Kapoor in Berlin oder der monumentalen Hommage David Bowie is setzen die Berliner Festspiele immer wieder besondere Kunst-Highlights. Jetzt ist im Martin-Gropius-Bau erneut ein künstlerischer Volltreffer zu bestaunen: Mit William Kentridge haben die Verantwortlichen einen Star der internationalen Kunstszene in die Hauptstadt geholt.

Das 1955 in Johannesburg geborene Multitalent ist Zeichner, Filmemacher, Regisseur, Performer, Selbstdarsteller und begnadeter Erzähler in einer Person. All diese Talente finden in No it is! ihren Raum und lassen den Besucher in eine Welt voller Geheimnisse eintauchen. Zentrale Bedeutung haben Kohlezeichnungen, die in Filmen, Videoinstallationen und Perfomances zur Geltung kommen.

 

Ein von M (@zimanauctions) gepostetes Foto am

 

Von der Documenta nach Berlin

Neben den sozialkritischen Animationsfilmen, einem Schwerpunkt des Künstlers, fallen zwei Exponate besonders auf: Die Installation The refusal of time sorgte bereits 2012 bei der Documenta in Kassel für Begeisterung. Im Zentrum arbeitet eine Maschine, die an einen Ölförderturm oder einen Blasebalg erinnert. Umgeben ist sie von fünf Videoinstallationen, die 30 Minuten lang Geschichten rund um das Thema Zeit erzählen. Der Betrachter erlebt diese ungewöhnliche Kombination auf bequemen Drehstühlen.

Das monumentale More sweetly Play the Dance hingegen fasziniert durch seine überwältigende Größe und düstere Wucht. Eine geheimnisvolle Prozession von Schattenmenschen zieht zu südafrikanischer Musik über eine riesige Leinwand. Jede Figur ein kleines Kunstwerk für sich. Bei aller Traurigkeit der vorbeiziehenden Prozession reißen die Musik, die Vielfältigkeit und das Tempo mit.

Im Atelier von William Kentridge

Die Besucher können den Südafrikaner immer wieder in seinen Werken als Protagonisten entdecken. Das macht die Kunst persönlich. Einblicke in die Arbeit von Kentridge bieten zwei Wunderkammern. Hier ist ein Blick über die Schulter des Künstlers möglich. So wird die Wunderkammer zu einer Art Atelier: Die Entstehung der Kunstwerke kann vom Besucher unmittelbar erlebt werden. Die beiden Räume erinnern tatsächlich entfernt an jene berühmten Wunderkammern aus dem 17. Jahrhundert. Eine eigentümliche Sammlung aus technischen Geräten, Daumenkino-Videos, Grafiken, Zeichnungen und Kentridges privater Kunstsammlung.

Langweilig wird es mit den packenden Installationen nie und deshalb eignet sich die Ausstellung selbst für Kunstmuffel. Zeit solltest du aber mitbringen, um dir alle Filme in Ruhe ansehen zu können. Wir empfehlen für den Besuch den Montag – dann ist immer recht wenig los. 

 

Ein von @thomi.je gepostetes Video am


William Kentridge ist noch bis zum 21. August im Martin-Gropius-Bau zu entdecken. Immer Mittwoch bis Montag von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 11 Euro/ ermäßigt 7 Euro, bis 16 Jahre gar nichts. Mehr Infos zu NO IT IS! William Kentridge

Martin-Gropius-Bau Berlin, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

Telefon 030 254860
Fax 030 25486107

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Dienstag geschlossen

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin-Kreuzberg: Ab Juni 2012 werdne iher die Werke der Fotografin Diane Arbus gezeigt.

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