Berliner Persönlichkeiten zeigen ihren Kiez

Mit den Schrenks durch Charlottenburg

Mit den Schrenks durch Charlottenburg
In Charlottenburg verwurzelt: Bettina Schrenk und ihr Bruder Philipp, hier vor ihrer Lieblingsdruckerei Otto Wetzel auf der Leibnitzstraße. Zur Foto-Galerie
City West - Sie führen eine der erfolgreichsten Berliner Agenturen und realisieren Events und PR-Aktionen, auf denen internationale und nationale Stars aus Politik, Wirtschaft, Mode oder Film vertreten sind. Das Geschwister-Paar Bettina und Philipp Schrenk hat QIEZ.de auf einen Spaziergang durch seinen Stadtteil eingeladen.

Dass eine Berliner Event- und PR-Agentur mal nicht auf der Torstraße oder zumindest in deren Dunstkreis liegt, ist ungewöhnlich. Doch Bettina und Philipp Schrenk haben den Berliner Westen bewusst gewählt: „Einer von uns sollte zur Arbeit laufen können“, so die 45-Jährige, die seit 2001 gemeinsam mit ihrem zwei Jahre jüngeren Bruder die Agentur Schrenk und Schrenk leitet. Als zweifache Mutter war sie so gesehen im Vorteil. Seit sieben Jahren ist nun die Budapester Straße der Ort, an dem die Geschwister kreativ sind. 

In einem herrschaftlichen Haus mit imposantem Treppenaufgang befindet sich ihr Büro – eine original Berliner Wohnung mit unzähligen Zimmern, Kämmerchen und einer riesigen Küche, in der die 15-köpfige Mannschaft unter der Woche täglich von einer Thailänderin bekocht wird. „Wir brauchen mittags das Haus nicht zu verlassen“, lacht Bettina Schrenk. Auch wenn es hier genügend gastronomische Angebote gibt. Vor allem die südliche Wilmersdorfer Straße habe sich unglaublich entwickelt. Inzwischen gibt es hier „viele Vietnamesen mit Monsieur Vuong-Niveau. Sie sind im Gegensatz zu Mitte aber nicht so voll und auch nicht so teuer“, schiebt ihr Bruder gleich hinterher, der selber in Mitte wohnt. 

In Charlottenburg kann man überall gut essen

Ansonsten mögen die beiden gebürtigen Franken das Restaurant Florian am Savignyplatz sehr, „dort gibt es bereits ab 11 Uhr gescheite Nürnberger Bratwürste mit Sauerkraut“, schwärmt sie, die ab und an auch mal in der Paris-Bar zu Gast ist. Beide sind sich einig, dass das Il Claice am Walter-Benjamin-Platz immer einen Besuch wert ist – ein Italiener, bei dem man hervorragend essen und tolle Weine trinken könne. Leuchtende Augen bekommen beide sofort, als sie von Gabis Currywürsten erzählen. Sooft es geht, besuchen sie den Imbiss von Gabriela Maaß auf dem Wochenmarkt am Karl-August-Platz, den man auch für Veranstaltungen mieten kann. Und auch wir können bestätigen: Die auf Holzkohle gegrillten Würste schmecken wirklich vorzüglich!

Was ihren Kiez sonst noch ausmache? Er habe eine große Szenevergangenheit. „Früher gab es hier noch coole Dissen, zum Beispiel das Chez Konrad am Adenauerplatz. Außerdem hat die Gegend einen unmittelbaren Bezug zum Kurfürstendamm. Außerhalb Berlins werde Berlin immer noch damit assoziiert“, sagt Frau Schrenk, die bereits seit 1995 in der Hauptstadt lebt und hier nicht mehr weg möchte. Alles, was außerhalb Berlins liegt, kommt ihr wie die totale Diaspora vor. „Wir sind so sozialisiert hier, dass wir alles andere extrem merkwürdig finden“, lacht sie. Auch ihre Kinder sind inzwischen richtige Berliner. Die Kunst sei es, das zu nutzen, was es gibt und das zu kompensieren, was fehlt. 

Phänomenales Angebot für Kinder 

Ihr Geheimtipp in Charlottenburg ist der Unicampus hinter der Mensa. „Dort befindet sich eine Brache mit einem verwunschenen Garten. Vor allem am Wochenende ist es hier menschenleer. Es gibt ein Volleyballnetz, einen Basketballkorb und eine Wiese, auf der die Kids spielen können.“ Oft radeln sie auch zum Café am Neuen See, essen dort Pizza und fahren Boot. Was Bettina Schrenk allen Eltern mit kleinen Kindern raten kann: Eine Jahreskarte für den Zoo zu kaufen. „Die kostet 50 Euro und lohnt sich gegenüber einem Einzelticket sehr. Dort gibt es einen gigantischen Spielplatz, der ist wirklich ‚outstanding‘, einen Streichelzoo mit dicken Tieren, toll!“
 
Was die Agenturchefin empfindlichen Nasen nicht unbedingt empfehlen würde, ist, das Flußpferdhaus für Events zu buchen. „Das haben wir zwar auch schon gemacht, aber es stinkt ziemlich“, sagt sie und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. Als Veranstalter von großen Events sind sie immer auf der Suche nach neuen, interessanten Orten in ganz Berlin – wie etwa die Villa Elisabeth in Mitte, das Kraftwerk in der Köpenicker Straße oder den alten Rundfunksaal in Köpenick. Leider gerät Berlin durch die Sanierungswelle an seine Grenzen: „Unfertige Orte, die die Spuren vom Wandel der Zeit noch in sich tragen, gibt es kaum noch zu entdecken“, sagt der 43-jährige Philipp.

Tipps für Cineasten 

Einen dieser Orte, an dem die Zeit regelrecht stehen geblieben ist, besuchen wir gemeinsam: die Druckerei Otto Wentzel auf der Leibnitzstraße. „Die haben wir entdeckt, als unser altes Büro noch hier war“, erzählt Bettina Schrenk. Inzwischen lässt sie bei Inhaber Heino Fröhlich viele Sachen drucken, der nach alter Gutenbergischer Handwerkskunst arbeitet und die Buchstaben sogar noch von Hand setzt. Überall in seinem kleinen Geschäft stehen Maschinen aus einer längst vergangenen Epoche. „So etwas muss weiterleben und unterstützt werden“, finden die Geschwister.

Genauso wie die Filmkultur in der Stadt. Besonders positiv bewerten die beiden die Renaissance, die der Zoo Palast jüngst erfahren durfte. Philipp Schrenk ist großer Fan des Kinos und hat für alle, die es etwas privater mögen oder eine Feier planen auch gleich einen Tipp parat: Das Clubkino, in dem gerade mal 36 Mann Platz finden und das wie eine kleine Bibliothek eingerichtet ist. Auch seine Schwester mag Kinos, „die den Charme der Geschichte in sich selber verkörpern“. Während sie Filmpremieren mit Weltstars eher in „schlachterprobten Kinos“ wie dem Cinestar am Potsdamer Platz ausrichten, darf es in der Freizeit gerne kleiner sein. Außerdem sei das Programm im Delphi, Cinema Paris und im Astor super. Hier verbringen sie gern ihre Abende, wenn sie nicht gerade ein großes Event organisieren.

Foto Galerie

Schrenk & Schrenk GmbH Veranstaltungen / PR, Brandenburgische Str. 38, 10707 Berlin
XMAS Newsletter

Weitere Artikel zum Thema Wohnen + Leben

Ausbildung + Karriere | Service | Wohnen + Leben

Werde freier Redakteur (m/w/d) bei QIEZ!

Dein Berlin. Dein Bezirk. Dein Kiez! Du erzählst gern selbst die Geschichten vor deiner Haustür […]
Wohnen + Leben

Döner essen und dabei Gutes tun

Seit 2012 versucht die Kampagne "One Warm Winter", junge Menschen für Obdachlosigkeit zu sensibilisieren. Gemeinsam […]
Ausbildung + Karriere | Wohnen + Leben

Plan B: Das Betahaus zieht um

Das Betahaus ist groß geworden, die Kinderschuhe zwicken – nächstes Jahr wird die Coworking-Location zehn […]