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Streaming-Tipp von Mediasteak: Miete essen Seele auf

Streaming-Tipp von Mediasteak: Miete essen Seele auf
Der "Cottbusser Chor" ist Teil von Angelika Levis Doku über den Protest zu Mieterhöhungen am Kottbusser Tor.
Kein fließendes Wasser, Schimmel und trotzdem horrende Mieterhöhungen. Die Regisseurin Angelika Levi zeigt in ihrer Doku, wie Menschen trotzdem voller Elan für ihren Wohnraum kämpfen. Miete essen Seele auf kannst du jetzt kostenlos gucken.

Wir erinnern uns: Schon 1974 hat Rainer Maria Fassbinder mit seinem Film Angst essen Seele auf gekonnt dargestellt, wie Minderheiten geschmäht werden. Ein ungleiches Paar versucht, gegen diese gesellschaftliche Ausgrenzung vorzugehen. Regisseurin Angelika Levi orientiert sich mit ihrer Doku Miete essen Seele auf aus dem Jahr 2015 nicht nur mit dem Titel an Fassbinder. In dem rührenden Film über das Problem der Gentrifizierung werden Bewohner in Kreuzberg gezeigt, die sich ihrem Schicksal der Verdrängung ebenfalls nicht ergeben wollen. Sie schließen sich zusammen und werden von Nachbarn zu Freunden. Einige Menschen arbeiten seit mehr als 40 Jahren in Kreuzberg.

Hintergrund der Doku ist die Nacht des 26. Mai 2012. Die Mietergemeinschaft Kotti & Co baute in der Nacht aus Europaletten eine Hütte am Kottbusser Tor. Sie bekam den Namen „Gecekondu“, was auf Türkisch „über Nacht erbaut“ heißt. Gecekondu ist bis heute zu einem Verhandlungsort für Stadtentwicklung und einem Treffpunkt von AnwohnerInnen geworden, von dem aus sie Protestaktionen planen.

In Miete essen Seele auf gibt es sowohl Einblicke in völlig unterschiedliche Wohnungen rund um das Kotti. Mal heruntergekommen, mal sehr gepflegt. Sie zeigt die Gesichter, die sich innerhalb der anonymen Plattenbauten befinden. Dazu gibt es musikalische Einlagen des Cottbusser Chors. Mit Augenzwinkern, aber auch ergreifend erzählen sie in ihren Liedern von den Auswirkungen der stetigen Mieterhöhungen. „Sie sind verbunden mit dem Reparaturservice der ‚Deutsche Wohnen’/ wenn Sie Ahmed oder Hatice heißen oder aus anderen Gründen ein niedriges Einkommen haben, drücken sie die 1.“

Die Doku hat Mediasteak in der ARTE-Mediathek aufgestöbert und stellt sie dir nun hier zur Verfügung.

Dieser Artikel ist im Original auf dem Berliner Streaming-Blog Mediasteak erschienen und uns zur Verfügung gestellt worden. Mehr Infos findest du hier oder auf der Facebook-Seite.

Blogfabrik, Oranienstraße 185, 10999 Berlin

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