"Deutschland – Land der Ideen"

Auszeichnung für Mauer-App

Auszeichnung für Mauer-App
Astrid Rist von der Deutschen Bank (2.v.r.) hielt die Laudatio für die App "Tod an der Mauer" und übergab die Preise an Guido Brombach vom DGB Bildungswerk (r.), den Ideengeber sowie Stephan Heck von sprylab technologies. Zur Foto-Galerie
Wittenbergplatz – Die Smartphone-App "Tod an der Mauer" verbindet Geschichtsunterricht mit Detektivarbeit und wird mit Hilfe von GPS-Ortung an Berliner Originalschauplätzen gespielt. Für die Realisierung wurden nun die Firma sprylab technologies und das DGB Bildungswerk von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" geehrt.

Bei der App „Tod an der Mauer“ schlüpft der Nutzer in die Rolle eines Journalisten, der die Umstände untersucht, die im Jahr 1962 zum Tod eines DDR-Grenzpolizisten führten. Der Story liegt ein wahrer Fall zugrunde: Fluchthelfer Rudolf Müller wollte seine Familie vom Osten in den Westen holen und grub dazu von der damaligen Springer-Baustelle in Berlin-Kreuzberg aus einen Tunnel. Während der Familie die Flucht gelang, wurde Müller vom Grenzbeamten Reinhold Huhn aufgehalten – was dann geschah, sollen die App-Nutzer selbst herausfinden.

Das Besondere an der Smartphone-Software ist deren Funktionsweise: Per GPS wird der Standort des Telefons ermittelt; der Nutzer erhält Hinweise und erfährt Wissenswertes, während er sich an den realen Schauplätzen bewegt. Diese „Augmented Reality“ genannte Technik ist eines der Spezialgebiete des IT-Dienstleisters sprylab technologies, der „Tod an der Mauer“ gemeinsam mit Guido Brombach vom DGB Bildungswerk umgesetzt hat. Die Idee dahinter: Jungen, technik-affinen Menschen soll Geschichte auf eine moderne und spannende Weise vermittelt werden.

Deutschlandweiter Wettbewerb

Überzeugt hat das Konzept die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, die zusammen mit der Deutschen Bank Ideen und Projekte auszeichnet, welche nach eigenen Worten „Lösungen für die Herausforderungen der Städte und Regionen von morgen bereithalten“. Über 1000 Bewerbungen wurden von einer Jury aus Wissenschaftlern, Managern, Politikern und Journalisten begutachtet – ein weiterer Preisträger in Berlin ist etwa das Regenbogenfamilienzentrum für schwule und lesbische Eltern.

Am vergangenen Freitag fand in den Räumen von sprylab technologies in der Keithstraße die Preisverleihung für die besondere App statt. Astrid Rist von der Deutschen Bank lobte in ihrer Ansprache: „‚Tod an der Mauer‘ ist eine außergewöhnliche Art und Weise, Geschichte erlebbar zu machen.“ Und Stephan Heck von sprylab zeigte sich verständlicherweise erfreut: „Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgezeichneter Ort‘ im Land der Ideen zu sein und damit eine Lösung für das Leben in der Stadt von morgen aufzeigen zu können.“ Vor der Preisübergabe hatte Guido Brombach, der Mann mit der Idee zur App, die historischen Hintergründe der Story erläutert und sich bei seinen Kooperationspartnern bedankt – „weil ihr mein Pin im Kopf umgesetzt habt“.

Die App „Tod an der Mauer“ ist für Smartphones mit Android- oder iOS-(Apple)-Betriebssystem erhältlich. Weitere Informationen auf der Webseite von sprylab.

Foto Galerie

Auszeichnung für Mauer-App, Keithstraße 2-4, 10787 Berlin

Weitere Artikel zum Thema

Sehenswürdigkeiten | Museen
Dokuzentrum schließt für ein Jahr
Bernauer Straße - Gerade konnte die Gedenkstätte Berliner Mauer einen neuen Besucherrekord verbuchen: 2057 Menschen […]
Sehenswürdigkeiten
Mauersouvenir XXL
Winsviertel - Das Dach der ehemaligen DDR-Grenzkontrollstelle an der Bornholmer Straße hat auf einem Gewerbehof […]
Ausbildung + Karriere | Wohnen + Leben
Top 10: Tipps für Erstis in Berlin
Groß, anonym und manchmal ganz schön anstrengend! Berlin ist zwar keine klassische Studentenstadt, dennoch sind […]
Ausbildung + Karriere | Wohnen + Leben
Top 10: Besondere Berliner Bibliotheken
Hunderte Regalmeter mit noch unbekanntem Lesestoff. Gemütliche Sitzecken zum Stöbern. Und die nötige Ruhe, um […]