Nina Rubin hatte es nie leicht als Kommissarin. Vor allem aufgrund ihres Jobs bei der Berliner Kriminalpolizei gestaltet sich ihr Familienleben eher schwierig. Es wäre also kein Wunder, wenn Rubin nach einer Exit-Strategie suchen würde. Doch die Initiative ging von ihrer Darstellerin Meret Becker aus. Das seit 2015 im Berliner Tatort ermittelnde Team Rubin/Karow (Marc Waschke) wird 2022 nach dann 15 gemeinsamen Folgen gesprengt. Gestern gab der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) den Ausstieg von Becker bekannt.
An mangelndem Erfolg hat ihre Entscheidung wohl nicht gelegen: Die Einschaltquoten waren wie bei den meisten Tatort-Folgen gut bis sehr gut. Die bis dato letzte Folge Anfang Mai sahen 9,4 Millionen Zuschauer*innen. Die Folge Meta gewann vor Kurzem einen Grimme-Spezialpreis. Meret Becker selber sagt, sie sei „ein Streuner“ und es wäre „an der Zeit, meine Neugierde weiter zu stillen und Neues auszuprobieren“. Sie spricht von unzähligen wunderbaren Momenten und von Herausforderungen, „die ich nicht missen möchte“. Kollege Marc Waschke sei für sie sogar ein Freund geworden.
Der rbb äußerte sich traurig, respektiert aber laut Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus „selbstverständlich“ die Entscheidung. Becker habe dem Berliner Tatort „ein markantes, authentisches und erstmals weibliches Gesicht gegeben“. Dem kann man schwer widersprechen. Eine Frau als Nachfolgerin ist bestimmt nicht unwahrscheinlich, auch wenn es dazu noch keine Informationen gibt. Doch es ist ja ohnehin kein schneller Abschied: Sechs Folgen mit Meret Becker als Nina Rubin werden bis Frühjahr 2022 noch in der ARD ausgestrahlt; die erste davon, Tatort: Das Leben nach dem Tod, im Herbst. Marc Waschke wird laut rbb nach Beckers Ausstieg weitermachen.