Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Micaela Schäfer: "Ich liebe meine Dachterrasse"

Micaela Schäfer:
Micaela Schäfer ist in diesem Jahr nicht das einzige Werbegesicht der Erotikmesse Venus ...
Ostkreuz - Wir erreichen Deutschlands bekanntestes Nacktmodel telefonisch - kurz bevor sie sich zum wiederholten Mal hüllenlos vor dem Brandenburger Tor ablichten lässt. Anlass diesmal: die WM 2014. Wobei, einen Grund fürs Ausziehen brauchte Micaela Schäfer ja noch nie.

Micaela Schäfer sitzt gerade bei ihrer Visagistin am Ku’damm, während wir mit ihr telefonieren. Gleich geht sie sich wieder ausziehen, diesmal am Brandenburger Tor, das ist nun mal ihr Job. Die Berlinerin ist in Leipzig geboren, aber schon früh mit ihrer Mutter nach Marzahn gezogen – im Grunde ist sie ein Self-Made-Erotikstar. Wir wollen mit ihr aber mal nicht über ihr Dasein als Nacktmodel sprechen. Uns ging es tatsächlich um ihren Kiez – danach wurde sie schließlich noch nicht so oft gefragt.

„Ich wohne seit acht Jahren in Friedrichshain, seit einem Jahr in einer Eigentumswohnung in der Nähe vom Ostkreuz“, erzählt sie. „Zuvor habe ich gleich an der Simon-Dach-Straße gewohnt, da war es immer laut, immer was los. Ich mag es ja, wenn Trubel und Leben um mich herrscht!“ Wo sie vorher mit 32 Quadratmetern auskam, hat ihre Neubau-Wohnung jetzt großzügige 125. „Jetzt wohne ich in einer etwas ruhigeren Ecke mit nicht ganz so vielen Bars, aber nur fünf Minuten vom Simon-Dach-Kiez weg“, erklärt Schäfer.

An ihrem Kiez findet sie besonders typisch, dass der Millionär neben dem Punk wohnt. „Abgerockte alternative Leute mit Filzlatschen und Dreadlocks sitzen neben Geschäftsführern mit ihren Laptops. Es gibt Künstler und Studenten“, sagt Deutschlands bekanntester Erotikstar. „Es ist einfach total gemischt. Das macht es auch aus und das finde ich toll!“ In Strausberg, wo ihre Mutter heute noch lebt, gefiel es Schäfer überhaupt nicht. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass jemand in Hellersdorf, Marzahn oder Mahlsdorf wohnen mag. Die verpassen meiner Meinung nach das Lebensgefühl Berlins“, findet sie. Deshalb kommt Mama immer eher zu ihr nach Friedrichshain zu Besuch. Berlin als Stadt liebe sie einfach nur. „Ich wohne hier seit 28 Jahren. Und wo kann ich mich sonst schon überall nackt auf der Straße zeigen? Oder nackt mit der Tram fahren?“, erklärt sie lachend. „In München würden sie mich doch sofort verhaften!“ Negative Seiten ihres Kiezes in Friedrichshain fallen Schäfer erst mal gar keine ein. Dann meint sie: „Mich stört, dass im Moment die Drogendealer, die aus dem Görlitzer Park vertrieben werden, zu uns kommen. Es gibt schon ein paar Ecken, wo seltsame Leute rumstehen. Ich hoffe, dass die wieder verschwinden. Sonst fühle ich mich einfach total wohl!“

Von Glitzer-Kaffeemaschinen und einer Dachterrasse mit Aussicht

Viel Plüsch, noch mehr Rosa und jede Menge Mädchenkram? Nein, das finde sich in ihrem Zuhause überhaupt nicht. „Alle, die in meine Wohnung kommen, meinen: ‚Das ist ja hier wie im Hotel!‘ Es ist steril, zeitlos, es gibt nichts Persönliches, weder Blumen noch Andenken – sowas mag ich aber!“, verrät der Venus-Star. „Bloß keinen Krimskrams! Bei mir steht auch nichts im Weg, da ist alles verstaut. Und alles muss Sinn haben!“ Wobei, zwei Ausnahmen gibt es da schon: in der Küche eine Kaffeemaschine mit Glitzersteinen und am Kamin Skier, ebenfalls mit Glitzersteinen. Dabei trinke sie gar keinen Kaffee und Ski fahre sie auch nicht.

Zu Micaelas präferierten Adressen gehört das Via Nova in der Revaler Straße, weil ihr Lieblingsessen Tortellini alla panna dort einfach super schmeckt oder die Trattoria Libau in der Libauer Straße. „Da ist es immer voll“, sagt sie. „Hier hat auch Jazzy, die frühere Tic Tac Toe-Sängerin, mal gekellnert.“ Auch die zünftige Küche des Mutzenbacher kann sie empfehlen. Allzu viele Lieblingsläden hat sie in ihrem Kiez allerdings nicht. „Ich bin ja kaum in Berlin, ich bin oft acht Tage am Stück unterwegs, in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem, und dann wieder zwei Tage da“, sagt sie. Dann wollen wir eigentlich nur noch wissen: Wo entspannt sie denn am liebsten, wenn sie mal in ihrem Kiez ist? „Ganz ehrlich: Wirklich nur in meiner Wohnung“, sagt Schäfer. „Da am liebsten auf meiner Dachterrasse, die ist sehr schön und da bin ich zu 100 Prozent nur für mich. Die Möbel dafür sind auch gerade bestellt. Von da oben habe ich einen tollen Ausblick über die Stadt bis zum Fernsehturm.“

Noch mehr über und von Micaela Schäfer gibt’s in ihrem neuen Buch „Lieber nackt als gar keine Masche“ (Heyne Verlag, 9,99 Euro). Und auf ihrer Homepage, dort zu sehen z.B. ihr aktueller WM Fussball – Erotikclip 2014. 

Trattoria Libau, Libauer Str. 10, 10245 Berlin

Telefon 030 25768529


Montag - Sonntag 16:00-24:00

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