Der Guide Michelin ist mächtig. Aus dem kleinen Handbuch mit praktischen Tipps für Autofahrer*innen ist 125 Jahre später ein ultimativer Restaurantführer geworden, der über Schicksale von Restaurants und Köch*innen auf der ganzen Welt entscheidet. Auch 2026 ging es wieder darum, Sterne zu halten oder einen Stern zu ergattern. Dabei ist der Verlust eines Sterns sicher schwerer zu verkraften, als die vergebliche Mühe, sich einen zu erkochen. In den meisten der auserwählten Berliner Lokale sind diese Woche also mit Sicherheit Champagnerkorken geknallt.
Qiez zu Google hinzufügenDas Matthias, das uns schon kurz nach der Eröffnung begeistert hat, konnte seinen Stern halten. Der junge Silvio Pfeufer konnte erneut mit seinem ersten eigenen Menü-Konzept überzeugen. Kein Wunder, bringt er doch konsequent mit seinem Team kleine Wunder auf die Teller. Auch Gastgeberin Janine Woltaire und Sommelier Michael Stiel sorgen dafür, dass sich Kritik und Gäste in dem charmanten Restaurant im Kollwitzkiez rundum wohlfühlen.
Für uns als Fans ebenfalls nicht überraschend sind die erneuten Sterne für das Loumi und das pars Restaurant. Im Loumi bringt der Autodidakt Karl-Louis Kömmler komplexe und ausdrucksstarke Interpretationen aus der asiatischen und französischen Küche auf den Tisch. Das pars hat nicht nur fantastische Pralinen vorzuweisen – Inhaberin Kristiane Kegelmann ist eine Konditormeisterin, die wahre Kunstwerke schafft –, sondern dank Küchenchef Florian Sperlhofer und Sommelière Julia Giese auch Dinner-Erlebnisse zum Dahinschmelzen.
Gleich zwei Restaurants müssen damit umgehen, ihre Auszeichnung verloren zu haben. In diesem Jahr konnten die SKYKITCHEN und der Bieberbau die Michelin-Kritiker nicht mehr begeistern. Das überrascht, immerhin haben beide Küchen ihren Stern über zehn Jahre verteidigt. Andere Restaurants der offiziellen Gourmetwelt hatten mehr Glück und dürfen sich weiterhin mit ihren Sternen brüsten. Allen voran das Rutz, das mit drei Sternen die Rangliste in der Hauptstadt anführt. Es ist großartig, mit welcher Lässigkeit Marco Müller und sein Team die Messlatte oben halten und zugleich im Restaurant trotz höchstem Niveau eine lockere Atmosphäre verbreiten, die den Spaß am Hochgenuss noch steigert. Die Restaurants Facil, Horváth und Tim Raue erhalten ihre zwei Sterne ebenfalls erneut. Auch das CODA darf sich weiterhin mit zwei Sternen schmücken – als einziges Dessert-Dining-Restaurant in Deutschland.
Insgesamt haben wir in Berlin nun 19 Sterne-Restaurants. Das ehemalige Sterne-Restaurant prism ist leider mittlerweile geschlossen. Das ist eine schöne Auswahl, die es ermöglicht, jeden feierlichen Anlass im Jahr in einem anderen Top-Location zu begehen. Da wir kein Restaurant unerwähnt lassen wollen: Ebenfalls weiterhin mit einem Stern ausgezeichnet sind Bandol sur mer, Bonvivant, Bricole, Cookies Cream, GOLVET, hallmann & klee, Hugos, Irma la Douce, Lorenz Adlon Esszimmer, Nobelhart & Schmutzig und tulus lotrek. Wir gratulieren allen Köch*innen, Gastgeber*innen und Teams. Einen Stern bekommen schließlich immer alle gemeinsam.






