Die Musik bleibt

Unter Auflagen: Karaoke im Mauerpark kann bleiben

Unter Auflagen: Karaoke im Mauerpark kann bleiben
Ein Karaoke-Sänger performt vor Publikum im Mauerpark. Zwischen den Nummern hält Joe Hatchiban zur Müllentsorgung an.
Musizieren ja, aber bitte nicht zu laut und nur nach Osten. Aber immerhin, das Karaoke im Mauerpark am Sonntag kann bleiben. Das Bezirksamt Pankow gab jetzt einen detaillierten Lage-und Zeitplan heraus, wo und wie ab sofort musiziert werden darf.

Der Schreck und die darauffolgende Entrüstung der Berliner war riesig: Das bekannte und geliebte Sonntags-Karaoke im Mauerpark schien in Gefahr zu sein. Aufgrund einer umfangreichen Baustelle der Berliner Wasserbetriebe fürchtete das Bezirksamt Pankow um die Sicherheit der Parkbesucher*innen. Denn Teil der Baustelle sind Baugruben und offene Schächte für eine Kanalbelüftung. Im Klartext: Löcher im Boden, in die man reinfallen könnte. Doch die von Stadtrat Vollrad Kuhn (Grüne) benannten „Gefahrenstellen“ seien laut der Berliner Wasserbetriebe ausreichend gesichert. Dementsprechend distanzierten sie sich von den Vorwürfen, sie wären an der Misere schuld. „Wir sichern die Schächte mit Bauzäunen“, sagte Sprecher Stephan Natz gegenüber der Berliner Zeitung.

Öffentlicher Druck zeigte Wirkung

Das Kernproblem scheint vielmehr die grundsätzliche Lautstärke im Mauerpark zu sein. Anwohner sind genervt von den ständig spielenden Straßenmusikern. Doch der öffentliche Druck und die Wut über das Ausbleiben der sonntäglichen Gesangsperformance zeigte Wirkung. Das Bezirksamt Pankow gab jetzt einen detaillierten Lage-und Zeitplan heraus, wo und wie ab sofort musiziert werden darf. Erst kommt die Marktfläche, dahinter ein Streifen Grillfläche, daran angeschlossen die Fläche für Musik. Dabei eingeschlossen (Aufatmen!) das Amphitheater, in dem das Karaoke stattfindet.

Bitte nur nach Osten singen

Es darf ab jetzt zu folgenden Zeiten „Lärm“ gemacht werden: Montag bis Donnerstag von 11 bis 19.30 Uhr. Freitags, am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 20.30 Uhr.  Laut Bezirksamt soll aus Rücksicht auf Anwohner*innen „ausschließlich in östliche Richtung hin zum Stadion“ musiziert werden und die Künstler*innen mögen bitte „nicht versuchen einander zu übertönen und damit die Lautstärke in die Höhe treiben“. Ach so und bitte auch keine „Generatoren“ mitbringen und auf keinen Fall in Richtung Wohnhäuser spielen. Nur.nach.Osten!

Ob sich die Musiker an die Auflagen halten, wird zukünftig wohl das Ordnungsamt prüfen dürfen. Wir sind jedenfalls froh, dass wir uns sonntags weiterhin selbst die Seele aus dem Leib singen oder andere mutige Gesangskünstler dabei anfeuern können.

Unter Auflagen: Karaoke im Mauerpark kann bleiben, Mauerpark, 10437 Berlin

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